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Es begann vor ein paar Wochen an einem übungs- und sitzungsfreien Dienstag, an dem ich mir endlich mal wieder mit Genuss CSI Miami, Dr. House und Monk in Folge auf der Couch reinziehen konnte. Monk richtete gerade seine Wandfotos mit der Wasserwaage aus, als meine Freundin begeistert aufschrie. Die grüne Wandfarbe wäre doch genau die richtige für unser Badezimmer. Das hätte es dringend nötig und bevor meine Mutter zu Weihnachten bei uns aufschlägt, könnte man doch mal eben noch streichen. Wenn etwas schon mit „mal eben“ anfängt!
Wir fanden uns also am Freitag im Baumarkt wieder, durchforsteten einige dutzend Farbmusterkarten und ließen am Ende 2,5 Liter Farbe im Grünton „St. Patrick 3C matt“ anrühren. Laut Farbanrührerin genug, um ein halbhoch gefliesstes Bad mit einer Grundfläche von ca. 6 m² gleich zweimal zu streichen.
Am Samstag schraubten wir zunächst alle Schränke, Regale und den Duschvorhang von den Wänden, klebten das Bad ab und ich glaubte bis dahin, dies sei noch die lästigste Aufgabe. Doch das Streichen ging seltsam zäh voran und auf dem letzten Quadratmeter Decke ging uns die Farbe aus. Beim ersten Anstrich wohlgemerkt. Es nützte nichts, ich fuhr in Malerklamotten und somit leicht assimäßig zum Baumarkt und kaufte einen weiteren Liter Farbe. Die Farbanrührerin erkannte mich prompt wieder.
Als der letzte weiße Fleck an der Decke übertüncht war, standen wir glücklich im Badezimmer. Die Farbe passte bestens. Wir schraubten nach ein paar Stunden alle Schränke usw. wieder an die Wand. Nur das Faltrollo nicht, denn das sah doch ziemlich schäbig aus. Kann man bei Ikea neu kaufen, kostet nicht die Welt. Wie ließen uns für den Rest des Abends zufrieden auf der Couch nieder.
Ich war schon kurz vorm wegdösen, als plötzlich meine Freundin fassungslos darum bat, doch eben mal ins Bad zu kommen. Entgeistert musste ich feststellen, dass sich die Farbe großflächig von Decke und Wand löste. Frustriert gingen wir ins Bett. Am Sonntag entfernten wir die abbröckelnde Farbe und meine Freundin hatte die großartige Idee, die darunter befindliche Tapete mit Schleifpapier aufzurauen und anschließend noch mal zu streichen. Um es kurz zu machen, das Ergebnis war sich lösende Farbe. Dafür kam uns in einer anderen Ecke des Bades die Farbe gleich samt der Tapete entgegen und darunter ein makelloser Putz zum Vorschein. Das brachte mich wiederum auf die großartige Idee, die Tapete im kompletten Badezimmer abzureißen und anschließend gleich auf den Putz zu streichen. Eine Tapete im Badezimmer ist sowieso ziemlich blödsinnig.
Mittwoch fuhren wir zu Ikea. Die Faltrollos gibt’s erst im nächsten Jahr wieder in passender Größe. Am nächsten Freitag gab es dafür im Baumarkt auf Farbe 33 Prozent Rabatt. Die Farbanrührerin dutze mich inzwischen. Wir nahmen diesmal gleich 5 Liter. Abends gegen 19 Uhr begannen wir damit, wieder alle Schränke usw. abzuschrauben und anschließend mit dem Abreißen der Tapete. Da, wo sie uns ohnehin von selbst entgegen gekommen war, ging das auch völlig problemfrei. Aber auch nur da! Samstag Morgen gegen halb zwei waren wir fertig.
Ich weiß nicht, wie viele Liter Wasser wir an Wände und Decke gespritzt, wie oft wir geflucht und wie oft wir uns gegenseitig angeschrien hatten. Wir knabbelten schichtenweise zentimetergroße Tapetenstücke von den Wänden, der Putz kam uns dafür in größeren Stücken entgegen und teilweise auch Gips. Nicht etwa Baugips, nein, das war Gips, den man eigentlich als Verbandmaterial im Krankenhaus benutzt! Dafür fanden wir immerhin den Grund, warum die Farbe an der Decke nicht gehalten hatte. Die Gaube hatte wohl mal einen Wassereinbruch und exakt da, wo sich die vergilbten alten Wasserflecke befanden, kam die Farbe wieder runter. Der Grund, warum die Farbe an der Wand nicht hielt, fiel mir auch irgendwann wieder ein. Als ich in die Wohnung einzog, hatte ich sämtliche Räume gestrichen. Als ich nach 4 Zimmern zuletzt im Bad ankam, hatte ich nach einer halben Wand einfach keine Lust mehr. Das Bad sah eigentlich noch gut aus, das blieb so, fertig! Genau bei dieser halben Wand war jetzt die grüne Farbe offensichtlich die eine Farbschicht zu viel.
