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Selmsdorf - Die Beschlussvorlage ist kurz und kühl formuliert: "Die Gemeindevertretung beschließt, dass die Ortsteil-Feuerwehr zum 31. Dezember 2007 aufgelöst wird. Mitglieder, Geräte und Ausrüstung werden in die Stützpunktfeuerwehr Selmsdorf integriert."
Ein Novum im Nordwestkreis. Meist holen sich Politiker im übertragenen Sinne "blutige Nasen", wenn sie mit einem solchen Vorschlag antreten. Die Bürger für Selmsdorf (BfS) mit Fraktionschef Karl-Heinz Dube an der Spitze hegten solche Bedenken nicht. Dass die Teschower Wehr überflüssig sei, belege allein dieser Umstand, sagen sie: Seit Jahren sei in Teschow so gut wie nie etwas passiert, was den Einsatz der Ortswehr erfordert hätte. Und bei größeren Bränden, Unfällen und Katastrophen werde ohnehin die Selmsdorfer Feuerwehr gerufen. Die verstärke sich im Bedarfsfall durch aus Dassow hinzugezogene Kräfte, nicht durch die aus Teschow
Ergo solle nun die Gemeinde Selmsdorf das Amt Schönberger Land beauftragen, die erforderlichen Schritte einzuleiten. Ziel: Der Status einer öffentlichen Freiwilligen Ortsfeuerwehr wird den Teschowern aberkannt.
Christian Seiler (CDU) erhob Protest: "Feuerwehren können sich laut Gesetz nur selbst auflösen, wir Gemeindevertreter haben dazu kein Recht." Außerdem, sekundierte Christian Albeck (SPD), "wäre ein solcher Beschluss für alle, die seit Jahren in Teschow gute Arbeiten leisten, ein Tritt in den Hintern." 28 Aktive und zehn Mitglieder der Jugendwehr sind betroffen. Auch Frank Brinker (SPD) machte sich für den Erhalt der Truppe stark. Durch die Zuordnung der Mitglieder und des Fahrzeugs nach Selmsdorf sei überhaupt nichts zu sparen, die Kosten blieben gleich.
Reiner Meirohnke (BfS) ist trotzdem für Zusammenlegung: "Nur weil zwei oder drei Leute einander nicht grün sind, müssen wir doch nicht gleich für jeden eine eigene Feuerwehr haben." Er spielte auf die seit Jahren schwelenden Animositäten zwischen den beiden Brandschützer-Truppen an. Auch sein Fraktionschef ist überzeugt, bei gutem Willen der Beteiligten lasse sich die Zusammenlegung schmerzlos bewerkstelligen.
Amtswehrführer Kurt Steinbrück versuchte, für die Selbstständigkeit der Teschower gut Wetter zu machen. Vergebens. Sechs zu fünf Stimmen gab es für die Auflösung. Jetzt lässt das Amt prüfen, ob der Beschluss überhaupt mit den Gesetzen vereinbar ist. mb
...und noch ein Bericht
hier
Quelle: ln-online/lokales vom 08.09.2007
Christoph
Hmm....schwierige Sache sowas.
Es gab ja schon mal vor ein paar Jahren ein wenig Theater in einer Wehr aus den neuen Bundesländern. Da hat die Gemeindevertretung glaub ich den Vorstand der Wehr aufgelöst und eine Pflichtfeuerwehr einberufen oder so ähnlich. Ging auch ziemlich dick durch die Medien und wurde oft falsch dargestellt und interpretiert.
Was mich an dieser Pressemitteilung schon stört...
Im Titel steht, die GV will die Wehr "abschaffen". Wenn man sich den Artikel aber zu Ende durchliest steht dort etwas von "Zusammenlegung" der Wehr mit der FF Selmsdorf und das sich zwei oder drei Leute "nicht grün" seien. Das bedeutet scheinbar, dass von Seiten der Politik die Wehr schon mal drauf angesprochen wurde.
Sicherlich ist es ein Schlag ins Gesicht, gerade für die älteren Kameraden. Und die Argumente mit dem Einsatzaufkommen finde ich auch total unangebracht.
