Stärkung des Ehrenamts

supra
Zitat:
Stärkung des Ehrenamts und des Stiftungswesens:
Der Bundesrat hat den Weg zur Stärkung ehrenamtlicher Tätigkeiten frei gemacht und das Gesetz "Hilfen für Helfer" beschlossen. Danach wird der sogenannte Übungsleiterfreibetrag von 1848 Euro auf 2100 Euro im Jahr steigen. Ferner wird ein allgemeiner steuerlicher Freibetrag in Höhe von jährlich 500 Euro für alle Personen eingeführt, die ehrenamtlich in Vereinen Verantwortung übernehmen. Die ihnen dafür gewährte Aufwandsentschädigung soll bis zu einer Höhe von 500 Euro steuerfrei sein, ohne dass dafür Einzelnachweise vorgelegt werden müssen.

Die Höchstgrenzen für den steuerlichen Abzug von Spenden von bisher fünf beziehungsweise zehn Prozent der Gesamteinkünfte werden auf einheitlich 20 Prozent angehoben. Zudem soll der Höchstbetrag für die Ausstattung von Stiftungen mit Kapital von 307.000 Euro auf eine Million Euro erhöht werden. Auch wird die Besteuerungsgrenze für wirtschaftliche Betätigungen gemeinnütziger Körperschaften und die sogenannte Zweckbetriebsgrenze bei sportlichen Veranstaltungen von 30.878 Euro auf 35.000 Euro Einnahmen im Jahr heraufgesetzt. Das Gesetz soll rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten.
Quelle: www.tagesschau.de


Was bedeutet das nun für uns alle?
Hat da jemand Ahnung? Augenzwinkern
Gibt es nur Geld für Wehrführer?

El ABI
skneo
Das bedeutet nichts für uns.

Aber unsere "ehrenamtlichen" Politiker können sich nun Ihre Sitzungsgelder steuerfrei einsacken!!
Filter
Zitat:
Original von skneo
Das bedeutet nichts für uns.

Aber unsere "ehrenamtlichen" Politiker können sich nun Ihre Sitzungsgelder steuerfrei einsacken!!


Schreibt das die BILD??

Das Gesetz bedeutet u.a., das für denjenigen, der für sein Ehrenamt eine zu versteuernde Aufwandsentschädigung bekommt, rückwirkend ab dem 01.01.2007 500 Euro steuerfrei sind. Bei der FF trifft das i.d.R. den Wehrführer, den Stellfix und den Gerätewart. Für den Rest der FF-Kameraden gilt, wer keine zu versteuernde Aufwandsentschädigung für seinen Einsatz bei der FF bekommt, zahlt dafür auch keine Steuern und kann dementsprechend in der Steuererklärung auch nichts absetzen bzw. einen Freibetrag geltend machen.
Cola Trinker
Zitat:
Original von Filter
Zitat:
Original von skneo
Das bedeutet nichts für uns.

Aber unsere "ehrenamtlichen" Politiker können sich nun Ihre Sitzungsgelder steuerfrei einsacken!!


Schreibt das die BILD??



Nein das schreibe ich, oder hast Du was von BILD gelesen (Siehe auch meine Sig.)?

Kurz gesagt bestätigst Du ja was ich schreibe: Der gemeine Feuerwehrmann, Sanitäter, THWler, Dorffestoriganisator etc. hat nichts davon, da er seine Aufwendungen nicht entschädigt bekommt! Aber Gott sei Dank bekommt ja jeder Stadtverordnete, jedes Ausschußmitglied und jedes "ehrenamtliche" Kreistagsmitglied "Aufwandsentschädigungen" die nun steuerfrei bis 500 Euro sind: Ein Schelm wer Böses dabei denkt Zunge raus

Eine Förderung des echten Ehrenamtes findet immer noch nicht statt!
Filter
Sorry, klang so typisch nach Bild.

