Patienten gefährdet - Haftbefehl gegen DRK-Leiter

eQual
Der Leiter der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes im rheinland-pfälzischen Saarburg ist unter dem Verdacht des Mordversuchs verhaftet worden. Er soll den Funkverkehr eines konkurrierenden Rettungsdienstes sabotiert und damit Patientenleben gefährdet haben.


Der 47-Jährige soll bei Rettungseinsätzen vier Mal den Funkverkehr des Hubschraubers durch einen minutenlangen Dauerton gestört haben. Dabei sei ihm bewusst gewesen, dass Patienten hätten sterben können, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dies begründe den Tatverdacht des versuchten Mordes aus "niederen Beweggründen". Durch das Abhören des Funkverkehrs habe er von den Krankheiten der Patienten, unter anderem Hirnschlag und Herzanfall, gewusst.
Funkverkehr sabotiert

Der Mann habe mit seiner Störung den mit dem DRK konkurrierenden Luftrettungsdienst in Misskredit bringen wollen. "Der Beschuldigte, dessen Aufgabe gerade die Rettung von Menschenleben war, stellte eigensüchtige Motive über den Schutz menschlichen Lebens", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Roos. Der 47-Jährige soll den Funkverkehr sabotiert haben, weil nach seiner Meinung der in Saarburg stationierte Notarztwagen eher bei den Patienten sei als der angeforderte Hubschrauber des Luftrettungsdienstes aus Luxemburg. Der Beschuldigte befürchtete offenbar finanzielle Einbußen für die von ihm geleitete Rettungswache, für die rückläufige Einsatzzahlen auch Personalabbau hätten bedeuten können. Der Mann war bis 1998 nebenberuflich als Rettungsassistent bei dem luxemburgischen Unternehmen tätig und im Streit ausgeschieden.
Ein Patient starb bei Transport

Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. In drei Fällen überlebten die Patienten, in einem Fall starb die Patientin an den Spätfolgen eines Hirnschlages. Ob die Störung des Funkverkehrs dafür verantwortlich war, ist noch nicht abschließend geklärt.

Wie Roos mitteilte, wurde die Quelle des lauten Stör-Dauertons bei funktechnischen Messungen durch die Bundesnetzagentur, die DRK-Rettungswache in Saarburg, geortet. Als Verursacher komme nur der 47-jährige Leiter in Frage, erklärte die Staatsanwaltschaft. Er wurde vom Dienst suspendiert

Quelle :
Rettungsbengel