Aber na ja...irgendwie scheint mir das alles sehr bedenklich. Klar würde es keinem schmecken, wenn seine Wehr in der er jahrelang tätig gewesen ist plötzlich mit einer anderen Wehr zusammengelegt werden soll. Aber wenn sich aus dieser Zusammenlegung keine Nachteile ergeben?
Wie sieht es denn mit den Hilfsfristen aus? Können die eingehalten werden?
Wie gesagt...schwieriges Thema gerade in der Presse wo alles immer sehr heiß zerredet wird.
Filter
@Christoph: Guckst du erstmal hier:
Malchow: Stadtvertreter lösen Freiwillige Feuerwehr auf
Rein rechtlich wird da mal wieder viel Staub aufgewirbelt. Was steht denn im mecklenburgischen Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz?
kurz zusammengefasst:
Die Gemeinden haben als Aufgaben des eigenen Wirkungskreises den abwehrenden Brandschutz und die Technische Hilfeleistung in ihrem Gebiet sicherzustellen. Sie haben dazu insbesondere eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige öffentliche Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten, zu unterhalten und einzusetzen.
Damit ist den Gemeinden aber auch die rechtliche Möglichkeit gegeben, die dereinst aufgestellte Feuerwehr wieder "einzustampfen" oder mit einer anderen Feuerwehr zusammenzulegen, sofern die Sicherstellung des Brandschutzes gewährleistet ist. Was das für die Kameraden der FF Teschow, für das Dorfleben usw. bedeutet, steht natürlich auf einem anderen Papier.
Filter
So, ich nochmal.
Da ich die Gegend ganz gut kenne, bleibt zunächst mal festzuhalten, dass Teschow zwar nicht am A... der Welt liegt, man ihn von dort aber auf jeden Fall schon riechen kann. Landschaftlich übrigens trotzdem sehr reizvoll. Ob die Einhaltung der Hilfsfristen von der nächsten Wehr in Selmsdorf gewährleistet ist, weiß ich nicht. Ist schon ein Stückchen zu fahren. Aber das sollte seitens der Gemeindevertretung, besser gesagt der zuständigen Verwaltung schon geprüft worden sein, bevor ein solcher Beschluss gefasst wird.
Viel ärgerlicher ist, dass hier letztendlich mal wieder das liebe Geld als Totschlagargument dient (die Lokalseite der Ostseezeitung vom letzten Freitag oder Samstag hat sich dahingehend geäußert). Dabei kann sich Selmsdorf (Teschow ist Ortsteil von Selmsdorf) alles andere als beschweren. Nicht nur, dass sie Lübeck gleich in den frühen 90ern ein sehr schnell sehr gut ausgelastetes Gewerbegebiet vor die Haustür gesetzt haben. Durchaus zum Ärger der Lübecker, aber das ist 'ne andere Geschichte. Auch die berüchtigte Mülldeponie Schönberg, die in Teschow öfter für den o. g. A...geruch sorgt, trägt ihren Namen zu Unrecht. Die Deponie liegt auf Selmsdorfer Gemeindegebiet und sorgt über die Gewerbesteuer für klingelnde Kassen bei der Gemeinde. Selmsdorf gilt jedenfalls als wohlhabende Gemeinde, nicht nur für Mecklenburger Verhältnisse. Gerade dann bei einer kleinen Ortswehr wie Teschow mit relativ geringen Unterhaltungskosten den Geldhebel anzusetzen, nun ja. Dass eine Ortswehr nicht nur für den Brandschutz da ist, sondern auch einen erheblichen Anteil am sogenannten Dorfgemeinschaftsleben hat, oftmals der "soziale Kleister" eines Dorfes ist, hat man hier mal wieder hinten angestellt.
Christoph
@Filter..genau das war das Ding was ich meinte.
Dort hat man Anfangs auch nur die Hälfte in der Presse erfahren, bis mal ein gescheiter Bericht im Feuerwehrmagazin gedruckt wurde.
Für mich scheint immernoch zuviel Wertung im Pressebericht. Gibt es vielleicht schon einen neueren aufschlußreicheren?
