Tiefensee: Führerschein-Ausnahme für Feuerwehr

99/5/1
Bundesminister lädt Feuerwehrverband zu „Rundem Tisch“ für Umsetzung

05.03.2009, „Wir werden in Deutschland einen Feuerwehr-Führerschein mit speziellen Prüfungsbedingungen für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis 4,25 Tonnen schaffen. Die Führerscheinordnung der Klasse B wird dafür um eine theoretische und praktische Prüfung ergänzt“, sicherte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee beim 4. Berliner Abend des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) eine Führerschein-Ausnahmeregelung für Feuerwehrangehörige zu. Er lud den Deutschen Feuerwehrverband ein, sich bei einem Runden Tisch mit den Bundesländern am 23. März zu beteiligen.

„Damit wird der Nachwuchs in den Feuerwehren gefördert, um weiterhin den beeindruckenden Einsatz für die Bevölkerung leisten zu können“, begründete Tiefensee. Durch die EU-Führerscheinrichtlinie waren viele, vor allem junge, Feuerwehrangehörige nicht mehr berechtigt, mit dem Pkw-Führerschein der Klasse B Feuerwehrfahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen zu bewegen.

„Wir nehmen das Angebot gerne an und werden uns tatkräftig an den Konkretisierungsplanungen beteiligen“, erklärte DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. „Wir hoffen, dass praktikable Lösungen dabei herauskommen und setzen auf die Kreativität und Unterstützung der Länder“, so der Verbandschef.

Rund 300 Feuerwehr-Führungskräfte aus allen Bundesländern, Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sowie fast 80 Bundestagsabgeordnete und deren Mitarbeiter nutzten die Gesprächsplattform des 4. Berliner Abends des Deutschen Feuerwehrverbandes, der in der Regierungsfeuerwache Tiergarten der Berliner Feuerwehr stattfand. „Der überwältigende Zulauf zeigt, dass die Veranstaltung als wichtiger Kommunikationstermin etabliert ist“, freute sich Kröger. Er dankte den Partnern Mercedes-Benz und T-Mobile sowie der Berliner Feuerwehr für die Unterstützung.

Claudia Crawford, Bundesministerin a. D. und neue Vorsitzende des Beirats des Deutschen Feuerwehrverbandes, zeigte sich begeistert von der Resonanz seitens Feuerwehr und Politik. „Sich hier zu engagieren lohnt sich. Die Feuerwehren sind aus dem öffentlichen Leben nicht wegzudenken – helfen Sie diesem Einsatz mit Ihrer Unterstützung etwa bei der Gewinnung neuer Mitglieder! Vor allem bei Frauen und Migranten gibt es hier noch ein großes Potenzial“, appellierte Crawford an die Bundestagsabgeordneten.

Fotos: Rico Thumser/DFV

Deutscher Feuerwehrverband
karl-heinz
Ich finde es gut das .Das Tiefensee .Für die Feuerwehr .Eine Ausnahmeregelungfür den Führerschein machen wollen .Ich hoffe das die Politiker nicht so lange brauchen um das Gesetzt zu beschlissen. Freude
storm
Tja schade nur, dass die 4,25t der Feuerwehr fast nichts bringen....
f95
Vor allem wird das ganze nichts großartig was bringen, wenn wie geschrieben dafür noch eine zusätzliche theoretische und praktische Prüfung zusätzlich kommen.

Die Fahrschulen werden sowas nicht kostenlos anbieten, somit kommen auf die Städte / Gemeinden wieder zusätzliche kosten zu.
Blaulicht-Reporter
Zitat:
Original von f95
Vor allem wird das ganze nichts großartig was bringen, wenn wie geschrieben dafür noch eine zusätzliche theoretische und praktische Prüfung zusätzlich kommen.

Die Fahrschulen werden sowas nicht kostenlos anbieten, somit kommen auf die Städte / Gemeinden wieder zusätzliche kosten zu.


Der FW-Führerschein soll 1000 Euro kosten. Dann kann ich auch gleich ein LKW-Lappen machen.
Benny
ja, der kostet um 1300 €, je nach Fahrschule (wenn man sich blöd anstellt wirds natürlich mehr ;-) )
99/5/1
Der Deutsche Feuerwehverband meldet sich zu diesem Thema mit der nachfolgenden Pressemitteilung zu Wort:

Feuerwehr-Führerschein: Klarheit statt Mogelpackung!

DFV fordert echte Entlastung und Mehrwert für ehrenamtliche Einsatzkräfte

26.03.2009, Berlin – „Wir lassen uns von Verkehrsminister Tiefensee nicht hinters Licht führen: Der Feuerwehr-Führerschein muss zu einer echten Entlastung führen und einen Mehrwert für das Ehrenamt bieten – sonst verfehlt er sein Ziel“, betont Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

„Für die Feuerwehren macht eine Feuerwehr-Fahrerlaubnis bis 4,75 Tonnen mit dem Führerschein der Klasse B nur Sinn, wenn sie ohne zusätzliche Ausbildung und Prüfung erteilt wird. Alles, was über eine organisationsinterne Unterweisung und Verwaltungsgebühren hinausgeht, löst die Probleme tausender Feuerwehren nicht“, bekräftigt Kröger. Aufgrund der hohen Kosten stünden vor allem kleine Feuerwehren mittelfristig vor dem Aus.