Während des Abreißens der Tapete war uns die Erkenntnis gekommen, dass hier nichts mit auf den Putz streichen ist. Kraterlandschaften! Wenn da nur Farbe rauf soll, muss komplett neu verputzt werden. Also nur die Krater ebnen, tapezieren und dann streichen. Es gibt tatsächlich Dinge, die ich noch nie in meinem Leben gemacht habe. Tapezieren gehört dazu und ich wusste, ein Badezimmer in einer Dachwohnung, in dem mittig die Gaube endet, ist mit all seinen Schrägen, Ecken und Winkeln definitiv nicht der Raum, um damit anzufangen.
Meine Freundin schaffte das Unmögliche und reaktivierte noch in der Nacht einen alten Freund, den sie zwar seit rund 5 Jahren nicht mehr gesehen hatte, der aber gelernter Maler war. Nach 5 Stunden Schlaf sammelten wir ihn am Samstag Morgen in Hamburg ein, zeigten ihm das Bad und fuhren zum Baumarkt. Die Farbanrührerin grinste über sämtliche Backen, als sie uns im Gang mit den Tapeten fand. Beladen mit zwei Rollen Tapeten, Kleister, Moltofil, einem Tapeziertisch und zwei Sixpack Bier ging es nach Hause. Ich habe an diesem Tag viel übers Tapezieren gelernt. Vor allem eines: dafür habe ich weder Geduld noch Nerven und erst recht kein Talent. Gelernt habe ich auch, dass man die Schrankschrauben usw. vor dem Tapezieren in die Bohrlöcher dreht, sonst findet man diese nicht wieder.
Für das Bad sind übrigens 8 Liter Kleister drauf gegangen. Der gelernte Maler meinte, er habe selten so saugende Wände gesehen und es wäre kein Wunder, dass wir soviel Farbe gebraucht hätten bzw. die Tapeten nicht runter bekamen. Irgendwie tröstete mich das dennoch nicht.
Am Sonntag strichen meine Freundin und ich das Bad. Ich habe daran keine Erinnerungen mehr, aber irgendwann waren wir fertig und irgendwann hingen auch alle Schränke wieder da, wo sie hingehörten. Nur das Faltrollo nicht. Das war inzwischen zwar dank Chlorbleiche wieder schneeweiß und hätte wieder ran gekonnt, aber die Bohrlöcher für das Drahtseil, an dem das Rollo befestigt wird, waren nicht nur übertapeziert, der gelernte Maler hatte sie auch gleich mit Moltofil verschlossen. Die Schrauben waren direkt mit dem Drahtseil verbunden, deshalb konnte ich sie nicht in die Bohrlöcher drehen und ich hatte dem gelernten Maler dummerweise auch noch gesagt, alle offenen Löcher können zu. Also kaufen wir jetzt doch demnächst ein neues Faltrollo und dann überleg ich mir, wie ich das vors Fenster bekomme.
Sonntag Abend beim Zähneputzen entdeckte ich die ersten Nähte, an denen sich die Tapete wieder löste. Bis Montag Morgen wurden es mehr. Der gelernte Maler meinte, wir sollen Kleister mit dem Spachtel drunterschieben und die Nähte noch mal mit Farbe überpinseln. Watt Glück, das beides noch in Resten da war. Hielt bis Dienstag. Mittwoch klebte ich die Nähte mit Holzleim fest. Hält! Sieht nur bescheiden aus! Meine Freundin und ich waren unglücklich.
Letzten Freitag waren wir im Gartenbaucenter. Dort kannte uns noch keiner. Wir kauften Bambusrohre, Schilfimitat und eine Heißklebepistole. Jetzt kleben auf den Tapetennähten Bambusrohre, längs und quer. In den Bambusrohren steckt Schilfimitat. Sieht gemütlich aus und irgendwie asiatisch. Nur die Katzen drehen durch, weil sie an das Schilf wollen, aber nicht rankommen. Eine gelbe Quietscheente ist auch am Bambusrohr festgeklebt. Meine Freundin ist zufrieden. Fehlt nur noch ein Faltrollo.
