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Prinzipiell erfreue ich mich guter Gesundheit. Mit Ausnahme einer Polypen-OP, die zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen überhaupt zählt, habe ich noch keine Nacht im Krankenhaus verbracht. Bei der Frage nach meinem Hausarzt komme ich regelmäßig ins Stottern, denn den sehe ich alle paar Jahre mal. In den letzten 10 Wochen allerdings hat sich das schlagartig geändert. Das lag nicht ausschließlich an mir und meinem Blinddarm. Während meiner Ausbildungszeit hatte ich einen Arbeitskollegen, von dem man behauptete, er würde sich eines Tages noch an einem Bindfaden aufhängen. Nicht ohne Grund, schaffte er es doch u. a., sich auf einem Schotter-Parkplatz beim Greifen nach einem heruntergefallenen Apfel die Sehne zwischen Daumen und Zeigefinger an einem Stein zu durchtrennen. Nun, langsam befürchte ich, auch meine Freundin ist eine solche Bindfadenkandidatin. Sich beim Eisessen einen Zahn durchzubrechen, ist schon eine Leistung – nicht bei der Waffel, beim Eis wohlgemerkt. Auch an der Kante zwischen Rasen und Gehweg umzuknicken und sich dabei den Mittelfuß zu brechen will gekonnt sein. Ich hab mir bei so was allenfalls mal ne Zerrung geholt. Jedenfalls bin ich in den letzten 10 Wochen in den Genuss gekommen, so einige Notaufnahmen im Umkreis zu testen.
1. Das Uniklinikum Eppendorf und der durchgebrochene Zahn
Mir ist schon zweimal ein Zahn durchgebrochen. Die waren jedoch beide Wurzelbehandelt, sodass ich weder das sich eingeschlichene Karies unter der Zahnfüllung bemerkte, noch Schmerzen hatte, als es knackte. Ich hatte dabei jeweils auf härteren Sachen herumgekaut. An einem sonnigen Freitag kurz vor Ladenschluss erledigten wir noch einige Besorgungen, gönnten uns ein Eis und auf einmal war es da, das schmerzverzehrte Gesicht meiner Freundin. Der Zahn hatte offensichtlich intakte Nerven. Was nun? Erstmal beim Zahnarzt angerufen. Es war kurz vor 19.00 Uhr und es lief natürlich nur noch der Anrufbeantworter. Nächster Gedanke: Vielleicht gibt es so was wie einen zahnärztlichen Notdienst. Weder die 11833 noch die 11880 waren im Stande, irgendeine halbwegs passende Telefonnummer zu liefern. Kann die Apotheke weiterhelfen? Nachdem wir endlich die Apotheke fanden, die Notdienst hatte, stand vor mir ein Typ, der irgendwelche Spritzen wollte, hinter der Notschalteröffnung stand eine Schnarchnase hoch zehn und neben mir eine aufgelöste Freundin. In meiner Verzweiflung rief ich die 112 an. Dank deren Fachkompetenz hatte ich anschließend die Notrufnummer der Kassenärztlichen Vereinigung. Dort verwies man uns an die zahnärztliche Notaufnahme im Uniklinikum Eppendorf.
Eine knappe Stunde später schlugen wir in Eppendorf auf und fanden nach einem kleinen Marathon auch die zahnärztliche Notaufnahme. Wenn man kein Privatpatient ist, sitzt man da am Freitagabend gute 4 Stunden und ist spätestens ab 22 Uhr der Einzige mit deutscher Muttersprache, neudeutsch also ohne Migrationshintergrund, und wahrscheinlich auch der Einzige mit legalem Aufenthaltsstatus. Da landen um die Zeit anscheinend alle, die sich illegal in Hamburg aufhalten und Zahnschmerzen haben, denn dann wird dort jeder behandelt, auch ohne Krankenversicherung. Ich verkürzte mir die Wartezeit mit der Lektüre einer erstaunlich gut erhaltenen GEO von 1984 (!), darunter ein Artikel mit dem Tenor, die Westberliner Architektur endlich in eine neue Richtung zu bewegen, da die deutsch-deutsche Teilung unwiderruflich sei. Zwischendurch beobachtete ich bei einer Zigarette vor der Tür, wie mehrere Sanis einen ca. 4 Zentner schweren Mann aus dem RTW wuchteten. Respekt! Irgendwann um 1 Uhr waren wir zu Hause und meine Freundin machte wenig später bei der Nachbehandlung die Erfahrung, dass so eine Krone heute gute 400 Euro Selbstbeteiligung kostet. Wofür zahlt man eigentlich in die Krankenversicherung ein?