Christoph
Selmsdorf - Zwei Feuerwehrmänner stehen jubelnd auf ihrem roten Auto: "Wir sind mit Begeisterung dabei!" Zwei andere sitzen im Einsatzwagen. Überschrift: "Eine Feuerwehr wehrt sich!" 13 unterschiedliche Motive für Plakate und Flyer haben sich jene Selmsdorfer ausgedacht, die sich für den Erhalt der Ortswehr Teschow einsetzen. Die Gemeindevertretung hatte im September beschlossen, die 32 Mitglieder starke Truppe gegen deren Willen aufzulösen.
Dagegen erhob sich ein Proteststurm in Selmsdorf. 426 Einwohner unterschrieben Listen und erzwangen damit einen Bürgerentscheid, der am 20. Januar im Gemeindehaus über das Schicksal der Wehr endgültig befindet. Wenn er erfolgreich sein soll, müsste ein Viertel der 2067 wahlberechtigten Selmsdorfer für das Überleben der Wehr stimmen. Die Plakate sollen Unentschiedenen zum Urnengang motivieren.
Quelle LN vom 8.1.08 http://www.ln-online.de/lokales/2283363
neuling
Keine Kommune schafft die Feuerwehr ab, weil es ein paar Tage nicht gebrannt hat.
Eckart Werthebach (*1940), dt. Jurist, v. 1991 bis 1995 Präs. Bundesamt f.d. Verfassungsschutz
storm
Da wäre ich mir heutzutage nicht mehr so sicher...
Christoph
Es soll ja keine Feuerwehr abgeschafft sondern zusammengelegt werden.
Für den einen ist es vielleicht das selbe. Vor allem wahrscheinlich für die Teschower.
supermegarescuehero
@ Filter
Das hat´s bei Euch im Ort in den 1950er Jahren auch schon mal gegeben. Da wurde unter großem Widerstand der Kameraden die FF Schmalenbeck platt gemacht und mit Großhansdorf zusammengelegt.
War recht merkwürdig, da Schmalenbeck die Wehr aus dem größeren Ortsteil mit der besseren Ausstattung war.
Deshalb steht an Euerem Gerätehaus auch immer noch FF Großhansdorf-Schmalenbeck.
Christoph
| Zitat: |
Selmsdorf/Teschow - In einer Blitzaktion hat gestern Selmsdorfs Bürgermeister das Auto der Teschower Feuerwehr aus dem Gerätehaus geholt. Die Brandschützer sind stinksauer und entsetzt über die spontane Aktion.
So wirklich versteht Petra Knoop immer noch nicht, was sich gestern im Selmsdorfer Ortsteil Teschow abspielte. Die Chefin der Teschower Brandschutztruppe, die vor wenigen Tagen per Gemeindevertreterbeschluss aufgelöst wurde, sah nicht nur ihre letzte Hoffnung schwinden, den Stützpunkt zu erhalten, sondern auch die Chance, Selmsdorfs Bürgermeister Detlef Hitzigrat morgen Abend auf der Jahreshauptversammlung ihrer Wehr noch einmal zur Rede zu stellen.
Denn der rollte gestern um 15.05 Uhr mit dem Teschower Löschfahrzeug in Richtung Selmsdorf davon. Zuvor hatte er mit Hilfe von Selmsdorfs Wehrführer Daniel Zabel das Gerätehaus aufgebrochen und das Feuerwehrauto herausgeholt. Weil keiner der Betroffenen davon wusste, alarmierten Anwohner die entsetzten Hausherren. Doch die kamen zu spät.
Petra Knoop ist stinksauer über die Aktion. Denn erst am Vormittag hatte ihr Hitzigrat mitgeteilt, dass am Abend gegen 17 Uhr die Übergabe des Gerätehauses erfolgen solle. "Daraufhin habe ich ein Fax an das Amt geschickt und denen mitgeteilt, dass niemand von uns Zeit habe, jedenfalls nicht vor Freitag." Eine Antwort erhielt sie nicht.