Ich habe jetzt einen Tapeziertisch, den ich nie wieder brauche, eine Heißklebepistole, mit der ich bestimmt noch viele lustige Sachen zusammenkleben kann, zwei Wochenenden mit dem Badezimmer verbracht und mal eben mindestens 100 Euro mehr ausgegeben, als geplant. Mal eben.
langer
Filter Gott sei Dank gibt es dieses Forum, wo du dein Kummer runterschreiben kannst, den ansonsten würde ich mir echt Sorgen um dich machen
rauchtaucher
Wie heißt es so schön in der Werbung? Hätt er mal jemanden gefragt, der sich damit auskennt.
Ist natürlich Blödsinn, denn dann könntest Du solche Texte nicht mehr schreiben.
Ich sag es nochmal, Arne: Schreib endlich Bücher!!!!
BS112
......... und als nächstes ist der Flur oder das Wohnzimmer dran.....
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| Zitat: |
Original von BS112
......... und als nächstes ist der Flur oder das Wohnzimmer dran.....
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Das Wohnzimmer sieht noch korrekt aus und der Flur hat noch nie korrekt ausgesehen! Aber ich höre im Hintergrund gerade, die Türrahmen wären dringend fällig. Klar, die könnte man mal eben abschleifen. Warum nicht auch gleich die Türen?? Am Besten noch vor Weihnachten?
Nö, das Drama gerade mit dem Weihnachtsbaum langt mir. Das ging schon damit los, dass ich den Verkäufer fragte, ob er sich sicher wäre, dass die Tanne 100 cm hoch ist. Die müsse doch mindestens zwei Meter haben. Hatte sie auch, die 100 wären der Preis! Nein, man hört zwar überall, die Bäume wären so wahnsinnig teuer geworden. Ich hab fur gute 1 1/2 m Nordmanntanne 25 Euro gezahlt und das ist keine Krücke. Nur bis die stand!!! Schief! Schief! Immer noch schief! Gerade! Halt!! HALT!!! Schief zur anderen Seite! Wir bräuchten eigentlich einen größeren Fuß, aber ein vernünftiger kostet soviel wie zwei Bäume. Unsere Tanne ist jetzt an der Heizung festgebunden und halbwegs senkrecht. Muttern kann eh nicht mehr so gut gucken. Nur Verkehrsschilder, die erkennt sie immer noch und erklärt mir deren Bedeutung. Und sie weiß inzwischen auch, dass das Sackgassenschild kein Hinweis auf eine Tankstelle ist.
BS112
@ Filter
Nur Rahnmen und Türen?.... Bis Weihnachten?.... Kein Problem, das schaffst du schon....
Weihnachtsbaun schief erklärt sich mit der Erdkrümmung.

Das muss so sein. Am besten an die Decke hängen, oder?
Keine Tankstelle am Ende der Sackgasse?

Schade
balu
@Filter
Türrahmen fertig?
rauchtaucher
Meinst Du, er ist jetzt schon fertig? Nach gestern, würde ich sagen, es sind noch mindestens 2 Wochen.
Ich wünsche allen einen ruhigen Übergang ins Neue Jahr und mögen all eure Wünsche und Pläne fürs nächste Jahr sich erfüllen.
mkG Mike
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Mal eben. Die Zweite!
Neulich stellten meine Freundin und ich den Niedergang unserer sozialen Kontakte fest. Ich pflegte z.B. stets einen guten (natürlich rein freundschaftlichen) Kontakt zu meinen Ex-Freundinnen. Aus und vorbei! Meine Freundin ist da wahnsinnig eifersüchtig und hat den Kontakt zu ihren Beziehungen nach der Trennung immer konsequent beendet. Mein Freundeskreis verteilt sich von Kiel über Sachsen bis nach Baden-Württemberg. Früher hab ich mich am Wochenende einfach mal für einen Besuch ins Auto oder den Flieger geschwungen. Heute haben wir zwei Katzen, die in der Zwischenzeit versorgt werden wollen. Alles nicht mehr so einfach, nix mehr mit spontan mal ein paar Tage weg. Nun gut, jedenfalls zeigte uns ein Blick in die SMS-Speicher und Anruflisten unserer Handys, dass wir zunehmend nur noch untereinander kommunizieren und dann war es soweit: „Guck mal Schatz, bei Alice gibt es einen Partner-Mobiltarif, da können wir kostenlos miteinander telefonieren. Lass uns doch mal eben so einen Vertrag abschließen!“
Mal eben! Natürlich habe ich mich breit schlagen lassen und bislang hat nichts, aber auch gar nichts ohne Schwierigkeiten geklappt! Unser Festnetz inkl. Internet lief bislang bereits auf ihren Namen bei Alice. Ihr Handy war Prepaid über Vodafone, meins ein Festvertrag bei E-Plus. Eigentlich funktionierte doch alles bestens! Ich hatte eine mobile Flatrate, sprich meine Anrufe und SMS zu ihrem Handy waren ohnehin bezahlt und sie investierte allerhöchstens 10 Euro im Monat, um ihre Handykarte wieder aufzuladen.