Der Spitzenverband der Feuerwehren setzt sich außerdem für eine Fahrerlaubnis bis 7,5 Tonnen bei spezifischer Ausbildung in der Feuerwehr ein. „Wir brauchen einen echten Lkw-Führerschein der Klasse C1 für deutlich unter 1.000 Euro. Damit muss dann aber auch die private Nutzung erlaubt sein – nur so werden wir junge Menschen zusätzlich zum Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren motivieren können“, erläutert der DFV-Präsident.

Der Verband hat in den vergangenen Tagen am Runden Tisch im Verkehrsministerium teilgenommen und zahlreiche Gespräche im parlamentarischen Raum geführt. Kröger: „Unsere Forderungen werden von einer breiten Allianz unterstützt. Deshalb werden wir weiter für eine gute Lösung kämpfen und uns nicht auf einen Etikettenschwindel einlassen. Wir fordern Klarheit statt Mogelpackung!“

DFV
MOK
Ich bin der Meinung, dass der 4,75t Führerschein bei der Feuerwehr absolut sinnlos ist, da selbst ein TSF/W heute schon 7,49t hat. Für den RD ist das natürlich wiederum OK.
Bei der Feuerwehr sollte man eher darüber nachdenken eine Art "kleinen LKW Führerschein", z.B. bis 15t, auf den Markt zu bringen. Noch sind auf dem Land zum Großteil Fahrzeuge bis 7,5t vorhanden, die, zumindest im Moment noch, von einem recht großen Kreis gefahren werden können, aber wie wird das bei Ersatzbeschaffungen, z.B. LF 10/6 und ausscheiden der "älteren"?
Niels65
Zitat:
Original von MOK
Ich bin der Meinung, dass der 4,75t Führerschein bei der Feuerwehr absolut sinnlos ist, da selbst ein TSF/W heute schon 7,49t hat. Für den RD ist das natürlich wiederum OK.


Das sehe ich genau so!

Zitat:
Original von MOK
Bei der Feuerwehr sollte man eher darüber nachdenken eine Art "kleinen LKW Führerschein", z.B. bis 15t, auf den Markt zu bringen. Noch sind auf dem Land zum Großteil Fahrzeuge bis 7,5t vorhanden, die, zumindest im Moment noch, von einem recht großen Kreis gefahren werden können, aber wie wird das bei Ersatzbeschaffungen, z.B. LF 10/6 und ausscheiden der "älteren"?


Hier sehe ich das Problem, dass es auf jeden Fall Untericht und Fahrstunden bedarf ehe ich ein Fahrzeug ( Besonders in der Blaulichtfahrt ) einigermaßen behersche. So etwas unter 1000€ zu bekommen ist das Problem.

Die Steigerung des zGG ( zulässiges Gesamtgewichtes ) kommt noch hinzu. Wenn man heute ein zehn Jahre altes LF16/12 neben ein neues LF10/6 stellt besteht kaum noch ein Unterschied.
Unser GW-D2 hat z.B. ein 18t Fahrgestell....

Gruß Niels
MOK
Das hier dann Unterricht betrieben werden muß, ist mir klar und für größere Fahrzeuge muß natürlich der LKW-Führerschein her. Die Masse der Fahrzeuge besteht aber nunmal in der Größenordnung um die 15t, oder nicht?
Niels65
Ja, mit den 15t kommt man gut hin. 10/6 ca. 10t - 12,5 ; HLF20 ca. 14,5t ...

Ich meinte aber mit Untericht den eines Fahrlehrers.

.... Ich hab das irgendwann schonmal geschrieben... ??? ... Ich bin auch ganz klar dafür, wer einen GW-L oder dergleichen fahren will ... sollte ein Seminar Ladungssicherung machen. Man schlägt immer die Hände über den kopf zusammen wenn man auf die Ladefläche der Gefahrgut-LKW auf der Budikate guckt ( wenn den mal wieder was komisch riecht Augenzwinkern ) !

Und ich kenne Kameraden die nicht wissen wie ein Spanngurt funktioniert ... Aber Hauptsache Großes Auto mit Blaulicht fahren.
Cola Trinker
Zitat:
Original von Niels65
Ja, mit den 15t kommt man gut hin. 10/6 ca. 10t - 12,5 ; HLF20 ca. 14,5t ...



Tut mir Leid, aber bei solchen Gewichten seid Ihr nunmal im Bereich des LKW Führerscheines und der musste auch für die Feuerwehr schon immer gemacht werden.