Also, ich hab mich dann mal durchs Gesetz gekämpft, was gar nicht so einfach war, denn es handelt sich letztendlich mal wieder um ein Gesetz zur Änderung anderer Gesetze und wenn man begreifen will, was nun eigentlich gemeint ist, hat man plötzlich noch acht (!) weitere Gesetze und Verordnungen vor sich liegen: Einkommenssteuergesetz, Einkommenssteuer-Durchführungsverordnung, Körperschaftssteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, Abgabenordnung, Einführungsgesetz zur Abgabenordnung, Umsatzsteuergesetz, Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz. Deutschland, deine Gesetze. Herrlich!

Richtig ist und bleibt, der „Feld-, Wald- und Wiesenfeuerwehrmann“ hat von dem Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements – kurz „Hilfen für Helfer“ nicht so recht was – eigentlich gar nichts. Es geht zwar u.a. um die Steuerermäßigung bei freiwilligen unentgeltlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten und die Tätigkeit des Feuerwehrmannes an sich ist ja eine solche. Trotzdem muss er eine Aufwandsentschädigung (zählt nicht als Entgelt) bekommen, damit er was hat von dem neuen Gesetz. Und die bekommt eben nur, wie schon geschrieben, Wehrführer, Stellfix und Gerätewart. Die sparen fortan aber auch keine 500 Euro im Jahr, sondern nur die Einkommenssteuer, die dafür fällig wäre und auch das nur indirekt. Trotzdem muss man wohl mit etwas bitterem Unterton zusammenfassen: wer bisher nichts für sein Ehrenamt bekam, bekommt jetzt immer noch nix. Wer schon was bekam, nämlich die Aufwandsentschädigung, bekommt jetzt eben noch ein bischen mehr, nämlich das Steuerersparnis.

Wo ich widersprechen muss, ist die Sache mit dem „ehrenamtlichen Politiker“. Der hat von dem Gesetz tatsächlich auch nicht so recht was, jedenfalls nicht, solange es sich lediglich um seine ehrenamtliche Tätigkeit als gewählter Politiker auf kommunaler oder Kreisebene handelt. Durch das Gesetz soll zwar das Ehrenamt gestärkt werden, aber nicht irgend jedes. Es geht laut geändertem Einkommenssteuergesetz um die freiwilligen unentgeltlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten zur Förderung mildtätiger Zwecke. Die ebenfalls geänderte Abgabenordnung lässt sich dazu etwas umfassender aus und erläutert in 25 Punkten die „gemeinnützige Förderung der Allgemeinheit“. Darunter fällt dann u.a. die Rettung aus Lebensgefahr, der Feuer-, Arbeits-, Katastrophen- und Zivilschutz, aber auch der Sport, das Wohlfahrtswesen, das Gesundheitswesen etc. Von gewählten Gemeindevertretern oder Kreistagsabgeordneten – kurz ehrenamtlichen Politikern – steht da ausnahmsweise nichts. Ganz, ganz ehrlich!
Shorty
Mal ganz ehrlich,
worüber regt ihr euch eigentlich auf?????
Denkt doch mal über "Ehrenamt" nach... Wenn wir Geld kriegen
würden, hätte das ja nicht mehr viel mit Ehre oder freiwillig zu tun!
Ich finde es in Ordnung, das der WF eine Vergütung bekommt. Der
ist ja schließlich auch als Ausbilder tätig. Aber wir als normale
Mitglieder sollten uns manchmal etwas bewusster machen,
warum wir eigentlich in der FF sind. Um Menschen zu helfen, oder
um Geld zu kassieren???????????????

Wie kommt ihr eigentlich auf die Ideem Feuerwehrmitglieder mit
Politikern zu vergleichen???

Leider nicht
MOK
Zitat:
Original von Shorty
Mal ganz ehrlich,
worüber regt ihr euch eigentlich auf?????
Denkt doch mal über "Ehrenamt" nach... Wenn wir Geld kriegen
würden, hätte das ja nicht mehr viel mit Ehre oder freiwillig zu tun!
Ich finde es in Ordnung, das der WF eine Vergütung bekommt. Der
ist ja schließlich auch als Ausbilder tätig. Aber wir als normale
Mitglieder sollten uns manchmal etwas bewusster machen,
warum wir eigentlich in der FF sind. Um Menschen zu helfen, oder
um Geld zu kassieren???????????????

