Nils_FF48
Nach jahrelangen internen Streitereien hat der Landrat im Kreis Dithmarschen die Freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde Burg aufgelöst.
Wie der NDR am Montagabend berichtete, muss Burg nun eine Pflichtfeuerwehr einsetzen, da zwei Drittel der freiwilligen Mitglieder ausgetreten waren. Ein ausreichender Brandschutz sei sonst nicht mehr gewährleistet.
Auslöser der Austrittswelle war der stellvertretender Wehrführer. Mit ihm wollten viele nicht mehr zusammenarbeiten - auch der Wehrführer selbst nicht.
Quelle: NDR
langer
Wenn viele Sturköppe aufeinander treffen, dann passiert sowas!
Es gibt ein Autoaufkleber, auf dem steht:
Ditmarschen, das letzte Abenteuer!
Ist wohl was wahres dran, leider
Cola Trinker
Sturköppe hin- oder her, es offenbart sich immer mehr ein Fehler im Brandschutzgesetz und in den Satzungen. Eine Person, die ich in ein Amt gewählt habe, werde ich so ohne witeres nicht wieder los.
Ebenso verhällt es sich mit dem "Ausscheiden" aus der Wehr. Ohne konkrete Verfehlung wird man ein Mitglied nunmal nicht los - auch wenn es keine gemeinsame Basis mehr gibt.
MOK
Sturköppe, Brandschutzgesetz oder "Ausscheiden" hin und her, wir in den freiwilligen Feuerwehren sollten auf einer guten zwischenmenschlichen Basis miteinander auskommen. Das nun nicht jeder jeden mag, ist normal. Für mich ist dieses nur ein Beispiel dafür, dass ein einziger Querolant (?) eine Gemeinschaft zerstören kann und das auf Kosten der Allgemeinheit, denn der Brandschutz war meines Wissens nicht mehr sichergestellt. Das sind aber nur Mutmaßungen, ich glaube, da könnte ein betroffener mehr darüber sagen.
langer
Ich glaube nicht, das es nur an einer Person liegt wenn es soweit kommt.
MOK
@Langer
Lese bitte den ersten Beitrag...
krampi
zum Thema Querulanten....
sicherlich ist es bei der Feuerwehr anders, das ist mir bewusst, beim DRK ist es wie folgt geregelt....
Jeder "Neue" ist 6 Monate Anwärter und danach beschließt die Gruppe, demokratisch ob der "Neue" bleiben darf und ich die Gruppe passt.
Sollte man sich nun nach 6 Monaten kein Bild machen können kann die Anwärterschaft auch verlängert werden, so entscheidet immer die Gruppe wer mitspielen darf und wer nicht.
grisu95
| Zitat: |
Original von krampi
zum Thema Querulanten....
sicherlich ist es bei der Feuerwehr anders, das ist mir bewusst, beim DRK ist es wie folgt geregelt....
Jeder "Neue" ist 6 Monate Anwärter und danach beschließt die Gruppe, demokratisch ob der "Neue" bleiben darf und ich die Gruppe passt.
Sollte man sich nun nach 6 Monaten kein Bild machen können kann die Anwärterschaft auch verlängert werden, so entscheidet immer die Gruppe wer mitspielen darf und wer nicht. |
Bei der Feuerwehr ist das ähnlich, nur dauert hier die "Probezeit" normalerweise 1 Jahr.
Hier ist das Problem aber anders begründet: die Mannschaft hat ein Problem mit dem stellvertetenden Wehrführer. Und hier kann man in der Feuerwehr eben auch nicht einfach einen gewählten Amtsträger seiner Funktion entbinden. Laut Brandschutzgesetz und Satzung ist hierfür größerer Aufwand nötig (ich glaube so was wie ein Misstrauensvotum, bitte mich zu korrigieren wenn ich hier falsch liege).
Wehrführer und Stellvertreter sind von der Gemeine-/Amtvertretung ins Amt gerufene Ehrenbeamte und daher auch nur von denen aus dem Ehrenbeamtenverhältnis zu entlassen. Man kann sich denken, was dafür für ein Aufwand getrieben werden muß (siehe oben).
Ob der hier gewählte Weg nun besser oder einfacher ist sei mal dahin gestellt, schließlich ist es jetzt so gelaufen.
Ich wünsche den Kameraden aus Burg, dass sie schnell wieder zu einem normalen Alltag zurück finden und sich bald wieder Freiwillige Feuerwehr nennen dürfen.
Filter
§ 11 Brandschutzgesetz:
Absatz 1 (zum besseren Verständnis verkürzt)
Die Mitgliederversammlung wählt in geheimer Wahl für sechs Jahre die Gemeinde- oder Ortswehrführung … (und) … die stellvertretende Wehrführung …
Die Gemeinde- oder Ortswehrführung sowie ihre Stellvertretung werden in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen.
Absatz 3
Die Wahl der Gemeinde- und Ortswehrführung sowie der Stellvertretung bedarf der Zustimmung des Trägers der Feuerwehr. Die Aufsichtsbehörde (Kreis) ist über die Zustimmung zu informieren.