2. Die Parkklinik Manhagen in Großhansdorf und der Blinddarm
Es begann am Montag mit leichtem Unwohlsein. Dienstagmittag waren es ausgewachsene Bauchschmerzen und nachdem Abends auf der Toilette aus dem Versuch, die vermutete Verstopfung mittels Drücken zu beseitigen, schlagartig ein Übergeben wurde, wusste ich, irgendwas stimmt hier nicht. Ab ins Krankenhaus. Aber wohin? Eigentlich ist die Parkklinik Manhagen in Großhansdorf eine Spezialklinik für Orthopädie und Augenheilkunde, aber am Wochenende Notaufnahme für alles. Leider nur am Wochenende. Man verwies mich dort freundlich aber bestimmt an die Ahrensburger Klinik, sprach jedoch die Empfehlung aus, lieber nach Oldesloe in die Asklepiosklinik zu fahren. Mein Fehler war, in diesem Moment nicht umgehend einen RTW zu verlangen. Die wenige Kilometer lange Autofahrt bis zur Parkklinik mussten schon unterbrochen werden, damit ich mich mal kurz “an einer Laterne festhalten“ konnte. Also keinen Meter weiter als nötig. Ein Fehler.
3. Die Ahrensburger Klinik und immer noch der Blinddarm
Jeder, und glaubt mir, ich habe da in den letzten Wochen mit vielen drüber gesprochen, wirklich jeder sagt: "Alles, bloß nicht da hin!". Ich weiß jetzt warum. Dienstagabend in der Ahrensburger Klinik: anwesend ein Pfleger mit einem LOVE-Tattoo auf den Fingerknöcheln und ein ratloser Assistenzarzt, der mir am Bauch rumfummelt. Röntgen geht um die Zeit gar nicht, mit Ultraschall kann er nicht so recht umgehen. Zum Glück kommt kurz darauf seine Ablösung. Die steckt mitten im Medizinstudium, hat schon mal ein Ultraschallgerät bedient und fummelt mir auch am Bauch rum! Fröhliches Organ-Raten: ist das da die Leber? Hmm. Glaub schon. Schmerzen im Bauchbereich? Könnte Gastritis sein? Sie spucken bereits Galle? Könnte auch die Galle sein, obwohl, ist ja eher typisch für weiße, fettleibige Amerikanerinnen um die 40 rum. Bin ich alles nicht! Kann es sein, dass nur noch Galle kommt, weil ich einen unglaublichen Brechreiz habe, aber nichts mehr im Magen ist? Blinddarm? Blinddarm! Sag ich doch schon die ganze Zeit!!! Egal, ich werde an den Tropf gelegt, auf das Laborergebnis am nächsten Tag vertröstet und kotze mir die ganze Nacht munter weiter die Seele aus dem Leib. Ich missbrauche das Waschbecken auch noch für andere Zwecke, aber ich habe Schmerzen, hänge am Tropf, bin barfuss und habe zwar ein Einzelzimmer, aber keine Ahnung, wo hier Toiletten sind. Mittwochmorgen Visite. Person Nummer 3, angeblich der Chefarzt, fummelt mir am Bauch rum. Übrigens, wenn einem jemand am Bauch rumfummelt, während der Blinddarm schwer entzündet ist, macht das alles nur halb so viel Spaß! Früher Nachmittag. Eine Medizinerin namens Galina fummelt mir am Bauch rum, schwärmt von alten Quecksilberthermometern und legt sich auf Blinddarm fest. Später Nachmittag. Ein weiterer Mediziner, ich glaube, der war morgens bei der Visite schon mit dabei, will meinen Bauch ausnahmsweise nicht anfassen und erklärt mir, dass ich gleich mit dem RTW in die Asklepiosklinik nach Bad Oldesloe komme. Mein Blinddarm müsse raus und operiert wird heute in Ahrensburg nicht. Irgendwie macht mich das glücklich.