Wie kommt ihr eigentlich auf die Ideem Feuerwehrmitglieder mit
Politikern zu vergleichen???

Leider nicht


Du redest mir aus der Seele, DANKE! Danke
Shorty
Dafür nicht.
Mich regt es nur tierisch auf, wenn jemand, der freiwillig in eine Organisation
eingetreten ist, auf einmal anfängt, auf Vergütungen zu hoffen.
Wo kommen wir denn hin, wenn keiner mehr freiwillig hilft??
Dann haben wir wahrscheinlich bald alle einen Block in der Tasche, wie
die Politessen, und schreiben dann Rechnungen für alles, was wir tun.
Cola Trinker
Zitat:
Original von Shorty

Wie kommt ihr eigentlich auf die Ideem Feuerwehrmitglieder mit
Politikern zu vergleichen???

Leider nicht


Beide sind ehrenamtlich (bis Kreisebene) tätig und es geht bei dem Gesetz um die Förderung des Ehrenamtes (Sinngemäß)

Außerdem haben bei uns mal Politiker diesen Vergleich gezogen, insbesondere im Bezug auf die "Aufwandsentschädigungen" (Welcher Aufwand entsteht überhaupt beim Absitzen in den Ausschüssen?). Diese wurden als Schmerzensgeld für die Politiker tituliert, weil man ja im Gegensatz zu Feuerwehrleuten immer so schlecht in Presse und öffentlicher Meinung dastehe.

Ich bleibe dabei, Ehrenamt heisst kein Geld dafür zu bekommen - egal wie man das Kind auch nennt.

Zitat:
Ich finde es in Ordnung, das der WF eine Vergütung bekommt. Der ist ja schließlich auch als Ausbilder tätig.


Was hat das Eine denn mit dem Anderen zu tun? Die Entschädigung ist für Telefonate, Fahrtkosten, Porto etc, die er Privat bezahlt hat und nicht Lohn für Ausbildung! Und diese realen Kosten kann man nachweisen und abrechnen. Pauschalen sind natürlich einfacher, haben bei mir aber immer einen faden Beigeschmack.
Cola Trinker
Zitat:
Original von Shorty
Dafür nicht.
Mich regt es nur tierisch auf, wenn jemand, der freiwillig in eine Organisation
eingetreten ist, auf einmal anfängt, auf Vergütungen zu hoffen.
Wo kommen wir denn hin, wenn keiner mehr freiwillig hilft??
Dann haben wir wahrscheinlich bald alle einen Block in der Tasche, wie
die Politessen, und schreiben dann Rechnungen für alles, was wir tun.


Ich glaube Du hast nichts in diesem Thread verstanden und erst Recht nicht worum es in dem Gesetz geht.

Niemand hier will eine Entlohnung für das was er tut. Es geht hier nur um die meiner Meinung nach Scheinheiligkeit dieser Förderung, da Sie nur die belohnt die eben gerade nicht unentgeldlich arbeiten. Lies Dir das nochmal alles durch und denk drüber nach Augenzwinkern
Shorty
Du hast ja recht, wenn du sagst, Ehrenamt ist Ehrenamt. Und ich bin
genauso der Meinung, dass jemand, der sich drei Stunden im Monat
uneffektif den Hintern breit sitzt, und sagt, er tut dieses "ehrenamtlich", kein
Anrecht auf irgendwelche Gelder hat.

Was mich einfach ärgert ist der Kommentar von Supra, der fragt, ob das jetzt
"nur" für den Wehrführer gilt. Das ist vielleicht anders gemeint, als es klingt. Bei mir kam es so an, als würde er fragen, ob auch er als "normales" Mitglied eine Aufwandsentschädigung bekommt.

