Leitstelle Nord

Blaulicht-Reporter
Die "Leitstelle Nord" steht in den Startlöchern, eine erste Übung zeigte gute Ergebnisse. Künftig werden Polizei und Feuerwehr in Flensburg, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland zentral von Harrislee aus eingesetzt.

Das Gebäude steht, die Technik ist geliefert und installiert. Hier und da zeugen noch fehlende Platten der abgehängten Decken von den letzten Technik-Arbeiten und auch der neue Funkmast fehlt noch - dennoch ist die "Kooperative Regionalleitstelle Nord", so der offizielle Name, "so gut wie startklar", wie Reinhard Becker als Leiter des polizeilichen Teils und Uwe Rühl, Leiter des kommunalen Teils (Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz) übereinstimmend erklären. Zwischen Ende April und Anfang Mai sollen dann die Telefone der Notrufleitungen 110 und 112 sowie der Service-Nummer 19222 erstmals in Harrislee statt bisher in Flensburg, Schleswig und Husum klingeln. Mit der Inbetriebnahme der neuen Leitstelle auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule beginnt für die Leitstellendisponenten eine neue Ära. Kräfte von Polizei und kommunaler Schadensabwehr arbeiten Tür an Tür und können sich auf direktem Wege kurzschließen und Einsatztaktiken besprechen.

Die moderne Technik unterstützt die Disponenten dabei. Einmal aufgenommene Einsätze können per Mausklick vom Rettungsdienst zu den Disponenten der Polizei übermittelt werden und umgekehrt.

"Hier gehen definitiv als letztes die Lichter aus"

In jedem der Einsatzleiträume können bis zu sechs Disponenten arbeiten, die die Notrufe der Stadt Flensburg sowie der Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland annehmen. Voll besetzt werden diese Plätze allerdings zunächst nicht sein. "Für Rettungsdienst und Feuerwehr werden tagsüber bis zu fünf Disponenten am Platz sein, nachts zwei und ein weiterer befindet sich als Reserve im Gebäude", erklärt Uwe Rühl. Im Bereich der Polizei sieht die Besetzung ähnlich aus. "Da die Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren stetig nach oben gegangen sind, haben wir ausreichende Reserven geschaffen", so Rühl. Zudem gibt es insgesamt fünf weitere Arbeitsplätze, die hauptsächlich für die Ausbildung von neuen Disponenten genutzt werden sollen, aber auch für die Notrufannahme geeignet sind. Bei Unwettern oder Großschadensereignissen stehen in den drei Besprechungsräumen eine große Anzahl weiterer Abfrageplätze zur Verfügung.

Um die Ausfallsicherheit der der Leitstelle zu gewährleisten, ist die komplette Technik im Keller des Gebäudes doppelt vorhanden. Beim Ausfall eines Technik raumes wird automatisch auf den anderen umgeschaltet. Auch Stromausfälle können der neuen Leitstelle nichts anhaben. Ein eigenes Notstromaggregat mit einem 6000 Liter fassenden Dieseltank kann den Betrieb für mehrere Tage aufrecht erhalten, zudem kann Strom auch von außen über ein geeignetes Aggregat eingespeist werden. "Hier gehen definitiv als letztes die Lichter aus", lobt Reinhard Becker die vorbildliche technische Sicherheit der Leitstelle. Im Fall der Fälle kann sogar der komplette Betrieb der mit wenigen Handgriffen auf eine der anderen Regionalleitstellen im Land umgeschaltet werden.

58 000 Einsätze jährlich für die gut 450 000 Bürger im Einzugsgebiet

In den ersten Wochen nach Inbetriebnahme wird die Leitstelle überbesetzt sein, damit eventuell auftretende Schwierigkeiten nicht zu Wartezeiten für die Hilfesuchenden führen. Sollte es doch einmal so sein, dass Anrufer warten müssen, informiert sie eine dreisprachige Warteschleife in Deutsch, Dänisch und Englisch darüber, dass ihr Anruf gleich entgegengenommen wird.

