99/5/1
DFV: Einsatzbereitschaft von 1,6 Millionen Menschen steht auf dem Spiel
16.08.2009, Berlin – Ärzte, Pflegepersonal und Einsatzkräfte sollen auf Kosten der Krankenkassen zuerst gegen die neue Grippe geimpft werden – so sieht es der Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor. Aber: Allen ehrenamtlichen Rettern in den Freiwilligen Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und den anderen Katastrophenschutzorganisationen will der Bund diese kostenlose Impfung jetzt verweigern, insgesamt 1,6 Millionen Menschen. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) kritisiert dies scharf.
Nach der Entwurfsfassung der Verordnung vom Freitag sollen nur noch „Beschäftigte der Vollzugspolizeien und der Berufsfeuerwehren“ diesen Schutz auf Rezept bekommen. DFV-Präsident Hans-Peter Kröger: „Übhttp://www.florian-stormarn.de/portal.php?sid=erall außerhalb der großen Städte im Land sorgen Freiwillige Feuerwehren nach Unfällen und bei Bränden allein für schnelle Hilfe. Freiwillige Feuerwehrleute wissentlich dem Risiko der Ansteckung auszusetzen heißt auch, die Einsatzbereitschaft dieser Wehren und damit den Schutz in den Kommunen zu gefährden. Viele Freiwillige Feuerwehren sind zusätzlich in die Pandemieplanung der Kommunen einbezogen. Ihr Einsatz wäre bei fehlendem Impfschutz hinfällig.“
Der DFV hatte im laufenden Rechtssetzungsverfahren extra auf die drohende Impflücke hingewiesen. Im ersten Referentenentwurf des Ministeriums war noch unscharf von „Beschäftigten der Feuerwehr“ die Rede. DFV, kommunale Spitzenverbände und Länder wie Hessen forderten daraufhin eine rechtssichere Formulierung für alle ehrenamtlichen Retter.
„Diese Bitte dann in das Gegenteil zu verkehren, ist absurd. Außerdem sind Beamte der Berufsfeuerwehren gar nicht gesetzlich krankenversichert, die Verordnung ist also reine Augenwischerei. Wenn Ministerin Schmidt uns den Grippeschutz verweigert, zeigt das einmal mehr, welche Diskrepanz zwischen Worten und Taten für das Ehrenamt liegt – es sind nur Sonntagsreden!“, kritisiert Feuerwehr-Präsident Kröger.
Quelle:
Deutscher Feuerwehrverband
Erst diese Führerscheinkrücke, und jetzt das! Was soll das?
99/5/1
Der Protest hatte offensichtlich Erfolg:
DFV: Grippeverordnung jetzt auf dem richtigen Weg
Impfung für alle in der Feuerwehr tätigen gesetzlich Krankenversicherten
19.08.2009, Berlin – Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) begrüßt, dass nach der heute beschlossenen Verordnung zur Influenzaschutzimpfung haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrangehörige kostenlos immunisiert werden. „Dies ist der richtige Weg, damit auch die mehr als eine Million ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen uneingeschränkt einsatzbereit bleiben“, sagt DFV-Präsident Hans-Peter Kröger.
Der Spitzenverband der Feuerwehren sieht seine Initiative mit Unterstützung der Landesfeuerwehrverbände als Erfolg. Kröger: „Die Verordnung zielt in erster Linie darauf ab, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren für die Unterstützung der nach dem Infektionsschutzgesetz zuständigen Behörden sicherzustellen. Sie will erreichen, dass Personen, die für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung wichtig sind, vorrangig geimpft werden. In der Begründung heißt es ganz richtig, dass auch Kräfte der Feuerwehren zu unterstützenden Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz herangezogen werden können.“
Im Rechtsetzungsverfahren war zuletzt vorgesehen, dass nur „Beschäftigte der Vollzugspolizeien und der Berufsfeuerwehren“ auf Rezept geimpft werden sollen. Dagegen hatten der DFV und seine Mitgliedsverbände scharf protestiert und auf die Folgen hingewiesen. „Die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr basiert in Deutschland ganz wesentlich auf dem Ehrenamt. Dies müssen alle berücksichtigen, die in diesem sensiblen Bereich agieren“, betont Kröger.
Deutscher Feuerwehrverband
storm
Na das ging ja doch ganz schnell.
Ich frage micht nur immer warum solche Planungen nicht fertig in der Schublade sind und bei Bedarf einfach umgesetzt werden. Letzlich macht es doch in der Organisation keinen Unterschied, ob Geflügel- oder Schweinegrippe.
f95
Ich gebe euch Recht das solche Planungen eigentlich fertig in der Schublade liegen sollten.
Allerdings wird gerade bei der Schweine(Mexico)Grippe viel Panikmache betrieben. Häufig gleicht der Krankheitsverlauf einer "normalen" Grippe ohne schlimme sympthome.
In meinen Augen ist eine Impfung der Freiwilligen Feuerwehren nicht unbedingt nötig, da sollten eher erstmal Menschen mit Geschwächtem Immunsystem wie z.B. Rentner,Schwangere,Kinder usw geimpft werden.
Auch wenn FF angehörige eventuell mit infizierten Personen in Kontakt geraten können, sollten die eh vorhandene Einsatzstellenhygiene dazu reichen sich nicht zu Infizieren.