Es geht ja nur darum, dass, wie du es auch gesagt hast, Porto, Anfahrtskosten,
Telefongebühren, etc. zurückerstattet werden.
Und nicht um eine Bezahlung des Ehrenamtes.

Wir sind da schon einer Meinung, wir haben uns wohl nur beide Missverstanden.
Filter
Ich reg mich nicht auf. Bin schließlich auch dabei und will kein Geld dafür haben. Das Wehrführer, Stellfix und Gerätewart eine Aufwandsentschädigung bekommen, geht für mich auch in Ordnung. Steckt schließlich ne Menge Zeit, Arbeit und Verantwortung drin und angesichts der Höhe der Aufwandsentschädigung bin zumindest ich bislang nicht neidisch geworden. Prinzipiell ist das Ansinnen des „Hilfe für Helfer“-Gesetzes auch nicht verkehrt. Nur eines wird es mit Sicherheit nicht bezwecken, nämlich das bürgerliche Engagement beim Ehrenamt zu stärken. Allein wegen der Aufwandsentschädigung hat wohl noch keiner Wehrführer werden wollen. Daran wird sich auch durch die jetzige Möglichkeit der Steuerersparnis nichts ändern. Stichwort Tropfen auf den heißen Stein.

Was mich dann doch etwas aufgeregt hat, ist die Polemik gegen die ehrenamtlichen Politiker. Ich hab mit denen beruflich zu tun und denk mir auf den Sitzungen oft genug meinen Teil. Dennoch sitzen die am unteren Ende der Fahnenstange und müssen trotzdem stets auch dafür den Kopf hinhalten, was auf Landes- und Bundesebene weitaus medienwirksamer versaubeutelt wird – oder von den Medien auch nur so dargestellt wird, ohne jetzt konkret die BILD mit ihrer Meinungsmache zu nennen. Dann sinds wieder „die Politiker“. Nee, sind auch nur Menschen, bezüglich der Gemeindevertreter Nachbarn noch dazu. Parteigeplänkel hin oder her, letztendlich müssen sie Entscheidungen treffen, die ihre eigene Gemeinde und damit auch unmittelbar sie selbst betreffen. Die überlegen allein deshalb schon dreimal und diskutieren alles bis zum letzten durch. Glaubt mir, ich bin leidgeprüfter Protokollführer in den Gemeindevertretersitzungen und hab öfter Mühe, mein Protokoll neutral und in den Sitzungen die Klappe zu halten. Aber ich kenne dadurch zum Beispiel in Sachen Feuerwehr alle drei Seiten – Feuerwehr, Verwaltung, Gemeindevertretung. Man macht es sich zu einfach, wenn man immer den Gärtner als Mörder hinstellt. Ich kenne zudem die Höhe der Aufwandsentschädigungen. Die sind bestimmt kein Grund, Gemeindevertreter werden zu wollen!

Und vergesst nicht, wir wählen die Gemeindevertreter bei der Kommunalwahl. Einen größeren und direkteren Einfluss auf die Politik im eigenen Umfeld, sprich auf die Entwicklung der Gemeinde, in der man lebt, hat man bei keiner anderen Wahl.
Cola Trinker
@ Filter

Ohne mit Dir über Politiker streiten zu wollen, habe ich in bei uns eher gegenteilige Erfahrungen gemacht. Hier bei uns geht es oft eher um Recht haben als um das Wohl der Gemeinde und es gibt bei uns auch durchaus Politiker, die durch Ihre Tätigkeiten den Abtrag Ihres Hauses finanzieren. So wenig ist das also nicht! Man kann zwar nicht davon leben, aber ein schönes Zubrot ist es dennoch.

Lass es uns damit beenden.
supra
Zitat:
Original von Shorty

Was mich einfach ärgert ist der Kommentar von Supra, der fragt, ob das jetzt
"nur" für den Wehrführer gilt. Das ist vielleicht anders gemeint, als es klingt. Bei mir kam es so an, als würde er fragen, ob auch er als "normales" Mitglied eine Aufwandsentschädigung bekommt.