Stattdessen am frühen Nachmittag die Mitteilung, dass der Bürgermeister samt Begleitung in Teschow unterwegs sei und das Haus aufbreche. Berechtigt dazu ist er. Schließlich ist die Feuerwehr Angelegenheit der Gemeinde und der Bürgermeister somit der Vorgesetzte der Truppe. Das versteht auch Petra Knoop. Womit sie allerdings erhebliche Probleme hat, ist die Art und Weise, wie diese "Übergabe" erfolgt ist. "Warum war diese überstürzte Aktion überhaupt notwendig?" Die zwei Tage hätte der Bürgermeister auch noch warten können, meint sie.
Denn für morgen Abend ist die letzte Jahreshauptversammlung angesetzt. Grund zum Feiern gibt es zwar nicht. Aber wenigstens wollen die Brandschützer auf das vergangene Jahr zurückblicken. "Auch das Fahrzeug hätten wir dann übergeben", sagt Petra Knoop. Wenn auch nicht ganz freiwillig, aber sie hätten es getan. Schließlich hatte Landrat Erhard Bräunig vergangene Woche die Schließung der Wehr amtlich bestätigt.
Doch dieses Spießrutenlaufen möchte sich Detlef Hitzigrat ersparen. "Ich will am Freitag kein Politikum daraus machen", sagt er. Und überhaupt: Wozu müsse eine Feuerwehr eine Versammlung abhalten, die es gar nicht mehr gebe? Dass er die Schlösser des Gerätehauses habe aufbrechen lassen, sei zwar nicht sonderlich schön, aber unvermeidbar gewesen. "Ich habe mehrfach versucht, Frau Knoop zu erreichen. Sie ging aber nicht ans Telefon", beteuert er. So sei ihm nichts anderes übrig geblieben.
Die Teschower Feuerwehrleute können nun nicht mehr in ihr Gerätehaus, weil die Schlösser ausgetauscht worden sind. Ihre Versammlung, so Petra Knoop, werde aber auf jeden Fall stattfinden. "Bei gutem Wetter zur Not auch unter freiem Himmel." Doch soweit wird es wohl nicht kommen. Zwei Angebote für Ausweichmöglichkeiten habe sie bereits erhalten.
Aber am liebsten wäre es den Feuerwehrleuten, wenn sie noch einmal in ihr Haus könnten, das sie immerhin mit viel Eigenarbeit aufgebaut haben. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Hitzigrat: "Eigentlich haben private Sachen in einem Gerätehaus nichts zu suchen. Wenn aber doch noch etwas dort sein sollte, können wir uns gern treffen und zusammen hineingehen." Nur morgen Abend wird er das definitiv nicht tun.
Von Michael Prochnow, LN |
Quelle:
LN-Online
sdf02
Ob das das Verhalten ist, welches man sich von (s)einem Bürgermeister wünscht wage ich doch mal stark zu bezweifeln. Frei nach dem Motto "Dann nehm ich dir dein Spielzeug eben weg! Ich Bürgermeister, ich darf das!"
Ehrenamtliche Arbeit so mit den Füßen zu treten, find ich, ist schon ein starkes Stück. Wie Eingangs schon erwähnt wurde, Feuerwehrarbeit ist sehr viel weitreichender als es auf den ersten Blick scheint. Je nach Motivation kann da ganz schön viel Geimeindearbeit hinterstecken. Da fallen mir Stichworte wie Dorffeste, Müllsammelaktionen, Jungbäume in heißen Sommern gießen und so weiter ein.
Zur JF. Ob die "Ersatzjugendarbeit", die ja dann bezahlt werden soll, den gleichen Anklang finden wird? Ich denke nicht. Ich weiß ja nicht, warum ihr mal zur Feuerwehr gegangen seid, aber für mich hat die Sache mit den Roten Autos und so weiter schon ganz gut dazu beigetragen.
Solche Unterstützer der Jugenarbeit sind echt klasse (Achtung Ironie!) Vielleicht merken sich das ja einige zukünftige Teschower Erstwähler.
HGW Schmidt
@ Stephan: Du sprichst mir aus der Seele !!