Auch die Ortskenntnis der Disponenten wird erhalten bleiben, da zukünftig Kräfte aus allen drei Gebieten die jährlich rund 58 000 Einsätze für die gut 450 000 Bürger im Einzugsgebiet bearbeiten. Dabei geht es nicht nur um das reine entgegennehmen der Anrufe und Alarmieren der Rettungskräfte. Um in der Leitstelle zu arbeiten, ist eine fundierte Ausbildung im Rettungsdienst- und Feuerwehrwesen erforderlich, um eine Erkrankung anhand der geschilderten Symptome oder ein Hilfeersuchen mit den Fakten und gezielten Nachfragen richtig einschätzen zu können.

Quelle: http://www.shz.de/home/top-thema/article...-im-norden.html
F98
Auf der Homepage des Kreisfeuerwehrverbandes Nordfriesland kann man den
2. Newsletter der Leitstelle Nord lesen.

Es wird ausführlich über die Erfahrungen und Probleme berichtet.

Was ich interessant finde ist, dass dort 15 Nebenamtliche Mitarbeiter
in der Notrufabfrage für Ausnahmefälle, wie flächendeckende
Starkregen- oder Orkanlagen, eingesetzt werden.

Die IRLS Süd wollte dies vor ca. 1 Jahr ehrenamtlich organisieren.
Blaulicht-Reporter
soweit ich weis gab es auch eine anfrage von der leitstelle bei einigen feuerwehren. wieweit das läuft weis ich aber nicht.
Stefan.Majohr
Stimmt Arne !
Aber bei Unwetter/groß , wird kaum ein Verantwortlicher bei den FF einen Kameraden "über" haben und in die Momm........ schicken... Schleswig-Holstein
Gemeindevertreter hätten dafür in dem Fall mehr Zeit... Ich muss weg!
Blaulicht-Reporter
Der Meinung bin ich auch....Das können ja auch andere Personen machen die vielleicht nicht aus einer FF kommen. Aber wer soll das machen? TEL ? SEG ? RD ? Kreisverwaltung ?
Christoph
Warum soll man bei Unwetter keine/n Kameraden entbehren können? Solange da akut keine Menschenleben in Gefahr sind sehe ich da kein Problem. Funktioniert in anderen Landkreisen auch.
Torben
Sehe ich ähnlich... es sollten nur keine Führungskräfte sein.
Wetterlagen sind ja meist auch räumlich begrenzt, also Nord- oder Südkreis zum Beispiel. Das bei einem Unwetter im Südkreis nicht die freiwilligen "Ersatzdisponenten" aus dem Bereich genommen werden, sollte klar sein.

Ich habe aber auch noch nie wieder etwas davon gehört, ist das noch so in Planung ? Der ein oder andere Disponent tummelt sich doch auch hier großes Grinsen
storm
Zitat:
Sehe ich ähnlich... es sollten nur keine Führungskräfte sein.

und eben gerade keine Mitglieder von KatS Einheiten. Geht ja nicht nur um ein bischen Unwetter sondern auch um andere Fälle die eintreten könnten.

Es ist wohl besser man hat einen FF Kameraden weniger an der Einsatzstelle, als wenn in der IRLS alles komplett zusammenbricht. Dann gibts nämlich auch keine neuen Einsätze mehr.

Bei 3500 aktiven Feuerwehrangehörigen sollte es wohl möglich sein wenn 15 ab und an mal "oben" aushelfen...
PA80
Moin zusammen!

Das Thema ist schon älter... Es gab im letzten Jahr sogar schon ein Treffen in der IRLS. Dort wurden uns grob die Idee, Ausbildung und Aufgaben erzählt... Eigentlich sollte es dann Ende der erst Jahreshälfte starten.... Eigentlich...

Im Sommer habe ich bei Gerd (KBM) mal nachgefragt... Dort hieß es dann, dass das Thema auf jeden Fall nicht gestorben ist. Es gab jedoch wohl seitens des IRLS-Leiters zeitliche Probleme. War wohl länger krank...