Es geht ja nur darum, dass, wie du es auch gesagt hast, Porto, Anfahrtskosten,
Telefongebühren, etc. zurückerstattet werden.
Und nicht um eine Bezahlung des Ehrenamtes.

Wir sind da schon einer Meinung, wir haben uns wohl nur beide Missverstanden.

Was ist eigentlich das Problem???
Sag mal Shorty, von welcher F.F. bist du? Wieviele Einsätze habt Ihr? Es hört sich irgendwie so an, als wenn es verdammt wenig bei euch zu tun gibt!
Wir (F50) sind zZ. bei Einsatznummer 102 angekommen. Ist das noch Ehrenamt? Freiwillig schon, nur WIEVIEL Zeit wird für den Bürger (der meistens nichts freiwillig tut) pro Kamerad bereitgestellt?
Ich seh das schon lange nicht mehr als nur freiwillig an.
Wenn ich in meinem Beruf (RD) Menschen helfe, dann ist das okey und kann, wenn auch nicht gebührend, bezahlt werden.
Ich rede ja nicht von Gehältern oder gewaltigen Auswandentschädigungen, sondern stellt sich mir die Frage, warum kann der Staat, für den soviele Menschen kostenfrei arbeiten (Menschen helfen) nicht auf eine oder andere Art "entlohnt" werden.
Zuschlag zur Rente?... keine Ahnung... irgendwas?
Oder vielleicht mäkeln ja nur Leute von uns, die kein weiteres Geld nötig haben?!
Mein Standpunkt bleibt: egal wer sich ehrenamtlich betätigt, egal WF oder normaler FM od. FF oder Pflasterkleber, sollte angemessen "entlohnt" werden. Oder gibt es jetzt schon im Ehrenamt Unterschiede?
el ABI
Slartibartfass
@Filter
Danke!

@Cola Trinker
Ich weiß ja nicht, was in eurer Gemeinde für Sitzungsgelder gezahlt werden, aber bei uns kommst Du damit nicht auf einen grünen Zweig.

@Alle
Vielleicht sollte man dazu mal einen Thread aufmachen. Das Thema ist ja schon eine Diskussion wert.

Sollten FF'ler für ihre Tätigkeit 'entlohnt' werden oder nicht?

Es gibt sicherlich verschiedene Möglichkeiten einer Feuerwehr die Anerkennung der Gemeinde zu zeigen.

Und jetzt mal ehrlich, ich hätte nichts dagegen, für meine geleisteten Dienststunden eine klitzekleine finanzielle Anerkennung zu bekommen. Und wenn es nur soviel ist, meinen jährlichen Mitgliedsbeitrag zu decken und meine Familie 1- oder 2-mal im Jahr zum Essen einzuladen.

Das würde keine 'Bezahlung' unserer Dienste darstellen, denn dafür wäre es immernoch viel zu wenig, und somit wäre unsere "Ehre" und"Freiwilligkeit" immer noch gewahrt.
Shorty
@ supra.
Wir fahren ca. 40 Einsätze im Jahr. Ich denke, das reicht auch aus, um genug zu tun zu haben.

Nur habe ich eine Frage an dich... Warum bist du noch in der FF??? Wenn du sagst, es ist schon lange nicht mehr freiwillig? Es kommt so an, als wärst du nur dabei, weil man das eben so macht und auch nicht austritt. Wenn man einmal drin ist, ist man drin.

Natürlich gibt es den Leitspruch "Ein- und Austritt sind freiwillig, was dazwischen liegt, ist Pflicht", aber wir sollten alle nicht den grund aus den Augen verlieren, warum wir damals eingetreten sind.

Also ich bin vor 5 Jahren in die FF eingetreten aus dem Grund, Menschen helfen zu wollen. Und Hilfe ist meiner Meinung nach grundsätzlich unentgeltlich. Natürlich habe auch ich Tage an denen ich denke "wofür mache ich das eigentlich alles???", aber spätestens, wenn man das nächste Mal ein ehrliches Danke von jemandem hört, weiß ich es wieder.