Blaulicht-Reporter
Teschow - Der Schock nach der Blitzaktion von Selmsdorfs Bürgermeister sitzt nach wie vor tief bei der Teschower Feuerwehr. Detlef Hitzigrat hatte am Mittwoch, wie berichtet, die Tür zum Gerätehaus in Teschow aufbrechen lassen, dann die Rolltür verbarrikadiert und das Löschfahrzeug nach Selmsdorf gefahren. Von skandalösen Machenschaften, Diebstahl und Hausfriedensbruch reden die Brandschützer.
Kreistagspräsident Ulrich Born (CDU) nennt Detlef Hitzigrat einen "durchgeknallten Bürgermeister". Für Karl-Heinz Kniep, Fraktionsvorsitzender der CDU in Selmsdorf, ist die Blitzaktion ein "Eigentor". "Er tritt alles mit Füßen, was die Feuerwehr Teschow aufgebaut hat." Scharfe Kritik übt auch SPD-Fraktionschef Christian Albeck: "Mir kommt es vor, als wenn wir in der Gemeinde immer mehr in eine Diktatur abrutschen. Ich halte es für kriminell, was da abgelaufen ist." Christian Seiler von der CDU fordert sogar den Rücktritt von Detlef Hitzigrat. Gadebuschs Amtswehrführer Ralf Siewert warnt derweil vor Nachahmung. "Wenn sich bei uns ein Bürgermeister wie ein kleiner König aufführen sollte, würden etliche Brandschützer ihren Anzug an den Nagel hängen."
Petra Knoop war am Freitagabend den Tränen nahe, als sie im alten Feuerwehrgerätehaus auf 2007 zurückblickte. "Es war das traurigste Jahr in unserer 59-jährigen Feuerwehrgeschichte", sagte die ehemalige Wehrführerin. Mit gesundem Menschenverstand sei die Auflösung der Wehr nicht nachzuvollziehen. Sie könne auch Daniel Zabel nicht verstehen, der die Tür zum Gerätehaus mit Spezialwerkzeug öffnete. "Ich habe das natürlich nicht gern getan. Aber es war eine Dienstanweisung des Bürgermeisters", verteidigte er sich.
Landrat Erhard Bräunig (SPD) sagte am Freitag, er habe am 27. Februar in einem Gespräch mit Detlef Hitzigrat erneut die Bildung einer Löschgruppe in Teschow angeregt. Doch weder der Bürgermeister noch Selmsdorfs Wehrführer würden dafür eine Möglichkeit sehen. Trotz des tiefen Risses, der zwischen den Feuerwehrleuten aus Selmsdorf und Teschow klafft, forderte Bräunig die Teschower Brandschützer auf, "gerade jetzt die Uniform anzubehalten" und nach Selmsdorf zu gehen. Dafür erntete er bitteres Gelächter. "Wollen Sie jemandem vertrauen, der hier Häuser aufbricht", fragte Matthias Asmuß. "In Selmsdorf sind wir das fünfte Rad am Wagen und stehen bei Einsätzen hinten an", ist ein anderer Einwohner sicher.
Born verurteilte das Handeln Hitzigrats: "Was sich hier abgespielt hat, ist für mich ein Stück aus dem Tollhaus und Arroganz der Macht." Der Kreistagspräsident machte den Teschowern Mut: "Wenn Sie einen zweiten Bürgerentscheid für die Feuerwehr organisieren wollen, haben Sie meine volle Unterstützung." Bei Bräunig stießen diese Worte auf Unverständnis: "Das ist unverantwortlich, was Sie hier machen. Ein Bürgerentscheid ist laut Kommunalverfassung nämlich erst wieder in zwei Jahren möglich."
Wilhelm Gratopp vom Vorstand des Kreisfeuerwehrverbands sprach davon, dass es Lösungen gebe. Zwar existiere die Freiwillige Feuerwehr Teschow vorerst nicht mehr: "Wir finden aber eine Möglichkeit. Wir arbeiten daran." Ein Weg sei beispielsweise die Gründung eines Feuerwehrvereins, einer Betriebsfeuerwehr oder der Anschluss an eine andere Gemeinde.