Dennoch, an einem Samstag im November fand ich mich samt Freundin bei Saturn wieder, weil es dort das nächste Alice-Center gibt. Der Berater verklickerte uns die Gebühren. Immerhin, es würde für mich zumindest nicht teurer werden. Viel billiger allerdings auch nicht. Die Auswahl der Handys wurde zur Geduldsprobe. Ich hatte mich schnell auf ein Nokia festgelegt. Meine Freundin ließ sich jedes mögliche Handy ausführlich erklären, begrabbelte es und wog es in der Hand. Irgendwann standen nur noch zwei Handys in der engeren Wahl, ein Nokia und ein Sony Ericsson. Das Sony Ericsson war das bessere, aber die Rückseite war rot! Na und, ist halt ein Frauenhandy! Meine Freundin ist eine Frau!! Nee, sie entschied sich für das Nokia. Eine Woche später stellte sich heraus, dass unser Badezimmer-Maler exakt dieses Nokia-Handy hatte. Alles gut, alles schön, aber wenn man auf Fotos Wert liegt, taugt das Nokia mangels Blitzlicht nicht viel. Wie? Kein Blitzlicht? War ihr bei Saturn gar nicht aufgefallen. Jetzt wollte meine Freundin doch lieber das Sony Ericsson. Ein Telefonat mit Alice und die Bestellung war geändert. Wenig später telefonierte ich wegen einem gleich noch näher geschilderten Problem mit Alice und auch dabei bestätigte man mir mein Nokia und ihr Sony Ericsson. Letzte Woche wurden die Handys geliefert. Zwei Nokias! Also ging ihr Nokia retour. Irgendwann nächste Woche ist dann hoffentlich das richtige Handy da.
Wenn man einen neuen Handy-Vertrag abschließt, muss man den alten Handy-Vertrag kündigen. Irgendwie logisch Bei einem Prepaid-Vertrag funktioniert das relativ problemlos, man muss sein Handy nur mit einem bestimmten Geldbetrag aufladen, den bucht Vodafone dann wieder runter und der Vertrag ist Geschichte. Allerdings sollte man den Betrag vor der Kündigung aufladen, sonst klappt das nicht. Aber beim zweiten Anlauf haben wir das hinbekommen.
Bei einem Vertragshandy schaut das Ganze etwas anders aus. Ich knüpfte mir meinen Vertrag und die anliegenden allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor und stellte fest, dass ich meinen im Januar 2010 auslaufenden Vertrag einen Monat vorher kündigen muss. Gesagt getan und alsbald auch die schriftliche Bestätigung in der Hand gehalten. An der fiel mir nichts Besonderes auf, wahrscheinlich, weil ich gedanklich bereits mit dem Datumwechsel 2009/2010 beschäftigt war. Am nächsten Tag rief mich E-Plus an und fragte, nach dem Warum und Wieso. Ich erklärte mich lang und breit und überhaupt, früher hat sich E-Plus immer schon 4 Monate vor Vertragsende gemeldet und um Verlängerung gebettelt, wobei stets ein kostengünstiges neues Handy für mich abfiel. Diesmal hatten sie sich nicht gemeldet. Mitten im Telefonat fragte E-Plus mich plötzlich, ob ich mitgeschnitten hätte, dass meine Kündigung nicht rechtzeitig erfolgt sei und daher erst zum Januar 2011 gültig wäre. 2007 hätte man mir neue AGBs zugesandt, in denen sich die Kündigungsfrist auf drei Monate verlängerte.
Schockschwerenot! Ich schnaubte! Ein Jahr lang 2 Handys und die entsprechenden Kosten? Wer liest schon neue AGBs? Okay, das war recht eigentlich meine eigene Schuld. Aber wieso meldet sich E-Plus seit 10 Jahren alle zwei Jahre wegen einer Vertragsverlängerung bei mir und ausgerechnet nach der klammheimlichen Verlängerung der Kündigungsfristen lassen die mich dermaßen auflaufen und melden sich nicht? Wie viele vertrauensselige Kunden sind dadurch eigentlich zu einer so nicht gewollten Vertragsverlängerung gekommen? Genau das schrieb ich E-Plus. Nebenbei (Dank an HGW Schmidt) bat ich darum, mir am besten mittels Einschreiben nachzuweisen, dass mir die neuen AGBs seinerzeit zugegangen sind. Letzte Woche entließ mich E-Plus zum gewünschten Termin im Januar 2010 aus meinem Vertrag! Ich hoffe jetzt nur, die stellen sich bei der Rufnummernübertragung nicht quer. Meine Mobilnummer will ich nämlich gefälligst behalten. Das war von vornherein meine Grundbedingung für einen Vertragswechsel.