Ich gebe dir vollkommen recht, es gibt viel zu wenig Menschen, die ein Ehrenamt betreiben. dadurch bleibt eine gewaltige Last auf unseren Schultern hängen.


Grundsätzlich gibt es bei der Frage "Aufwandsentschädigung ja oder nein" keine richtige Antwort. Du hast deine Meinung und ich meine. Und ich denke, das ist auch richtig so.


Das gefährliche an der ganzen Sacht ist ja auch einfach der Misbrauch! Schließlich gibt es leider auch Kameraden, die das Ehrenamt nutzen um z.B. nicht zur Arbeit gehen zu müssen. Und ich finde, zunächst muss man da ansetzen, bevor man sich über eine staatl. Förderung streitet.
Filter
@ supra:

Um mal ein Zitat vom französischen Sonnenkönig abzuwandeln: l'État l'est nous! Wir löschen nicht für irgendeinen imaginären Staat, nicht für die Politik die Feuer und leisten technische Hilfe. Wir sind der Staat! Es waren die Bürger selbst, die im ausgehenden 19. Jahrhundert die freiwilligen Feuerwehren gründeten, als gegenseitige Hilfe und aus schlichter Notwendigkeit heraus, denn jeder konnte vom Feuer betroffen sein. Das gilt auch heute noch und in dieser Tradition stehen wir als Freiwillige Feuerwehr. Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr! Wenn du fragst, wie viel Zeit für den Bürger pro Kamerad bereitgestellt wird, dann vergiss nicht, dass auch jeder Kamerad ein Bürger ist. Und wenn du nach der Entlohnung fragst, dann mag sich das jetzt sarkastisch anhören, aber deine Entlohnung ist die Rettung bei deinem hoffentlich nicht passierenden Autounfall oder das Löschen deiner hoffentlich nicht brennenden Wohnung.

Ich sehe angesichts der Einsatzzahlen einiger Wehren (auch die 71 hat dieses Jahr die 100 ungewöhnlich früh erreicht und die Herbststürme kommen erst noch) allerdings auch die Frage aufgeworfen, ob dies durch eine Freiwillige Feuerwehr zukünftig noch in derzeitiger, sprich ausschließlich in ehrenamtlicher Form geleistet werden kann, oder ob nicht andere Strukturen her müssen. Strukturen, die den steigenden Arbeits-, Zeit- und Ausbildungsaufwand des einzelnen Feuerwehrmannes berücksichtigen. Unwetter mit Einsätzen im Dutzend waren früher z.B. die Ausnahme und sind inzwischen die Regel. Der Klimawandel lässt grüßen. Strukturen, die sich der wandelnden Gesellschaft anpassen. Die berücksichtigen, dass etwa in den Schlafvororten Hamburgs tagsüber kaum noch die Fahrzeuge voll zu besetzen sind, dass die Zahl derer, die sich am örtlichen Gemeinschaftsleben und somit auch an der FF beteiligen, immer weiter sinkt und dafür die Zahl derer steigt, die sich einfach darauf verlassen und es für selbstverständlich nehmen, dass im Notfall die Feuerwehr kommt, ohne zu hinterfragen, wer das eigentlich ist, die Feuerwehr? Die, die sich über laute Sirenen und Martinshörner beschweren, aber die Feuerwehr statt den Schlüsseldienst rufen, wenn sie sich ausgeschlossen haben. Kurz, wie viel kann dem Ehrenamt zugemutet werden? Was kann das Ehrenamt leisten? Wann müssen – sorry – die Profis ran? Als Alternativen zur Freiwilligen Feuerwehr gäbe es nun mal nur die Berufsfeuerwehr. Nur mal so das Gedankenspielchen einer Radikallösung, ohne eine Diskussion vom Zaun brechen zu wollen: Bereich Feuerwehr komplett in die Trägerschaft des Kreises Stormarn mit finanzieller Umlage auf die Städte, Gemeinden und Ämter; 3 Berufsfeuerwehren mit den Bereichen Nord, Mitte und Süd mit Stützpunkten in den Ballungszentren; zusätzlich Freiwillige Feuerwehren in den ländlichen Räumen, um auch dort die Hilfsleistungsfristen zu gewähren.
Slartibartfass
Selbst die Feuerwehr Hamburg hat mehr FF'ler als BF'ler. Das könnte vielleicht auch damit zusammenhängen, das besondere Einsatzlagen halt doch ein höheren Personalbedarf haben als man wirtschaftlich mit 'nur' BF bereithalten kann.