Mal sehen.... Wobei es schon etwas blöde ist, nach über einem Jahr nichts mehr gehört zu haben....
Prakti
Ich würde mir mal über die nötige Qualifikation der Ehrenamtlichen Gedanken machen.
Auch in einer Großschadenslage wählt der Bürger weiterhin die 112, egal ob Baum auf Straße, Wasser im Keller, Großfeuer, Kindernotfall oder Laienreanimation.
Die Notrufannahme mit Telefonieren und IT-Technik ist eine Sache. Dafür braucht es weder einen Feuerwehrmann, RD-Mitarbeiter o.ä.
Ich denke aber gerade, weil auch Anrufe mit medinzinischen Notfällen auf der gleichen Nummer auflaufen und in der Leistelle erstmal nicht unterschieden werden kann ob nun Feuerwehreinsatz oder Rettungsdiensteinsatz vorliegt, bedarf es an Mitarbeitern mit starkem rettungsdienstlichen Fachwissen.

Meine Einschätzung ist, dass im Bereich der Feuerwehr 90 % der Mitglieder höchstens einen 16-stündigen Erste Hilfe Kurs haben. Was wollen die denn der Mutter am Telefon erzählen, deren Säugling gerade aufgehört hat zu schnaufen?
Oder wie wollen die denn einschätzen können ob nun ein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt oder ob das ganze im Zweifel auch ein bisschen warten kann?
Der diensthabende Disponent kann ja nicht jedesmal bei einem auflaufenden Rettungsdiensteinsatz zurückrufen und nochmal genau nachfragen ob jetzt eine Notarztindikation vorliegt oder nicht.
Dann kann ich mir die Ehrenamtler gleich sparen.

Andersrum ,Rettungsdienstler nimmt einen Feuerwehreinsatz auf, kann man das genauso spinnen, nur dass der Rettungsdienstler auf Basis seines Einsatzspektrums den Teil der lebensbedrohlichen/medizinischen Dinge sowieso mit abdeckt.
Und die Fragen wie dick der Baum nun ist oder ob 20 cm oder ein Meter Wasser im Keller stehen, sind zwar wichtig, aber etscheiden nicht über Leben und Tod.

Als die Diskussion aufkam, dass es Ehrenamtler in der Leistelle geben soll, weiß ich noch genau, wer zuerst aufgesprungen ist und "hier" gerufen hat. Von denen brächte niemand das entsprechende Fachwissen mit. Meine Meinung.

Nicht umsonst arbeiten in der Leistelle fast ausschließlich Rettungsassistenten. Wenn man gut ist, kann man die Ausbildung glaube ich noch in zwei jahren Vollzeit schaffen. Ich glaube nicht, dass man diese Ausbildung den Ehrenamtlern in der Leitstelle zukommen lassen will. Besser jemanden nehmen der das schon kann.

Bevor man also darüber spricht, ob die Ehrenamtler aus dem Nordkreis, dem Südkreis oder aus der Führung kommen, sollte man erstmal klären, welche Qualifikation diese benötigen. Dann dürfte sich recht schnell herauskristallisieren, von wo das entsprechende Personal kommen kann.

Einerseits ist das eh eine Leitstellenangelegenheit und warum sollen wir uns unsere Köpfe darüber zerbrechen.
Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass genau die Fragestellung der Qualifkation noch nicht abschließend geklärt ist.
PA80
Die Qualifikation wurde natürlich angesprochen und war bereits geklärt!

Man hat es sich so (wie in anderen Bundesländern auch) vorgestellt, dass FF-Leute nur bei Unwetterlagen zur Unterstützung in die Leitstelle kommen sollen und die ERSTE Notrufannahme machen, da bei Unwetterlagen dieses die größte Arbeit verursacht. Sobald zwischendurch "normales" Tagesgeschäft (Bereich Rettungsdienst) am Hörer ist, wird zum ausgebildeten Personal weitergestellt. Sicherlich kann man nun sagen "Wie oft soll man die Leute denn durchstellen", allerdings geht es hier ja auch nur um extreme Unwetterlagen, welche zeitlich ja eher begrenzt sind... Und hier können die "Profis" die wichtige Arbeit machen und die Laien auch dem 10. Anrufer sagen, dass die Feuerwehr zum kleinen umgestürtzen Baum auf dem Spielplatz unterwegs sind...

...meine Meinung!
Torben
Das würde ich persönlich genau anders gestalten. Erste Annahme immer durch einen "richtigen" Disponenten, eben aufgrund des medizinischen Fachwissens. Wenn sich dann im Laufe des Gesprächs ergibt, dass es nur um einen Baum o.ä. geht, dann zur genauen Abfrage an die Ehrenamtlichen stellen.