Damit die Feuerwehrleute weiterhin zusammenbleiben, haben sie den "Traditionsverein Teschow und Umgebung" gegründet. "Ziel dieses Vereins ist erst einmal", so erklärt Petra Knoop, "dass wir nicht alle auseinanderlaufen."
Von Steffen Oldörp, LN
QUELLE:
http://www.ln-online.de/lokales/2314915
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| Zitat: |
Original von supermegarescuehero
@ Filter
Das hat´s bei Euch im Ort in den 1950er Jahren auch schon mal gegeben. Da wurde unter großem Widerstand der Kameraden die FF Schmalenbeck platt gemacht und mit Großhansdorf zusammengelegt.
War recht merkwürdig, da Schmalenbeck die Wehr aus dem größeren Ortsteil mit der besseren Ausstattung war.
Deshalb steht an Euerem Gerätehaus auch immer noch FF Großhansdorf-Schmalenbeck. |
Ah was?
Ist räumlich trotzdem 'ne andere Geschichte gewesen, als jetzt die der Teschower Wehr.
Als ich mir letztens mal die alten Flurkarten zu Gemüte führte, musste ich übrigens erstaunt feststellen, dass in der Großhansdorfer Wehr von derzeit 43 aktiven Einsatzabteilern noch ganze 6 in Schmalenbeck wohnen! Zumindest nach der Bezeichnung der Gemarkung und die ist nunmal identisch mit dem Gemeindegebiet zu jener Zeit, also anno dunnemal. Die Bebauung, die zum Großteil erst nach dem Zusammenschluss beider Ortsteile erfolgte, hielt sich natürlich nicht mehr an solche ehemaligen Flurgrenzen, aber so manches, was "offenkundig" zu Großhansdorf gehört, liegt auf Schmalenbecker Flur und umgekehrt. So erklärt sich z.B. warum eine heute optisch zusammenhängende Straße wie der Jäckbornsweg mittendrin plötzlich Pinnberg heißt. Beide Mühlenteiche gehören übrigens recht eigentlich zu Schmalenbeck. Dafür gehört u.a. der Fahrenberg nach Großhansdorf, was die "Schmalenbecker Kameraden" gleich mal um 6 Leute dezimierte. Dass der "tiefe Schmalenbecker Westen" in der Ahrensfelder Gemarkung liegt, hier haben sich irgendwann mal die Gemeindegrenzen verschoben, aber die Flurbezeichnungen bleiben halt, sei nur nebenbei bemerkt
Aber das nur nebenbei, weil ab vom Thema.
supermegarescuehero
Joh, die Grenzen sind da schon merkwürdig, das hat man früher auch daran gesehen, wer in welche Grundschule kam.
Es muß bei Euch im Gerätehauskeller noch kistenweise Chroniken anläßlich des 100 jährigen Bestehen der Wehr in 1996 geben. Da steht viel wissenswertes drin, über die Geschichte der Gemeinde und auch über die zwangsweise Zusammenlegung der Wehren in 1957.
Um das eigentliche Thema wenigstens nochmal gestriffen zu haben, so eine profilneurotische Kasper*****, wie das der Bürgermeister einbricht und Autos klaut, auch wenn er formaljuristisch sicher das Recht dazu hat, gab es damals natürlich nicht.
Die Wähler werden es ihm hoffentlich bei der nächsten Bürgermeisterwahl danken.
Ich erinnere mich aber daran, Bilder gesehen zu haben, auf denen die Schmalenbecker Kameraden einen Sarg durch die Landschaft tragen.
F98
Hier ein TV-Bericht vom 06.03.2008 im
NDR
| Zitat: |
Ein Bürgermeister außer Rand und Band.
Quelle:Extra 3
Länge: 02:24 Minuten |
Blaulicht-Reporter
also der bericht ist irgendwie voll zum kotzen. das ist ein ernstes thema und die machen da einen "lustigen" bericht drauß. find ich nicht gut....
Slartibartfass
Ja das ist wohl so in Satire-Sendungen. Da darf man keine "ernsthaften" Beiträge erwarten.