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Ratzeburg - Seit anderthalb Monaten haben die DRK-Rettungswagen ein Ortungsgerät an Bord. Eingeschaltet werden darf es aber nicht – aus Gründen des Datenschutzes.
Im Notfall kommt es manchmal auf wenige Minuten an, um einen verunglückten Menschen vor schwerem Schaden oder gar dem Tod zu bewahren. Das wissen alle, die im Rettungsdienst arbeiten. Deshalb sind sie ständig darum bemüht, jeden Patienten so schnell wie möglich zu erreichen. Aus diesem Grund sind vor anderthalb Monaten Ortungsgeräte in allen 21 Fahrzeugen des lauenburgischen DRK-Rettungsdienstes installiert worden. Mit diesem „Tom Tom Work“ lassen sich die Standorte der Wagen sofort erfassen, die Hilfe kann mittels GPS (Global Positioning System) schneller und effektiver auf den Weg gebracht werden. Nutzen dürfen die Rettungsassistenten die für etwa 20 000 Euro angeschaffte Technik bisher aber nicht.
Markus Hilchenbach, der Chef der Rettungsleitstelle für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn, begründete das in der jüngsten Sitzung des Kreisinnenausschusses mit datenrechtlichen Bedenken. Über das Ortungsgerät werden nämlich auch Patientennamen, Einsatzgrund und andere Fakten übermittelt. Die Frage ist, ob das vom Kreis mit dem Rettungsdienst beauftragte DRK diese elektronischen Daten erhalten darf. Hilchenbach sah Klärungsbedarf und schaltete deshalb in der vorvergangenen Woche das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz ein.
Beim Roten Kreuz in Ratzeburg löste das Empörung aus, und DRK-Geschäftsführer Martin Turowski machte aus seiner Verärgerung im Innenausschuss keinen Hehl. Er verweist unter anderem darauf, dass das Rote Kreuz die Einsatzdaten sowieso im Fahrtenbuch festhalten müsse – allerdings per Hand geschrieben. Turowski berichtete den Innenpolitikern, er habe sich bei anderen deutschen Rettungdiensten erkundigt und herausgefunden, dass es nirgendwo Probleme mit der Nutzung des Ortungssystems gebe.
Irritationen waren auch bei anderen Teilnehmern der Sitzung nicht zu übersehen. So zeigte sich Landrat Gerd Krämer verwundert über die Einschaltung der Datenschützer. Der Ausschussvorsitzende Norbert Brackmann (CDU) sprach von „riesigen Vorteilen“ des Ortungssystems bei Notfalleinsätzen: „Das erschreckt, wenn die Mittel zur Verfügung stehen, aber sich nichts tut.“
Ein Notfallpatient, der auf ganz schnelle Hilfe angewiesen sei, würde das nicht akzeptieren können, sagte der Unionspolitiker.
Möglicherweise lassen sich die Unstimmigkeiten jetzt doch noch kurzfristig klären. Heute soll ein Gespräch mit Datenschutzexperten stattfinden, an dem für den Kreis Herzogtum Lauenburg die Leitende Kreisverwaltungsdirektorin Dörte Kröpelin teilnimmt.
DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Turowski zeigte sich im Gespräch mit den LN sicher über den Ausgang der Beratungen. Er sei davon überzeugt, dass die Bedenken aus der Rettungsleitstelle keine tatsächliche Grundlage hätten und es unverzüglich grünes Licht für die Inbetriebnahme der Ortungsgeräte gebe. Eine Betriebsvereinbarung zwischen dem DRK-Kreisverband und dem Betriebsrat über die Nutzung des Tom-Tom-Works-Systems ist seit Anfang Juni unterschrieben.
Von Martin Stein
Quelle
Im Notfall kommt es manchmal auf wenige Minuten an, um einen verunglückten Menschen vor schwerem Schaden oder gar dem Tod zu bewahren. Das wissen alle, die im Rettungsdienst arbeiten. Deshalb sind sie ständig darum bemüht, jeden Patienten so schnell wie möglich zu erreichen. Aus diesem Grund sind vor anderthalb Monaten Ortungsgeräte in allen 21 Fahrzeugen des lauenburgischen DRK-Rettungsdienstes installiert worden. Mit diesem „Tom Tom Work“ lassen sich die Standorte der Wagen sofort erfassen, die Hilfe kann mittels GPS (Global Positioning System) schneller und effektiver auf den Weg gebracht werden. Nutzen dürfen die Rettungsassistenten die für etwa 20 000 Euro angeschaffte Technik bisher aber nicht.
Markus Hilchenbach, der Chef der Rettungsleitstelle für die Kreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn, begründete das in der jüngsten Sitzung des Kreisinnenausschusses mit datenrechtlichen Bedenken. Über das Ortungsgerät werden nämlich auch Patientennamen, Einsatzgrund und andere Fakten übermittelt. Die Frage ist, ob das vom Kreis mit dem Rettungsdienst beauftragte DRK diese elektronischen Daten erhalten darf. Hilchenbach sah Klärungsbedarf und schaltete deshalb in der vorvergangenen Woche das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz ein.
Beim Roten Kreuz in Ratzeburg löste das Empörung aus, und DRK-Geschäftsführer Martin Turowski machte aus seiner Verärgerung im Innenausschuss keinen Hehl. Er verweist unter anderem darauf, dass das Rote Kreuz die Einsatzdaten sowieso im Fahrtenbuch festhalten müsse – allerdings per Hand geschrieben. Turowski berichtete den Innenpolitikern, er habe sich bei anderen deutschen Rettungdiensten erkundigt und herausgefunden, dass es nirgendwo Probleme mit der Nutzung des Ortungssystems gebe.
Irritationen waren auch bei anderen Teilnehmern der Sitzung nicht zu übersehen. So zeigte sich Landrat Gerd Krämer verwundert über die Einschaltung der Datenschützer. Der Ausschussvorsitzende Norbert Brackmann (CDU) sprach von „riesigen Vorteilen“ des Ortungssystems bei Notfalleinsätzen: „Das erschreckt, wenn die Mittel zur Verfügung stehen, aber sich nichts tut.“
Ein Notfallpatient, der auf ganz schnelle Hilfe angewiesen sei, würde das nicht akzeptieren können, sagte der Unionspolitiker.
Möglicherweise lassen sich die Unstimmigkeiten jetzt doch noch kurzfristig klären. Heute soll ein Gespräch mit Datenschutzexperten stattfinden, an dem für den Kreis Herzogtum Lauenburg die Leitende Kreisverwaltungsdirektorin Dörte Kröpelin teilnimmt.
DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Turowski zeigte sich im Gespräch mit den LN sicher über den Ausgang der Beratungen. Er sei davon überzeugt, dass die Bedenken aus der Rettungsleitstelle keine tatsächliche Grundlage hätten und es unverzüglich grünes Licht für die Inbetriebnahme der Ortungsgeräte gebe. Eine Betriebsvereinbarung zwischen dem DRK-Kreisverband und dem Betriebsrat über die Nutzung des Tom-Tom-Works-Systems ist seit Anfang Juni unterschrieben.
Von Martin Stein
Quelle