Wenn das gestimmt hätte...

Spitzmacher
POL-RZ: BAB 21/ Tremsbüttel/ Parkplatz "Rehbrook-West" - Hinweis auf eine Bombe im Fahrzeug hielt die Polizei für Stunden in Atem

08.03.2007 - 14:48 Uhr
Ratzeburg (ots) - Kreis Stormarn/ 07.03.2007

Am Mittwochabend ging gegen 20:00 Uhr ein Hilferuf beim Notruf der
Polizei ein. Der Anrufer hatte sich in der Dunkelheit verirrt und
äußerte, dass es diverse Personen auf sein Leben abgesehen hätten.
Auf Nachfrage, wo er sich gerade befindet, gab der Mann an, dass er
mit einem Bekannten im Auto auf der Bundesautobahn 21 unterwegs war
und von einem Parkplatz in der Nähe des Autobahnkreuzes Bargteheide
geflüchtet sei. Seinen genauen Standort konnte er nicht angeben.
Aufgrund dieser Mitteilung fahndeten mehrere
Polizeistreifenwagenbesatzungen nach dem Anrufer. Um 20:35 Uhr konnte
eine Streifenwagenbesatzung den besagten Anrufer, einen 29jährigen
Berliner libanesischer Staatsangehörigkeit, in der Nähe vom Gut
Lasbek antreffen. Den Polizeibeamten gegenüber äußerte der 29jähriger
ganz aufgeregt, dass er im Fahrzeug seines Bekannten eine Bombe
gesehen hatte. Der Berliner war am an diesem Tag mit seinem
42jährigen Bekannten von Berlin nach Neumünster gefahren. Dort hatten
sie einen Gebrauchtwagen gekauft. Mit dem neu erworbenen Opel Astra,
war der 29jährigen auf dem Rückweg nach Berlin. Sein Bekannter war
mit einem grünen Rover unterwegs. Auf einem Parkplatz, an der
Bundesautobahn 21, hatten beide einen Zwischenstopp eingelegt. Der
Bekannte verließ sein Fahrzeug, um kurz auf die Toilette zu gehen.
Während sein Bekannter weg war, will der 29jährige eine Bombe im
Rover gesehen haben. Er befürchtete, dass auch in dem neu erworbenen
Gebrauchtwagen, einem Opel Astra, eine Bombe versteckt sein könnte.
Aus Angst um sein Leben, hatte er sofort die Flucht ergriffen und war
zu Fuß in die Dunkelheit geflüchtet. Die eingesetzten
Streifenwagenbesatzungen fahndeten auf den umliegenden Parkplätzen
nach dem grünen Rover aus Berlin sowie dem Opel Astra mit
Neumünsteraner Kennzeichen.
Der 42jährige Bekannte hatte von der Flucht seines Freundes nichts
mitbekommen. Er hatte sich aber gewundert, dass sein Freund bei
seiner Rückkehr nicht mehr da war. Nachdem er eine ganze Weile auf
dem Parkplatz "Rehbrook-West" vergebens nach seinem Freund gesucht
hatte, wählte auch er nun den Notruf der Polizei, um ihn als vermisst
zu melden.
Zeitgleich traf eine Streifenwagenbesatzung den besagten grünen Rover
sowie den 42jährigen aus Berlin libanesischer Staatsangehörigkeit, um
20:54 Uhr, auf dem Parkplatz "Rehbrook-West", an der Bundesautobahn
21 in Fahrtrichtung Bargteheide, an. Der 42jährige war sehr darüber
verwundert, als die Polizeibeamten ihm gegenüber äußerten, dass nach
seiner Person und seinem Fahrzeug gefahndet wurde. Der Mann hatte
geglaubt, dass die Polizeibeamten wegen seiner Vermisstenmeldung da
wären.
Als der 42jährige erfuhr, dass sein 29jähriger Freund angezeigt
hatte, dass im grünen Rover eine Bombe transportiert wird, verstand
er die Welt nicht mehr.
Der Mann gab an, dass sein Freund den Tag über bereits merkwürdige
Äußerungen gemacht hatte und leicht verwirrt schien. Dieses hatte er
aber nicht ernst genommen. Sie hatten sich an diesem Tag verabredet
gehabt, um gemeinsam einen Gebrauchtwagen aus Neumünster abzuholen.
Die Polizei schätzte die Lage dennoch als ernst ein, denn erst eine
Überprüfung der Fahrzeuge konnte Gewissheit geben. Um 20:58 Uhr wurde
eine weiträumige Sperrung sowie die Evakuierung des Parkplatzes
"Rehbrook-West" veranlasst. Weiterhin wurde die Vollsperrung der
Bundesautobahn 21 in Fahrtrichtung Bargteheide ab der Anschlussstelle
Tremsbüttel veranlasst.
Um 21:06 Uhr war der Parkplatz komplett geräumt. Aus
Sicherheitsgründen wurde der Evakuierungsradius auf 300 Meter
erweitert, sodass der Parkplatz "Rehbrook-Ost" in Fahrtrichtung Kiel
ebenfalls geräumt werden musste. Die Kräfte der Polizei hatten
insgesamt 21 Personen aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit gebracht.
Darunter 10 Personen, die in einer Gaststätte ihre Feier unterbrechen
mussten.
Ab dem Autobahnkreuz Bargteheide in Fahrtrichtung Kiel hatte man die
Bundesautobahn 21 ebenfalls voll gesperrt.
Zwischenzeitlich wurden der 29jährige Berliner sowie der 42jährige
Bekannter, aus Berlin, polizeilich vernommen. Beim 29jährigen wurde
ein Konsum von berauschenden Mitteln nicht nachgewiesen. Da der
29jährige einen verwirrten Eindruck auf die Polizeibeamten gemacht
hatte, forderten sie einen Amtsarzt an. Dieser erklärte, dass der
29jährige Patient weder für sich noch für die Allgemeinheit eine
Gefahr darstellt.
Der Kampfmittelräumdienst aus Kiel sowie ein der Hundeführer PHM
Reyers mit seinem Sprengstoffspürhund Anka wurden angefordert. Nach
einer umfangreichen Überprüfung beider Fahrzeuge sowie der näheren
Umgebung konnte, um 00:48 Uhr, Entwarnung gegeben werden. In den PKW
wurden weder Sprengstoff noch sprengstoffähnliche Gegenstände
gefunden.
Gegen 01:00 Uhr konnten alle Vollsperrungen aufgehoben werden.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnten die beiden Männer
mit ihren Fahrzeugen die Heimreise nach Berlin antreten. Derzeit
prüft die Polizeidirektion Ratzeburg, inwieweit der 29jährige
Berliner für diesen polizeilichen Einsatz zur Verantwortung gezogen
werden kann.