Ich habe im RD schon mit etlichen H1N1 Patienten Kontakt gehabt, aber weder ich, noch einer der mir bekannten Kollegen hat sich damit angesteckt. Ich habe die letzten jahre noch nichtmal eine normale Grippeimpfung gehabt und hatte sie auch nie!
Wichtiger wäre in meinen Augen eine Flächendeckende Impfung der FF angehörigen gegen z.B. Hepatitis aber davon wird leider häufig auch seitens des DFV viel zu wenig gesprochen.
Xraywilli
@ Storm: Da irrst Du gewaltig.
Vogelgrippe und Neue Grippe ( Schweinegrippe ) sind allein schon von der Übertragung her unterschiedlich da die Neue Grippe beispielsweise von Mensch zu Mensch übertragbar ist was bei der Vogelgrippe nicht bzw. nicht nachweisbar der Fall war.
Auch ist die Art der Reaktion der Behörden und des Staates von vielen Faktoren abhängig. Oder wußtest Du wann, wie und vor allem in welchem Umfang die neue Grippe kommt?
( Wenn ja schlage ich vor Du spielst Lotto )
Es sind einfach zuviele Faktoren.
Ich möchte aber Wetten, dass es für Pandemien wie diese im Vorfeld Studien und Maßnahmenpläne gab wie man darauf reagiert. Und in den entsprechenden Organisationen gab es auch schon vor der Neuen Grippe Überlegungen für den Fall was passiert wenn. Außerdem gibt es Budgets aus denen das ganze bezahlt werden muß.
Und es ist wohl schwer ein solches Budget zu planen wenn man nicht weiß das eine Pandemie kommt und wie stark sie uns betrifft.
storm
| Zitat: |
@ Storm: Da irrst Du gewaltig.
Vogelgrippe und Neue Grippe ( Schweinegrippe ) sind allein schon von der Übertragung her unterschiedlich da die Neue Grippe beispielsweise von Mensch zu Mensch übertragbar ist was bei der Vogelgrippe nicht bzw. nicht nachweisbar der Fall war.
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Ja und die Impfung funktioniert bei beiden (und dutzenden anderen Krankheiten) etwa gleich oder? Nadel rein Spritze drücken Nadel raus.
Ich wusste nicht, dass die Art der Übertragung einen Einfluss auf die organisation einer Massenimpfung hat
| Zitat: |
| Ich möchte aber Wetten, dass es für Pandemien wie diese im Vorfeld Studien und Maßnahmenpläne gab wie man darauf reagiert |
Wenn man solche Pläne auf allen Ebenen hätte, müsste man doch nicht im Bedarfsfall um Impfung von Feuerwehrleuten streiten oder???
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| Und es ist wohl schwer ein solches Budget zu planen |
Mal unter uns ich bin Feuerwehrmann und Budgets gehen mir sowas von am A**** vorbei...
| Zitat: |
von f95
Allerdings wird gerade bei der Schweine(Mexico)Grippe viel Panikmache betrieben. Häufig gleicht der Krankheitsverlauf einer "normalen" Grippe ohne schlimme sympthome.
[...]
Wichtiger wäre in meinen Augen eine Flächendeckende Impfung der FF angehörigen gegen z.B. Hepatitis aber davon wird leider häufig auch seitens des DFV viel zu wenig gesprochen.
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Xraywilli
Sorry, aber ich glaube Du hast den Punkt auf den ich hinaus wollte nicht erkannt.
-Vogelgrippe Impfung für den Menschen = i.d.R. Unsinnig weil Übertragung schlicht und ergreifend schwer möglich ( keine Mensch-Mensch Übertragung )
-Neue Grippe Impfung = diskussionswürdig weil Mensch zu Mensch Übertragung möglich und dadurch auch Risikogruppen durch bereits Infizierte schwer erkranken können.
Eine Impfung verhindert nämlich nicht nur das man selber erkrankt sondern auch in gewissen Maße das man andere infiziert.
Nun lässt sich streiten ob die Neue Grippe sich in einem Maße ausbreiten kann das für Einsatzfähigkeit von Einheiten und Dienststellen der Gefahrenabwehr und öffentlichen Sicherheit ein Problem werden kann.
Ich denke das Risiko das Personen die Täglich viel Publikumsverkehr haben bzw. Personen die oft mit Risikogruppen in Kontakt kommen zuerst geimpft werden müssen.
Dies sind nun mal das Med. Personal von Krankenhäusern, Rettungsdienst, Pflegedienste, Polizei und BF ( da meist auch der Rettungsdienst eingebunden ist )
Wenn dieses Personal geimpft wurde und das BUDGET es her gibt wird man auch andere Gruppen impfen bei denen ebenfalls wichtig ist. Und da scheinbar genug Mittel zur Verfügung stehen bekommst wahrscheinlich auch DU deine Spritze.
bzgl. Hepatitis bin ich ebenfalls der Meinung das dies zu sehr vernachlässigt wird.
Hier sollte jeder der will auch die nötigen Impfungen kostenlos bekommen.
Slartibartfass
Hepatitis B hat bei uns die Gemeinde für alle Kameraden voll übernommen. Hepatitis A übernimmt unter gewissen Bedingungen (Dienstreisen nach Asien, Afrika etc.) mein Arbeitgeber.
Ich bin mir unschlüssig ob ich die "Mexiko"-Grippeimpfung überhaupt haben wollen würde. Es haben ja doch einige anerkannte Experten vor dem Impfstoff (den es ja wohl noch gar nicht gibt) wegen der möglichen Nebenwirkungen gewarnt.