Die Feuerwehr Hamburg hat einen jährlichen Haushalt von 166 Millionen Euro bei 1,754 Millionen Einwohnern. Wenn man das im Dreisatz auf unsere Gemeinde umlegen würde, würde unsere Gemeinde ca. 760.000 Euro im Jahr für den Brandschutz ausgeben. Ich glaube da sind wir als FF deutlich günstiger, auch wenn wir natürlich nicht die selbe Qualität liefern wie die BF.

Hinzu kommt, dass wahrscheinlich im Kreis auch noch ein Verteilungsschlüssel gefunden werden würde, welcher die "reichen" Gemeinde mehr belastet als die "armen" (ich sag nur Kreisumlage und Sonderkreisumlage).

Ich denke wir haben schon in Deutschland ein sehr gutes System mit Freiwilligen und Berufsfeuerwehren.

@die BF'ler unter uns (die ja auch meistens noch FF'ler sind)
Ich stimme Euch sofort zu das die FF die BF nicht ersetzen kann und das die Personalstärke in Hamburg bei der BF zu niedrig ist.
Aber grundsätzlich finde ich das System in Hamburg genau richtig. Eine starke, hochqualifizierte Berufsfeuerwehr mit einer Freiwilligen Feuerwehr zur Unterstützung in besonderen Einsatzsituationen.

Nur ist das System für den ländlichen Bereich halt nicht zu bezahlen.
supra
Zitat:
Original von Shorty
@ supra.
Wir fahren ca. 40 Einsätze im Jahr. Ich denke, das reicht auch aus, um genug zu tun zu haben.

Nur habe ich eine Frage an dich... Warum bist du noch in der FF??? Wenn du sagst, es ist schon lange nicht mehr freiwillig? Es kommt so an, als wärst du nur dabei, weil man das eben so macht und auch nicht austritt. Wenn man einmal drin ist, ist man drin.

Ich bin jetzt fast 15 Jahre in der Fw. und habe den "Wandel" mit erlebt. Steigene Einsatzzahlen, immer wieder neue Aufgaben für die Kameraden wie Ausbildung, Einsätze, Schwere und Vielfältigkeit der ganzen Sache. (Bald neu im Programm: Bahnunfall mit "Saft ausm Himmel")
Ich bin auch dabei, um Menschen zu helfen. Dafür mache ich das auch beruflich im Rettungsdienst.
Zitat:

...
Also ich bin vor 5 Jahren in die FF eingetreten aus dem Grund, Menschen helfen zu wollen. Und Hilfe ist meiner Meinung nach grundsätzlich unentgeltlich.

Jo! Und noch ein mal: Polizei? Rettungsdienst? ADAC? gar BF? Gibt es auch Leute die dort eine Lohnsteuerkarte abgegeben haben und trotzdem Menschen helfen
Zitat:

Natürlich habe auch ich Tage an denen ich denke "wofür mache ich das eigentlich alles???", aber spätestens, wenn man das nächste Mal ein ehrliches Danke von jemandem hört, weiß ich es wieder.
Wer sagt den heute noch Danke? Hab ich lange nicht gehört.
Zitat:

...
Grundsätzlich gibt es bei der Frage "Aufwandsentschädigung ja oder nein" keine richtige Antwort. Du hast deine Meinung und ich meine. Und ich denke, das ist auch richtig so.
Jo...
Zitat:


Das gefährliche an der ganzen Sacht ist ja auch einfach der Misbrauch! Schließlich gibt es leider auch Kameraden, die das Ehrenamt nutzen um z.B. nicht zur Arbeit gehen zu müssen.
Also ich glaube wer die Feuerwehr als Missbrauchsorgan seinem AG ggü. nimmt, ist ein selten dämlicher Mensch.
Zitat:
Und ich finde, zunächst muss man da ansetzen,
Wieso? Jeder ist für sich selbst verantwortlich, oder nicht? Da hat die Fw. nicht mit zu tun.
Zitat:
bevor man sich über eine staatl. Förderung streitet.


Für den Bürger sind Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr immer selbstverständlich! Wenn ich 112 oder 110 anrufe kommt immer jemand der mir hilft. In Bargteheide muss man vielen Bürgern sogar erklären, dass wir keine Berufsfeuerwehr sind. Woher mag diese Annahme wohl kommen?

NOCH MAL: Ich rede hier doch nicht von enormen Summen für die Entschädigung einzelner Kameraden sondern nur davon das wie Slarti beschrieben, sich Kosten decken und vielleicht noch ein kleines Schmankerl dabei heraus kommt.

Die Familie wird bei der ganzen Sache auch vergessen, oder Shorty?

Der Grundsatz bleibt klar: wir Fighten for Life (oder for Umweltschutz, oder oder oder...! und nix anderes!
Grrrrrrrrrr

abi
Filter
@ Slartibartfass:

Ist natürlich ne Milchmädchenrechnung. Ich hab auch mal zwei davon aufgemacht.

Rechnung 1 lautet:

Aktueller Jahreshaushalt FF Großhansdorf + Anschaffungskosten aktueller Fuhrpark (stark gerundet, anteilig aufs Jahr, ausgehend von einer Fahrzeugnutzdauer von jeweils 20 Jahren) + durchschnittlich 40 Feuerwehrleute mit Einkommen Berufsfeuerwehr (gerundet auf monatlich 3.000 € brutto einschließlich Arbeitgeberanteile zu den Sozialversicherungen, Weihnachtsgeld und Urlausgeld). Baukosten Gerätehaus mal außen vor. Dann komm ich für Großhansdorf auf sagenhafte rund 1,75 Mio Euro im Jahr! Allerdings unrealistisch, da das Verhältnis Feuerwehrleute zu Einwohnerzahl im Vergleich zu Hamburg nicht hinkommt.

Daher Rechnung 2:

Die lautet genauso, allerdings kommt in Hamburg auf rund 8.000 Einwohner ein Berufsfeuerwehrmann (insgesamt 2204), zieht man die freiwilligen Feuerwehrmänner (2655) mit hinzu, macht das einen Feuerwehrmann auf rund 3.600 Einwohner. Ich hab dann für Großhansdorf entsprechend der Einwohnerzahl mal anteilig 3 Feuerwehrleute mit Einkommen Berufsfeuerwehr angerechnet. Dann komm ich immer noch auf stolze rund 300.000 Euro im Jahr.

Wie gesagt, Milchmädchenrechnungen mit zu vielen Unwägbarkeiten. Gemäß deiner Rechnung lägen die Kosten für Großhansdorf bei rund 850.000 Euro im Jahr. Die Wahrheit dürfte also irgendwo in der Mitte zwischen den 300.000 Euro und den 850.000 Euro liegen und lässt annähernd erahnen, was so eine Berufsfeuerwehr jährlich kosten würde. Das ca. 4 – 5fache der derzeitigen Ausgaben. Ich sehe da so manchen Gemeindehaushalt mit der weißen Fahne winken.

PS: Glückwunsch zum Preis für das Design von Norwegen und lass die Finger vom Hindukusch! Fjorde passen nicht nach Afghanistan!! Und selbstverständlich lautet die Antwort 42!