Jana Kralisch


ots Originaltext: Polizeidirektion Ratzeburg
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=43735

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Ratzeburg
PD Ratzeburg, Pressestelle
Sonja Kurz
Telefon: 04541-809 2010

Quelle

Wenn das wirlich gewesen wäre mit der Bombe dann prost mahlzeit!
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Wie geil ist das denn?! Das hätte ich mir nicht schöner ausdenken können!
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@ Spitzmacher: Wenn die Bombe Tatsache gewesen wäre? Bundesweites Medieninteresse wäre "uns" hier zu Teil geworden, mindestens. Welche absurden Auswirkungen das hat, kann nur nachvollziehen, wer schon ähnliches erlebt hat. Jenes von mir bereits öfter erwähnte Mecklenburger Kleinkaff stand einst in dem üblen Verdacht, vier Tatverdächtige des Brandanschlags auf das von Asylbewerbern bewohnte Haus in Lübeck zu beheimaten. Was heißt Verdacht? Die Tatverdächtigen kamen ja auch wirklich aus der Ecke. Ob sie´s nun waren oder nicht, ist bis heute ungeklärt. Ich mußte bei Nennung der Namen jedenfalls erstmal laut auflachen. Kleinganoven und Tunichtgute allesamt, aber ein Brandanschlag mit rechtsradikalem Hintergrund? Von denen? Egal. Mit welcher Wucht jedenfalls die Presse von heute auf morgen ins Mecklenburger Kleinkaff einfiel, inklusive Anfragen amerikanischer Zeitungen im Rathaus nach dem nächstgelegenen Flugplatz, und wie da verzweifelt eine so nicht vorhandene rechtsradikale Szene gesucht wurde ... ich weiß bis heute nicht, ob ich das komisch oder traurig finden sollte.

Erinnert alles so ein bischen an "Neues aus Stenkelfeld". Ein durchgeknallter Libanese hält in der Stormarner Pampa Polizei und Hilfskräfte in Atem. Die evakuieren dann in der Folge eine Gaststätte usw.

Oh man, wenns nicht so traurig wäre!
Blaulicht-Reporter
Hier sind zwei Fotos von der Aktion...Ist aber nicht viel von zu sehen...

Gruß Arne
storm
Waren auch rote Autos eingesetzt?
Blaulicht-Reporter
ja, die FF Tremsbüttel....... smile
storm
Das war bestimmt ein Nerven aufreibender Einsatz Augenzwinkern
Blaulicht-Reporter
Die Feuerwehr stand die ganze Zeit an der AS Tremsbüttel mit dem NEF und RTW und haben darauf gewartet das was passiert.

Gruß Arne