Zurück zum Alice-Berater bei Saturn. Der wies uns beim Abschluss des Partner-Mobilvertrages darauf hin, dass wenn wir jetzt auch einen Festnetzvertrag bei Alice abschließen, wir einen Gutschein von Saturn im Werte von 200 Euro bekommen. Wozu? Wir haben bereits einen Festnetzanschluss von Alice. Meine Freundin war sofort Feuer und Flamme. Von dem Gutschein könnten wir uns doch einen kleinen LCD-Fernseher fürs Schlafzimmer kaufen. Seit dem wir das hohe Bett haben, kann sie den alten Fernseher so schlecht sehen und den Flachbildschirm kann man ja an die Wand schrauben. Aber der alte Fernseher funktioniert doch bestens?! Hatten wir nicht mal vereinbart, neue Fernseher gibt’s erst, wenn die alten kaputt gehen? Wir müssen nicht ständig die neueste Technik haben.
Jede Diskussion wäre sinnlos gewesen. Wir kündigten ihren Festnetzvertrag und schlossen für mich einen neuen ab. Der Berater sah, dass wir derzeit einen ISDN-Anschluss haben und fragte, ob wir den wirklich benötigen? Das Internet läuft über DSL und mehr als ein Festnetztelefon betreiben wir über den Anschluss auch nicht. Dann langt auch ein Analoganschluss. Spart 4 Euro im Monat. Meine Freundin ärgerte sich, dass sie zwei Jahre jeden Monat 4 Euro zu viel gezahlt hat. Ich hingegen fragte mehrfach nach, ob es da tatsächlich zu keinen Problemen kommt? Nein, das täte es nicht.
Tut es doch! Nicht nur, dass ich mir die neue Festnetznummer einfach nicht merken kann – die alte war so schön einfach – und uns die erneute WLAN-Einrichtung für den Internetanschluss fast um den Verstand brachte (hier der Dank an Philipp). Nein, als letzte Woche unser neues Festnetz-Modem kam, fand ich schnell den Haken an der Sache. Wir haben ein ISDN-Telefon! Das funktioniert nicht analog! Das hat vor zwei Jahren mal über 80 Euro gekostet! Bei Ebay bekommt man jetzt vielleicht noch 5 Euro dafür! Also geht der 200 Euro-Gutschein von Saturn zunächst mal für ein neues Analog-Telefon drauf. Ob der Gutschein dann noch für einen LCD-Fernseher langt?
Nein, er langt nicht! Zwar bekommt man ein brauchbares Analog-Telefon für deutlich unter 50 Euro, aber selbst die kleinen LCD-Fernseher fangen erst bei 200 Euro an. Und für eine Wandhalterung kommen noch mal 25 Euro obendrauf. Trotz zäher Verhandlungen und saftigem Nachlass, am Ende habe ich 60 Euro aus eigener Tasche dazugeblecht.
Der Fernseher hängt schief! Trotz Wasserwaage und Zollstock! Die Gaube ist schief und somit auch die Decke. Sieht komplett sch… aus! Und der Fernseher piept! Unregelmäßig geht gelegentlich für 5 Sekunden der Ton weg und stattdessen kommt ein nerviger Signalton. Der Kundenservice sagt, ab 10 m Kabellänge zwischen Fernsehbuchse und Fernseher kann es mit der Signalübertragung durchaus problematisch werden. Fällt bei alten Röhrenfernsehern nur nicht so massiv auf. Ich soll den Fernseher mal direkt im Wohnzimmer an die Buchse hängen. Piept er dann nicht mehr, ist es das Kabel. Piept er dann immer noch, ist es eine Garantiesache.
ICH HABE KEINEN BOCK MEHR!
PS: Wir haben die Heizung im Bad neu gestrichen und mit dem restlichen Heizungslack die Türrahmen ausgebessert. Sieht besser aus als es klingt!
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Kurze Zwischenmeldung:
Meine Freundin hat ihre Rufnummernübertragung inzwischen erfolgreich hinter sich, wartet aber immer noch auf ihr Sony Ericsson. Ich habe mein Nokia inzwischen erfolgreich eingerichtet und begriffen, warte aber immer noch auf die Rufnummernübertragung.
Birgit
wie jetzt? das war alles?