4. Die Asklepiosklinik Bad Oldesloe, nach wie vor der Blinddarm.
Auf dem RTW saß ein Kollege von der FF Reinbek (Reinfeld? Stand unter Betäubung). Kein Grund zur Klage, auch wenn ich dabei bleibe: Ihr hättet mich nicht tragen brauchen. Den Weg zum RTW, übrigens brandneu, hätte ich noch allein geschafft. Ach ja, meine Freundin, die wir unterwegs verloren hatten, fand den Weg in die Klinik allein. Gutes Mädchen. Nein, ernsthaft, wie die sich um mich in der Zeit gekümmert hat, das muss Liebe sein!
Ich komme gleich in den OP, werde anschließend mit entblößtem Hinterteil - so erzählt man jedenfalls - ins Krankenzimmer geschoben und erwache morgens mit einer Narbe, die man mit 8 Stichen genäht hat. Mittags nimmt man mir die Urinflasche weg und zwingt mich somit, zu Fuß auf Toilette zu gehen. Unangenehm! Einen Fuß vor den anderen ganz laaaaangsam über den Flur. Warum gibt’s in Krankenhäusern eigentlich keine Urinale?
Zu Essen gibt’s erstmal nichts, später dann Spargelcremesuppe ohne Spargel oder wahlweise Haferbrei. Als die Schwester mich einen Tag später ernsthaft nach meinem Stuhlgang fragt, fange ich an zu lachen. Wovon??? Mit mir im Zimmer liegt Günther, der Lkw-Fahrer ist und mit seiner nigerianischen Ehefrau in Marrakesch (Marokko) lebt. Er steht vor der Rente und wollte sich nur noch mal gründlich durchchecken lassen, bevor er endgültig nach und in Afrika verschwindet. Jetzt hatte er eine Nieren-OP hinter sich und eine Herz- sowie eine Augen-OP vor sich. Hat er nun davon. Er klingelt öfter mal nach den Schwestern, um dann ob der Wartezeit grinsend zu betonen, dass er gerade eine Bettpfanne benötigt hätte. Sehr schön. Ansonsten war es echt nett. Freundliche Schwestern, freundliche „Nachtwächter“ und Ärzte, die einem noch erklären, was sie gerade tun, gleich tun werden oder eben getan haben. Ich habe endlich mal wieder ein Buch gelesen und lange keinen so schönen Geburtstag mehr verbracht.
5. Noch mal die Parkklinik Manhagen, diesmal Bindehautentzündung
Letzten Sonntag klagte meine Freundin über ein Brennen und Jucken im Auge. Ich tippte auf Bindehautentzündung, wir fuhren kurz rüber zur Parkklinik, ich lag mit meiner Vermutung richtig, alles halb so wild, nur kurz gewartet, kostenlose Getränke gab’s auch und draußen auf der Terrasse konnte man sich die Wartezeit mit dem Beobachten von Gänsen verkürzen.
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1. Das Uniklinikum Eppendorf und der durchgebrochene Zahn
Mir ist schon zweimal ein Zahn durchgebrochen. Die waren jedoch beide Wurzelbehandelt, sodass ich weder das sich eingeschlichene Karies unter der Zahnfüllung bemerkte, noch Schmerzen hatte, als es knackte. Ich hatte dabei jeweils auf härteren Sachen herumgekaut. An einem sonnigen Freitag kurz vor Ladenschluss erledigten wir noch einige Besorgungen, gönnten uns ein Eis und auf einmal war es da, das schmerzverzehrte Gesicht meiner Freundin. Der Zahn hatte offensichtlich intakte Nerven. Was nun? Erstmal beim Zahnarzt angerufen. Es war kurz vor 19.00 Uhr und es lief natürlich nur noch der Anrufbeantworter. Nächster Gedanke: Vielleicht gibt es so was wie einen zahnärztlichen Notdienst. Weder die 11833 noch die 11880 waren im Stande, irgendeine halbwegs passende Telefonnummer zu liefern. Kann die Apotheke weiterhelfen? Nachdem wir endlich die Apotheke fanden, die Notdienst hatte, stand vor mir ein Typ, der irgendwelche Spritzen wollte, hinter der Notschalteröffnung stand eine Schnarchnase hoch zehn und neben mir eine aufgelöste Freundin. In meiner Verzweiflung rief ich die 112 an. Dank deren Fachkompetenz hatte ich anschließend die Notrufnummer der Kassenärztlichen Vereinigung. Dort verwies man uns an die zahnärztliche Notaufnahme im Uniklinikum Eppendorf.