Aber wie Prakti schon sagt, wir zerbrechen uns den Kopf über Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Mal sehen wann es zu diesem Thema wieder etwas zu hören gibt.
Christoph
Zitat:
Original von Torben
Das würde ich persönlich genau anders gestalten. Erste Annahme immer durch einen "richtigen" Disponenten, eben aufgrund des medizinischen Fachwissens. Wenn sich dann im Laufe des Gesprächs ergibt, dass es nur um einen Baum o.ä. geht, dann zur genauen Abfrage an die Ehrenamtlichen stellen.


Den gleichen Gedankengang hatte ich auch Augenzwinkern

Wir können die Dinge zwar nicht beeinflussen, aber ich finde die ganze Diskussion doch sehr interessant. Die Intention dieses Forums besteht sicherlich auch nicht darin irgendetwas im Kreis Stormarn zu beeinflussen sondern dient lediglich dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Und was anderes findet hier auch gerade nicht statt.
PA80
Klar... Auch das wäre eine Möglichkeit... Außerdem soll der Feuerwehrfunk entlastet werden. Das könnte man wohl auch hinbekommen und kurz mit einem Dreizeiler festhalten...

Warten wir´s weiter ab!
Theo
So, bevor noch mehr Vermutungen sich hier verselbstständigen...

Um als Disponent auf einer Integrierten Leitstelle in Schleswig-Holstein tätig zu sein MUSS man 1. Rettungsassistent mit min. 3 jähriger Berufserfahrung nach Abschluß der Ausbildung (Rettungsdienstgesetz) sein und eine geeignete Feuerwehrtechnische Ausbildung (Brandschutzgesetz in der Regel wird als Eingangsvoraussetzung GF erwartet, ZF Weiterbildung erwünscht, je nach Leitstelle) haben.

Als "Ergänzung/Unterstützung" ist es sicherlich denkbar auch andere Kräfte einzusetzen. So wird bei großen Unwetterlagen in Lübeck z.B der IUK Stab alarmiert. IUK besteht aus Kameraden/inen der FF und THW und übt regelmäßig diese Tätigkeit. Die Notrufannahme erfolgt ausschließlich durch Disponenten der BF, diese geben entsprechende Einsätze an den IUK weiter welcher dann die Einheiten oder Fahrzeuge zu den Einsätzen Disponiert, und zwar im ganzen Stadgebiet unabhängig vom Ausrückebereich der FF´s!!
Es ist ständig ein Beamter der BF als "Verbibndungsoffizier" dabei.

Für die IRLS ist dieses Thema sicher noch nicht abgehakt, aber aus orginisatorischen Gründer erst einmal hinten angestellt.
Ausserdem haben wir in den größeren Gemeinden den Vorteil das die Wachen/Gerätehäuser Funk besetzt sind und die Einsätze dort dann selbst Koordiniert werden, d.h. wir geben dann gleich einige Einsätze auf einmal an die Wachen (per Fax oder Telefon) mit den entsprecheneden Prioritäten und die FF´s arbeiten diese Einsätze dann selbstständig ab.


@Torben: Zufrieden? :-)
Torben
Zitat:
Original von Theo
@Torben: Zufrieden? :-)


Ja, vielen Dank großes Grinsen
florian60
@Theo: Genau so wurde es auch von Seiten der IRLS angedacht. Die Stabsarbeit macht die Leitstelle mit ihren Disponenten - Die ehrenamtlichen Kräfte die IuK, genauer gesagt: Den Funkverkehr zu den Feuerwehren.
Notrufe sollten und dürften auf keinen Fall Ehrenamtliche annehmen - Wegen oben genannter Gründe!

@Torben: Warum keine Führungskräfte? - Gut ausgebildet sind diese doch, oder?
Torben
Sicherlich sind die gut ausgebildet - aber brauchst du die nicht eher im Einsatzdienst ?
Also ich meine jetzt ab Zugführer aufwärts..

Sieht vielleicht doof aus, wenn bei einem Unwetter zum Beispiel gerade ich mich oben in die warme IRLS setze und der Rest meiner Leute hier die Arbeit macht.

(Interesse hätte ich allerdings großes Grinsen )
Theo
Ich koch dir dann auch nen Tee Augenzwinkern
ff93
mir auch?