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Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Gestern kam das Sony Ericsson Handy! Nach 3 Monaten!! Es bedurfte dafür nur ungezählter Telefonaten und E-Mails mit und an Alice und Saturn und einem abschließenden persönlichen Besuch in der Firmenzentrale von Alice am Überseering.
Irgendwann gewöhnt man sich daran, dass das in Retour gegebene Nokia-Handy bei jedem Telefonat zunächst nie bei der Versandfirma angekommen war. Nach dem Verweis, dass uns der Retourschein vorliegt und der schwarze Peter somit bei Alice steckt, teilte man uns 10 Minuten später im nächsten Telefonat in schöner Regelmäßigkeit mit, dass das Nokia-Handy doch eingegangen ist. Sogar original verpackt! Ach was?! Wir haben’s schließlich nicht in die Hand genommen, sondern gleich am nächsten Tag umgehen wieder bei DHL abgegeben. Alle Telefonate hatten jeweils zum Resultat, dass das Sony Ericsson spätestens Ende nächster Woche geliefert wird. Was natürlich nie passierte.
Vor drei Wochen ließen wir unseren Dampf persönlich beim Alice-Beratungsstand im Saturn ab. Dort bestätigte man uns, was wir schon von anderer Seite gehört hatten: Alice war mal ein Telefonunternehmen mit 10.000 Kunden und Personal für 10.000 Kunden. Heute haben sie mehrere 100.000 Kunden, aber immer noch Personal für 10.000 Kunden. Am besten wäre es, mal persönlich in der Firmenzentrale aufzuschlagen. Taten wir dann letzte Woche auch.
Der dortige Serviceberater erklärte uns, jeder wäre heute ersetzbar. Er vermutlich auch. Ansonsten erfuhren wir nichts Neues. Das Nokia ist nie angekommen. Nach Vorlage des Retourbelegs war es dann plötzlich doch da, aber Schuld ist die Versandfirma, denn das ist ja nur ein Subunternehmen und E-Mails sollte man zu Alice gleich mal gar nicht schicken, denn er wüsste, wer die dort bearbeitet und überhaupt und sowieso, jeder ist heute ersetzbar, wie gesagt. Vor dem Gespräch hatte mich zufällig der Reporter Jens Burmeister angerufen, weil mal wieder ein Hund auf der A1 herum geirrt war. Im Gespräch mit dem Alice-Berater fragte meine Freundin mich plötzlich laut vernehmlich, für welche Zeitung der Burmeister eigentlich schreibt. Im selben Atemzug fragte sie den Alice-Berater, wie Alice uns denn jetzt für den Aufwand entschädigen möchte. Außer dem Erlass der Grundgebühren rückwirkend zum Vertragsbeginn – zur Erinnerung, der war im Januar – holte sie nichts raus. Ich fühlte mich auch nicht so ganz wohl dabei und wartete ständig auf die Frage, was wir denn mit dem zweiten 200 Euro Saturn-Gutschein gemacht hätten, der uns von Alice zugeschickt worden war. Den sollte es ja nur einmal geben, wir hatten das Geld aber bekanntlich Saturn wegen der falschen Festnetztelefonberatung direkt aus dem Kreuz geleiert und auch umgehend umgesetzt. Das die das nicht mit Alice klären, ist ja nicht unser Problem. Er hat nicht gefragt und wenn er es getan hätte, dann hätte ich ihm von der DBV-T Antenne erzählt, die wir u.a. davon gekauft haben. Seit dem piept der Flachbildfernseher im Schlafzimmer auch nicht mehr!
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Nö, Mittagspause
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Letztens war es mal wieder soweit. Das Wasser im Waschbecken floss immer schlechter ab. Da am Waschbeckenanschluss auch die Waschmaschine mit dran hängt, kam bei deren Betrieb inzwischen regelmäßig Spülwasser im Waschbecken an. Muss man mal was machen. Meine Frau leugnete inständig, dies könnte mit ihren Haaren zu tun haben und verwies entrüstet auf meine Exfreundinnen und deren Haare. Das führte zu einer längeren Diskussion über die Haarfrisuren und das Duschverhalten meiner Exfreundinnen, ferner über Katzenstreu und irgendwann kam meine Göttergattin dann mit Abflussfrei vom Supermarkt zurück. Teufelszeug. Weiß ich jetzt auch, aber hinterher weiß man immer mehr. Ich hielt mich genau an die Bedienungsanleitung. Abgewogene 30 Gramm in den Abfluss gekippt, eine Tasse Wasser hinter und nach 30 Minuten kräftig mit Wasser nachgespült. Das Wasser floss herrlich schnell ab … und kam in der Badewanne wieder hoch. Äh, Schatz? Mach mal in der Küche Wasser an. Das Wasser in der Badewanne stieg. Die nächste Viertelstunde übten wir uns abwechselnd im pümpeln ohne dass sich auch nur irgendwas tat. Zu später Stunde erreichte ich endlich das Sanitärfachpersonal unserer Feuerwehr. Trotz meines Hinweises versuchte auch er sich zunächst erfolglos im pümpeln. Dafür klingelte unsere Nachbarin das erste Mal, zeigte nach kurzer Erläuterung jedoch Mitleid.