Absatz 6
Ist die Wehrführung oder ihre Stellvertretung den persönlichen oder den fachlichen Anforderungen, die ihr Amt an sie stellt, nicht gewachsen, so kann sie auf Vorschlag des Trägers der Feuerwehr von der Aufsichtsbehörde vorzeitig abberufen werden.
Man kann die Wehrführung / Stellvertretung also durchaus los werden. Nur wird sich kein Bürgermeister den Schuh freiwillig anziehen wollen und die Aufsicht einschalten, gerade wenn es um die Beurteilung geht, ob jemand den persönlichen Anforderungen nicht gewachsen ist. Sowas muss doch zunächst gefälligst mal innerhalb der FF geklärt werden!! Für mich stellt sich außerdem die Frage, ob man nicht von dem Betroffenen – wie jetzt in Burg – ein gewisses Maß an Einsicht verlangen kann. Wenn der überwiegende Teil der Mannschaft offensichtlich dauerhaft nicht (mehr) hinter einem steht, muss man die Konsequenzen doch wohl selbst ziehen, oder nicht? Wie muss man eigentlich im Kopf struktuiert sein, wenn man sich gegen den Willen der Kameraden, die man führen soll, an einen Posten klammert und sogar die Auflösung der FF in Kauf nimmt?!? Die kam mit Sicherheit nicht von heute auf morgen. Da sind garantiert einige Gespräche – auch mit dem Bürgermeister – vorausgegangen.
MOK
sehr gut!!!
grisu95
@Filter:
Vielen Dank für die Infos bzgl. Brandschutzgesetz.
Du hast absolut recht, normalerweise sollte man diese Einsicht verlangen können.
Aber leider gibt es immer wieder Führungskräfte, die sich nicht um die Meinung ihrer Kameraden kümmern. Gleiches gilt, die sich vielleicht nur zu Vorstandssitzungen blicken lassen würden.
Weitere Aussagen möchte ich hier nicht tätigen, aber ich wäre an Stelle der Kameraden aus Burg auch nicht unbedingt glücklich mit den Zuständen. Aber für eine wirkliche Beurteilung der Situation müsste man schon nähere Infos haben.
storm
Von Just for Fun zu News verschoben.
langer
@MOK
Hab ich, und glaub es trotzdem nicht.
Franky
@ MOK
Ich aus der näherin Umgebung weiß nur so viel davon wie auf shz.de dazu stand. Der Brandschutz war an den Nachbargemeinden abgegeben, also fürs erste Sichergestellt!
Hier der Artikel:
Streit um die Seele der FF
In den Komentaren ist die Stellungsnahme des WF (ehemaligen). Vielleicht gibt das mehr Auskunft
MOK
Den Brandschutz abgeben für eine unbestimmte Zeit ist wohl KEINE Lösung. Aber Danke für den Artikel aus der SHZ. Für mich geht hier ganz klar hervor, dass sich der stv. WF an sein Amt klammert. Trotzdem ist das nur eine Vermutung, wie ich schon sagte, ein betroffener könnte sich dazu besser äußern.
Slartibartfass
Ich glaube hier braucht man nicht mehr von einer Vermutung sprechen. Wenn wegen einer Person mehr als die Hälfte der Kameraden austritt, dann sollte sich die person wohl noch mal überlegen ob sie da alles richtig gemacht hat.
Aber dazu gehört wohl auch Einsichtsvermögen und die Fähigkeit zur Selbstkritik.
Leider gibt es immer wieder Leute die ihre Ämter eher aus Geltungsbedürfnis als aus Berufung innehaben. Das sind dann ja auch häufig Menschen die es beruflich eher nicht geschafft haben.
Cola Trinker
Dieses schwarz - weiß denken ist allerdings auch zu einfach. Immerhin hat er auch die andere Hälfte der Kameraden hinter sich!
Wahrscheinlich schwelt da im Untergrund ein Konflikt, der von außen gar nicht beurteilbar ist. Die Wahrheit liegt immer in der Mitte und ob ein Wehrführer in einer Zeitung so ein Statement abgeen muss - naja sehr anrüchig. Was ist denn bei ihm mit Eigenkritik?
Franky
| Zitat: |
Original von Cola Trinker
Dieses schwarz - weiß denken ist allerdings auch zu einfach. Immerhin hat er auch die andere Hälfte der Kameraden hinter sich! |
Soweit mir bekannt ist, durch einen Bekannten der ehemaligen Burger Wehr, steht nicht mal die Hälfte die nicht gegangen ist hinter ihm. Dabei sind noch welche die Verpflichtet sind, welche die nicht den Mut zu diesem Schritt hatten und welche wo das Pflichtbewussein größer war! Es sollen nur 5 - 6 hinter ihm stehen!
Der Achtundvierziger
Rennt ein Wehrführer nicht mit Scheuklappen durch sein Amt, sollte er dies auch bemerken und nicht an seinem Posten klammern, wenn man will findet man immer einen Mittelweg...