Eine knappe Stunde später schlugen wir in Eppendorf auf und fanden nach einem kleinen Marathon auch die zahnärztliche Notaufnahme. Wenn man kein Privatpatient ist, sitzt man da am Freitagabend gute 4 Stunden und ist spätestens ab 22 Uhr der Einzige mit deutscher Muttersprache, neudeutsch also ohne Migrationshintergrund, und wahrscheinlich auch der Einzige mit legalem Aufenthaltsstatus. Da landen um die Zeit anscheinend alle, die sich illegal in Hamburg aufhalten und Zahnschmerzen haben, denn dann wird dort jeder behandelt, auch ohne Krankenversicherung. Ich verkürzte mir die Wartezeit mit der Lektüre einer erstaunlich gut erhaltenen GEO von 1984 (!), darunter ein Artikel mit dem Tenor, die Westberliner Architektur endlich in eine neue Richtung zu bewegen, da die deutsch-deutsche Teilung unwiderruflich sei. Zwischendurch beobachtete ich bei einer Zigarette vor der Tür, wie mehrere Sanis einen ca. 4 Zentner schweren Mann aus dem RTW wuchteten. Respekt! Irgendwann um 1 Uhr waren wir zu Hause und meine Freundin machte wenig später bei der Nachbehandlung die Erfahrung, dass so eine Krone heute gute 400 Euro Selbstbeteiligung kostet. Wofür zahlt man eigentlich in die Krankenversicherung ein?
2. Die Parkklinik Manhagen in Großhansdorf und der Blinddarm
Es begann am Montag mit leichtem Unwohlsein. Dienstagmittag waren es ausgewachsene Bauchschmerzen und nachdem Abends auf der Toilette aus dem Versuch, die vermutete Verstopfung mittels Drücken zu beseitigen, schlagartig ein Übergeben wurde, wusste ich, irgendwas stimmt hier nicht. Ab ins Krankenhaus. Aber wohin? Eigentlich ist die Parkklinik Manhagen in Großhansdorf eine Spezialklinik für Orthopädie und Augenheilkunde, aber am Wochenende Notaufnahme für alles. Leider nur am Wochenende. Man verwies mich dort freundlich aber bestimmt an die Ahrensburger Klinik, sprach jedoch die Empfehlung aus, lieber nach Oldesloe in die Asklepiosklinik zu fahren. Mein Fehler war, in diesem Moment nicht umgehend einen RTW zu verlangen. Die wenige Kilometer lange Autofahrt bis zur Parkklinik mussten schon unterbrochen werden, damit ich mich mal kurz “an einer Laterne festhalten“ konnte. Also keinen Meter weiter als nötig. Ein Fehler.
3. Die Ahrensburger Klinik und immer noch der Blinddarm
Jeder, und glaubt mir, ich habe da in den letzten Wochen mit vielen drüber gesprochen, wirklich jeder sagt: "Alles, bloß nicht da hin!". Ich weiß jetzt warum. Dienstagabend in der Ahrensburger Klinik: anwesend ein Pfleger mit einem LOVE-Tattoo auf den Fingerknöcheln und ein ratloser Assistenzarzt, der mir am Bauch rumfummelt. Röntgen geht um die Zeit gar nicht, mit Ultraschall kann er nicht so recht umgehen. Zum Glück kommt kurz darauf seine Ablösung. Die steckt mitten im Medizinstudium, hat schon mal ein Ultraschallgerät bedient und fummelt mir auch am Bauch rum! Fröhliches Organ-Raten: ist das da die Leber? Hmm. Glaub schon. Schmerzen im Bauchbereich? Könnte Gastritis sein? Sie spucken bereits Galle? Könnte auch die Galle sein, obwohl, ist ja eher typisch für weiße, fettleibige Amerikanerinnen um die 40 rum. Bin ich alles nicht! Kann es sein, dass nur noch Galle kommt, weil ich einen unglaublichen Brechreiz habe, aber nichts mehr im Magen ist? Blinddarm? Blinddarm! Sag ich doch schon die ganze Zeit!!! Egal, ich werde an den Tropf gelegt, auf das Laborergebnis am nächsten Tag vertröstet und kotze