Einzige Ausnahme für Feuerwehren sollte sein, dass man auf die Gewichtsbeschränkungen der alten Klasse 3 eingeht. 7,5 to, ohne gebremsten Hänger und ausschließlich in Einsatzfahrzeugen würde ich für eine sinnvolle Ausnahmeregelung halten. Alles andere ist Augenwischerei oder zuviel des Guten.
MOK
Aber 7,5t reichen in Zukunft auch nicht mehr aus.
Barki
Also, ich sag nur

Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz

Was da noch auf alle Führerscheininhaber für schwere Kraftfahrzeuge zukommt ist die wahre Freude.

Da soll man doch tatsächlich "gezwungen" werden an Fortbildungsmassnahmen teilzunehmen.
Heisst nicht das das schlecht ist:zb Ladungssicherung
UND z B. wenn denn der Tag der Führerscheinverlängerung ansteht ,weil man 50 Jahre alt wird - und man hat diese ganzen Lehrgänge nicht, gibts auch keine Pappe mehr.

Wenns so tatsächlich kommt- oh oh wer soll dann noch unsere roten Autos fahren.

Naja, die mit dem "Stern" bieten solche Lahrgänge schon an: Kosta:ca. schlappe 1000€

Mal schauen was denn da noch alles kommt.

So nun Feuer frei.
Gruß
an
alle!!
Cola Trinker
Zitat:
Original von MOK
Aber 7,5t reichen in Zukunft auch nicht mehr aus.


Warum nicht?
Spitzmacher
@ Barki: Das mit dem Qualifikationsgesetz ist nur dann relewant wenn du diese Fahrzeugklassen als BERUFSKRAFTFAHRER nutzen willst! Sofern du deinen Führerschein vor dem 1.9.2009 gemacht hast! Jeder der danach den LKW Führerschein macht muss die Fachausbildung mit absolvieren! Ich hab das Glück das ich nun noch 5 Jahre Zeit hab mir meine Qualifikation anzueignen durch Lehrgänge, (DEULA in Rendsburg sind die günstisgsten im Moment). Und da bisher die Fahrzeuge der Blauen und Roten sowie Weisen Allianzen unter ein Sondergesetzt fallen (Bisher) gelten solche Beschänkungen für uns nicht! kannst du also mit 50 Jahre nachweisen das du das Fahrzeug hauptsächlich für den Dienstgebraucht (FF und Co) wirst du immer deine Pappe bekommen sofern du beim DOC nicht durchfällst! ;-)

Wir haben das bei uns in Neumünster gerade erst durchgesprochen auf einer Führungssitzung! Leider war dieses Thema auch bei uns gerade sehr aktuell. Deshalb sin im Moment alle Angehalten Ihre Führerschein vor dem 1.9.2009 zu machen!

Und solange der Herr Tiefensee wegen dieser Ausnahme Regelung noch nichts fest gemacht hat wird der Bund auch vorläufig keine Führerscheine mehr in Zukunft bezhalen.
MOK
Zitat:
Original von Cola Trinker
Zitat:
Original von MOK
Aber 7,5t reichen in Zukunft auch nicht mehr aus.


Warum nicht?


Hab ich weiter oben schon geschrieben.
Cola Trinker
Das erklärt es aber nicht. Nur weil sich viele Feuerwehren ein überdimensioniertes Fahrzeug kaufen?

Es gibt bis LF 10/6 Fahrzeuge auf 7,5 to Fahrgestellen. Erst darüber hinaus braucht man den alten Klasse 2. Das war aber schon immer so. Bis LF 8 Klasse 3 darüber Klasse 2.

Ich bin nunmal von der Hochrüstung einiger Wehren nicht überzeugt und daher auch nicht von einer Sondergenehmigung für Feuerwehrleute bis 15 to. Eine Ausnahme bis 7,5 to halte ich für gerechtfertigt (früher fuhren die Kameraden ja auch entsprechend), alles darüber hinaus ist Unfug.
MOK
Wenn dem so ist, bin ich auf Deiner Seite.

Nur:
Wo, bitteschön, ist ein TSF/W ein überdimensioniertes Fahrzeug? Sicherlich gibt es kleinere, aber guck Dir das von Klein-Boden an, das ist schon ein 7,5t Fahrzeug (meines Wissens). Das Problem ist nicht, dass sich die Wehren Fahrzeuge unbedingt anschaffen wollen, sondern das die Industrie hier immer weiter aufrüstet.
Cola Trinker
Naja, man bekommt ein TSF/W auch auf einem kleineren Fahrgestell. Muss ja nicht immer det Atego oder kleine MAN sein. Man kann auch z.B. ein MB Vario nehmen. Die FF Westerau hat ein Iveco Daily Fahrgestell.

Für ein normales TSF geht auch der Sprinter....

Als LF 10/6 gibt es z.B. ein Atego 818....