Mein Sanitärfachverständiger raste in der Zwischenzeit zu seiner Hamburger Firma und kam mit einer Handspirale zurück. Er schraubte die Waschbeckenanschlüsse in Küche und Bad auseinander, landete mit der Spirale aber immer wieder deutlich hörbar unter der Badewanne, ohne das sich etwas tat. Beim zweiten Klingeln, es war mittlerweile deutlich nach 22.00 Uhr, war die Nachbarin nicht mehr ganz so verständnisvoll. Auch der Kollege verwies auf die alten Bleirohre und sprach, bevor er jetzt noch irgendeinen Schaden mit der Spirale anrichtet, solle ich mich doch lieber an den Vermieter wenden. Die fortgeschrittene Uhrzeit hielt meine Frau nicht davon ab, umgehend den Notdienst anzurufen. Der war sehr erfreut, fragte, ob das Klo noch funktioniert – was der Fall war - und dass das dann ja wohl Zeit bis morgen hätte.
Ich nahm mir notgedrungen Urlaub und im Laufe des Vormittags hatte ich abschließend drei Sanitärarbeiter im Bad stehen. Die stellten zunächst fest, dass die Badewanne keinen Fliesenrahmen hat, zertrümmerten daraufhin mit dem Hammer ein paar Fliesen und siehe da, es gab den Rahmen doch. Unter der ersten Fliesenschicht gab es noch eine Zweite samt Rahmen. Hatte man damals einfach übergefliest. Was mich noch mehr verstörte war die Tatsache, dass sie sich anschließend nicht weiter um die Zugangsöffnung kümmerten, die sie gerade geschaffen hatten, sondern mit einer Hochdruck-Rohrpistole von oben über den Badewannenabfluss die Verstopfung letztendlich erfolgreich beseitigten.
In der darauffolgenden Woche war der Hausmeister da. Die Sanitärmitarbeiter hatten nämlich empfohlen, gleich mal das ganze Bad zu sanieren und dabei die alten Bleirohre auszutauschen. Wäre ne Frage der Zeit, bis die undicht werden. Außerdem scheint der Badewannenabfluss bereits undicht zu sein. Die Sanierung soll vermutlich nächstes Jahr passieren und laut Hausmeister ist der Badewannenabfluss nicht undicht. Das Handtuch, das wir auf Empfehlung der Sanitärleute um den Badewannenabfluss gewickelt hatten, um wenigstens duschen zu können, war feucht. Laut Hausmeister ist das Kondenswasser. Letzten Dienstag, sprich einen Monat später, war jetzt ein Maurer da. Der hat das Loch in der Badewanne erst mal wieder zugefliest. Wenn die Nachbarin demnächst klingelt, mach ich nicht auf!
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Und wenn wir schon dabei sind…
Ein gewisser Gisbert zu Knyphausen schrieb vor einiger Zeit:
Manchmal glaube ich, dass ich zu langsam bin
für all' die Dinge, die um mich herum geschehen.
Doch all' die Menschen, die ich wirklich, wirklich gerne mag,
sie sind genauso außer Atem wie ich.
Das Gefühl kenn ich nur allzu gut und da hilft nur eins: Entschleunigung. Damit fing ich letztes Jahr an, indem ich mir einen 72er VW Käfer in die Garage stellte. Wenn meine Frau den Leon braucht, zuckel ich mit dem Käfer durch die Gegend. Der braucht zwar morgens seine Minuten, bis er rund läuft und die Halbautomatik lässt von den 44 PS faktisch nicht viel übrig, aber Drängler jucken mich damit überhaupt nicht mehr. Ich kann nun mal nicht schneller! Überholt doch einfach! Die 170 PS vom Leon etwa machen zwar höllisch Spaß, aber ich neige dann immer dazu, beim üblichen Rattenrennen auf der Autobahn mitzumachen. Höher, schneller, weiter. Gibt nur Ärger und eine gestresste Beifahrerin.