mir die ganze Nacht munter weiter die Seele aus dem Leib. Ich missbrauche das Waschbecken auch noch für andere Zwecke, aber ich habe Schmerzen, hänge am Tropf, bin barfuss und habe zwar ein Einzelzimmer, aber keine Ahnung, wo hier Toiletten sind. Mittwochmorgen Visite. Person Nummer 3, angeblich der Chefarzt, fummelt mir am Bauch rum. Übrigens, wenn einem jemand am Bauch rumfummelt, während der Blinddarm schwer entzündet ist, macht das alles nur halb so viel Spaß! Früher Nachmittag. Eine Medizinerin namens Galina fummelt mir am Bauch rum, schwärmt von alten Quecksilberthermometern und legt sich auf Blinddarm fest. Später Nachmittag. Ein weiterer Mediziner, ich glaube, der war morgens bei der Visite schon mit dabei, will meinen Bauch ausnahmsweise nicht anfassen und erklärt mir, dass ich gleich mit dem RTW in die Asklepiosklinik nach Bad Oldesloe komme. Mein Blinddarm müsse raus und operiert wird heute in Ahrensburg nicht. Irgendwie macht mich das glücklich.
4. Die Asklepiosklinik Bad Oldesloe, nach wie vor der Blinddarm.
Auf dem RTW saß ein Kollege von der FF Reinbek (Reinfeld? Stand unter Betäubung). Kein Grund zur Klage, auch wenn ich dabei bleibe: Ihr hättet mich nicht tragen brauchen. Den Weg zum RTW, übrigens brandneu, hätte ich noch allein geschafft. Ach ja, meine Freundin, die wir unterwegs verloren hatten, fand den Weg in die Klinik allein. Gutes Mädchen. Nein, ernsthaft, wie die sich um mich in der Zeit gekümmert hat, das muss Liebe sein!
Ich komme gleich in den OP, werde anschließend mit entblößtem Hinterteil - so erzählt man jedenfalls - ins Krankenzimmer geschoben und erwache morgens mit einer Narbe, die man mit 8 Stichen genäht hat. Mittags nimmt man mir die Urinflasche weg und zwingt mich somit, zu Fuß auf Toilette zu gehen. Unangenehm! Einen Fuß vor den anderen ganz laaaaangsam über den Flur. Warum gibt’s in Krankenhäusern eigentlich keine Urinale?
Zu Essen gibt’s erstmal nichts, später dann Spargelcremesuppe ohne Spargel oder wahlweise Haferbrei. Als die Schwester mich einen Tag später ernsthaft nach meinem Stuhlgang fragt, fange ich an zu lachen. Wovon??? Mit mir im Zimmer liegt Günther, der Lkw-Fahrer ist und mit seiner nigerianischen Ehefrau in Marrakesch (Marokko) lebt. Er steht vor der Rente und wollte sich nur noch mal gründlich durchchecken lassen, bevor er endgültig nach und in Afrika verschwindet. Jetzt hatte er eine Nieren-OP hinter sich und eine Herz- sowie eine Augen-OP vor sich. Hat er nun davon. Er klingelt öfter mal nach den Schwestern, um dann ob der Wartezeit grinsend zu betonen, dass er gerade eine Bettpfanne benötigt hätte. Sehr schön. Ansonsten war es echt nett. Freundliche Schwestern, freundliche „Nachtwächter“ und Ärzte, die einem noch erklären, was sie gerade tun, gleich tun werden oder eben getan haben. Ich habe endlich mal wieder ein Buch gelesen und lange keinen so schönen Geburtstag mehr verbracht.
5. Noch mal die Parkklinik Manhagen, diesmal Bindehautentzündung
Letzten Sonntag klagte meine Freundin über ein Brennen und Jucken im Auge. Ich tippte auf Bindehautentzündung, wir fuhren kurz rüber zur Parkklinik, ich lag mit meiner Vermutung richtig, alles halb so wild, nur kurz gewartet, kostenlose Getränke gab’s auch und draußen auf der Terrasse konnte man sich die Wartezeit mit dem Beobachten von Gänsen verkürzen.
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