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| Stockelsdorf - Hilfseinsätze auf der Autobahn zählen nicht zu den Aufgaben der Stockelsdorfer Feuerwehr. Noch nicht. Doch schon bald, wenn das nächste Teilstück der A 20 fertig ist, wird das anders. Dann sind die Helfer auch dort gefordert. Sie zeigen sich schon jetzt gut vorbereitet auf die neue Herausforderung. "Schwerer Unfall auf der A 20, kurz vor der Abfahrt Geschendorf. Drei Personen im Fahrzeug eingeklemmt!" Was jetzt noch Fiktion ist, ein Planspiel nur, weil an der Autobahntrasse zwischen Mönkhagen und Geschendorf noch emsig gebaut wird: Schon in einem Jahr könnte eine solche Gefahrenlage bitterer Ernst für die Blauröcke aus Stockelsdorf werden. Auch wenn die A 1 bei Krumbeck nur knapp 200 Meter über Stockelsdorfer Gemeindegebiet führt. Der simple Grund, warum die Stockelsdorfer Amtshilfe leisten sollen: Personelle Engpässe bei den Kameraden im Nachbarkreis Stormarn, in der Nähe der neuen Schnellstraße: "Anders als wir", sagt der Stockelsdorfer Gemeindewehrführer Peter Dornheim nicht ganz ohne Stolz, "verfügen die kleinen Stormarner Ortschaften an der Autobahn wie Mönkhagen oder Langniendorf tagsüber nicht über voll einsatzbereite Wehren." Zuviele der ehrenamtlichen Helfer arbeiten auswärts; im Brandfall müssten ohnehin bereits größere Wehren der Nachbarschaft dort aushelfen. Schon vor knapp zwei Jahren erreichte Dornheim aus diesem Grund ein Hilferuf des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn. "Die Kameraden haben mich gefragt, ob wir in puncto Autobahn 20 Aufgaben übernehmen können", berichtet Dornheim. Für ihn eine klare Sache: Kameraden helfen sich, auch wenn sich der Kreis Ostholstein erstmal für nicht zuständig erklärte. "Wir sind zu nachbarschaftlicher Hilfe im Umkreis von 15 Kilometer ohnehin verpflichtet", stellt der 57-jährige Dornheim unmissverständlich klar, "aber wir sind vor allem auch zur Hilfe für die Stormarner bereit". Vom Autobahnkreuz Lübeck bis Geschendorf beträgt die Länge der Autobahn rund 16 Kilometer. Der Einsatzbereich der Stockelsdorfer wird sich auf die Abschnitte zwischen den Anschlussstellen Mönkhagen und Geschendorf (nördliche Fahrspur) einerseits sowie Mönkhagen Richtung Autobahnkreuz Lübeck (südliche Fahrspur) andererseits beschränken. Mit der Verwaltung im Rathaus ist sich der Feuerwehrchef einig, ebenso mit seinem Stellvertreter Günter Volgmann sowie den Ortswehrführern: "Wir übernehmen diese Aufgabe." Rückendeckung für die Stockelsdorfer leistet auch Kreiswehrführer Ralf Thomsen: "Er hat uns vermehrt Lehrgänge für technische Hilfeleistungen angeboten, wie sie auf Autobahnen notwendig werden könnten", freut sich Dornheim über diese Unterstützung. Den Kern der A 20-Einsatzkräfte bilden die Ortswehren Stockelsdorf, Mori und Eckhorst. Im Bedarfsfall werden zudem die Krumbecker eingebunden, die ohnehin am nächsten an der Autobahn leben. Im Alarmfall können laut Dornheim in den vier beteiligten Wehren bis zu 30 Retter mobilisiert werden - "genug, um kritische Lagen auf der Autobahntrasse zu bewältigen", findet auch Dornheims Vize Volgmann. Ihre Schularbeiten haben die Blauröcke inzwischen gemacht. "Die Kameraden sind in speziellen Lehrgängen für den Umgang etwa mit der Schere oder dem Spreizer geschult worden", berichtet der Gemeindewehrführer. Und wenn es einen Unfall mit einem Chemielaster gibt: Auch dafür ist man gerüstet, denn eine Erkundungsgruppe des Kreises Ostholstein für Gefahrguteinsätze zählt ebenfalls zur Ortswehr Stockelsdorf. Nach dem Alarmplan werden die primär zuständigen Stormarner künftig die Stockelsdorfer anfordern. Einsatzpläne für denkbare Gefahrenlagen sind von Dornheim und den Wehrführer bereits entwickelt, man stimmt sich bereits jetzt ab. Gemeindewehrführer Peter Dornheim und seine Kameraden wissen, wie schnell die Monate dahin sind - und dann der Ernstfall eintreten kann, Knall auf Fall. Die Wehren der Großgemeinde betreten mit dieser Aufgabe zwar Neuland, feuerwehrtechnisch gesehen. Denn zu ihrem unmittelbaren Einsatzbereich gehörte die Autobahn bisher nicht. "Aber auf der Bundesstraße 206 und an den A 20-Baustellen waren wir ja ohnehin schon zuständig", macht der Eckhorster Wehrführer Bodo Kruse deutlich, dass er und seine Kameraden für die neue Aufgabe vorbereitet sind. Bei aller Sympathie für die Stormarner und bei allem Engagement über die Gemeindegrenzen hinaus - eine Bedingung ist für Peter Dornheim jedoch unverzichtbar: "Speziell für die Autobahneinsätze notwendige Anschaffungen dürfen nicht zu Lasten der sonstigen Aufgaben unserer anderen Ortswehren führen." Da ist der Stockelsdorfer Gemeindewehrführer vor. Von Lothar Braun, LN Quelle: www.ln-online.de |