Jetzt im Herbst habe ich eine analoge Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen. Natürlich gebraucht, Neue werden schon seit Jahren nicht mehr hergestellt. Früher hatte ich genau die Gleiche, eine Minolta 9000 AF. Als die kaputt ging (modelltypischer Verschlussdefekt – Totalschaden), merkte ich schnell, dass mit den Digitalkameras irgendwie der Zauber der Fotografie verschwunden war und so verabschiedete ich mich von diesem Hobby. Jetzt hab ich also wieder eine Minolta 9000. Der Autofokus ist unglaublich langsam und der Film muss von Hand vorgespult werden, aber die Hektik, die ich beim Fotografieren mit Digitalkameras immer verspürte, die ist weg und das Gefühl, die entwickelten Bilder das erste Mal aus dem Umschlag zu holen … schön. Altmodisch aber schön. Fotografiert wird natürlich in schwarz-weiß! Man trifft auch nur auf plötzlich lächelnde Verkäufer, wenn man einen Ilford XP2 – Film verlangt. Das ist wie beim Käfer. Eh man sich versieht, ist man in Fachgespräche verstrickt.
Aus einem ursprünglichen Scherz heraus habe ich mir dann jetzt zu Weihnachten einen Schallplattenspieler geschenkt. Ob das so gut war, weiß ich nicht, denn beim Knacken der Schallplatten wurde mir wieder bewusst, dass das für mich noch nie viel mit Gemütlichkeit zu tun hatte. Ich möchte meine Musik möglichst makellos hören und da sind wir dann endlich beim „Mal eben“-Thema. Mein Verstärker von Denon, irgendwann mal für schmales Geld bei Ebay ersteigert, hatte schon über 20 Jahre auf dem Buckel. Es schnarrte, wenn man die Lautstärke verstellte, die Bässe waren nicht mehr so satt und in den Höhen verzehrte es deutlich. Ich schleppte meine Frau deshalb erst zu Ikea, dann nach Wandsbek ins Quarre und als sie ihre neue Jacke und das ein- oder andere Wohnungsaccessoire abgestaubt hatte, überfiel ich sie mit der Fahrt zum Mediamarkt. Wenn man weiß, was man möchte, ist der Mediamarkt vielleicht nicht verkehrt, aber im Hi-Fi-Bereich braucht es schon Beratung. Gleiches gilt für Saturn und Conrad. Am Ende standen wir deshalb bei Wiesenhavern in der Mö. 30 Minuten später hatte ich mich für einen Verstärker von Rotel entschieden. Keine Fernbedienung, aber ein sehr guter Phonoanschluss. Der ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, sodass man oft einen Vorverstärker braucht und der geht auch nochmal ordentlich ins Geld. Leider war der Rotel nur in Silber da. Der Rest meiner Komponenten ist schwarz. Meine Frau zog die Nase kraus. Als der Verkäufer merkte, er verliert mich, bot er an, ich könne den Silbernen ja erst mal mitnehmen - Probehören an den eigenen Boxen ist ja auch ganz wichtig – und er ruft an, wenn der Verstärker in schwarz da ist. Dies tat er ein Woche später. Ich haderte. So schlecht sah der Rotel in Silber nicht aus, einen super Klang hatte er sowieso, aber wir fuhren doch wieder in die Mö und tauschten ihn gegen den Schwarzen. Den schloss ich zu Hause gleich an, was bei meinen Lautsprecherkabeln eine arge Fummelei ist. Warum schreibt der Hersteller in der Bedienungsanleitung, man solle doch bei den Lautsprecherkabeln bitte sehr keinen Klingeldraht nehmen, wenn die Anschlüsse für kaum mehr als Klingeldraht ausgelegt sind? Als der Verstärker endlich verdrahtet war, drücke ich erwartungsvoll auf den Powerknopf. Der Verstärker ging an. Ich ließ den Knopf wieder los. Der Verstärker ging aus! Ich drückte den Powerknopf erneut und hielt ihn gedrückt. Der Verstärker ging und blieb an. Ich ließ den Knopf los, der Verstärker ging aus! Na toll! Mein Abend war gelaufen. Der meiner Frau auch. Dazu der Spruch von ihr, dass schließlich ich gesagt hätte, man tauscht nicht aus, was funktioniert. Never change a winning team! Schon klar. Sie wollte doch den Schwarzen! Und nein, in schwarz sieht er auch nicht so gut aus, wie in Silber! Samstag Morgen also wieder in die Mö. Meine Frau hat dort Dampf gemacht. Das kann sie gut. So von wegen jetzt zum dritten Mal hier, Parkgebühren und die Nerven, die Nerven. Gab einen netten Rabatt. Jetzt hängt wieder der silberne Verstärker an der Anlage. Da bleibt der auch. Die Bässe sind schön knackig. Mal gucken, wann die Nachbarin klingelt!