Digitalfunk bis zur WM 2006 nicht einsatzfähig

supra
Beckstein: Digitalfunk bis zur WM 2006 nicht einsatzfähig

In einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt schließt der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) für den Fall eines Regierungswechsels im Bund ausdrücklich aus, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die neue Digitalfunktechnik einzusetzen. Im April hatte das von Otto Schily (SPD) geführte Bundesinnenministerien einen Teilnahmewettbewerb für die Beschaffung der Systemtechnik für den Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gestartet. Nach dem Willen von Schily sollte den BOS ein Rumpfnetz bis zur Fußball-WM an den Veranstaltungsorten zur Verfügung stehen.


Diesen Plan hatte auch die -- im Mai abgewählte -- rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen unterstützt. Beckstein hatte schon damals vor einem überstürztem Start des BOS-Digitalfunks gewarnt. Bedingt durch die Dominanz unionsregierter Länder im Bundesrat bleibt der Fahrplan zum digitalen Behördenfunk weiter offen, angesichts der angestrebten Neuwahlen zum Bundestag ist außerdem zweifelhaft, ob die Pläne der amtierenden Bundesregierung, eine Bundesanstalt für Digitalfunk einzurichten, noch im Sinne Schilys umgesetzt werden.

Im Interview mit der Welt gibt Beckstein, der als Nachfolger Schilys als Bundesinnenminister nach einem eventuellen Regierungswechsel gehandelt wird, Schily die Schuld daran, dass der als abhörsicher geltende Digitalfunk in Deutschland deutlich später aufgebaut werden könne als in den Nachbarstaaten. Schily habe die Verzögerung zu verantworten, weil er sich mit den Bundesländern nicht über die Finanzierung habe einigen können. Nun wolle Schily "in einer Art Torschlusspanik" zwar den Digitalfunk in den Stadienbereichen einsetzen. Die Quartiere der WM-Mannschaften solle die Polizei aber weiterhin mit dem alten Analogfunk schützen. Dieser Mix würde nach Becksteins Auffassung zu Sicherheitsproblemen führen: "Der Digitalfunk kann erst verwendet werden, wenn das System ordentlich erprobt wurde", resümiert Beckstein. Der Artikel Digitalfunk-Netze unter Spitzenlast auf heise mobil fasst Erfahrungen europäischer BOS mit dem Einsatz von Digitalfunknetzen im TETRA-Standard bei Großereignissen zusammen.

Mit Blick auf das Verhältnis zwischen den Länderpolizeien und den Schily unterstehenden Insitutionen und Bundesgrenzschutz (BGS) und Bundeskriminalamt wirft Beckstein seinem Berliner Amtskollegen "Rambo-Mentalität" vor. Schily stelle den BGS, der Anfang Juli in "Bundespolizei" umbenannt worden ist, als die eigentlich richtige Polizei und die Landeskriminalämter als "Dorfpolizisten" dar. Damit habe er einer vertrauensvollen Zusammenarbeit schwer geschadet. Schilys "Zentralisierungswahn" sei falsch, warnt Beckstein. Bei umstrittenen Sicherheitsthemen wie etwa dem Großen Lauschangriff liegen Schily und sein potenzieller Nachfolger nicht weit auseinander. Doch beklagen nach Informationen von heise online zahlreiche Teilnehmer der regelmäßig stattfindenden Konferenzen der Innenminister des Bundes und der Länder (IMK), dass Schily mit seinem Umgangston das Klima in der IMK -- über Parteigrenzen hinweg -- nachhaltig vergiftet habe. In politischen Kreisen gilt der bald 73-Jährige als weitgehend "beratungsresistent"
heise online
Cola Trinker
Es würde mich wundern, wenn die tatsächlich innerhalb von 12 Monaten ein Digitalfunknetz etaiblieren können.

Hat bei der Maut ja auch net funktioniert, dieses überstürtzte Verhalten.
Briareos Hecatonchires
Jetzt ich....

So langsam geht mir diese unqualifizierte gesabbel der Politiker auf den Zeiger... blablabla

Von wegen Überstürzt: Der Bund und die Länder verhandeln schon seit Jahren darüber, Arbeitskreise haben über die Anforderungen an das Netz getagt und alle haben das Ergebnis abgesegnet. Die Einrichtung einer Zentralstelle wurde von den Ländern gefordert. Die Länder sind an dieser Zentralstelle beteiligt. Wie soll ein Bundesweites Netz funktionieren wenn die Länder jeder ihren eigenen Kram kochen wie jetzt?
Überhaupt nicht vergleichbar mit Maut, Gesundheitskarte oder Biometriepass, denn die mußten oder müssen ja erst erfunden werden. Digitaler Bündelfunk läuft schon in vielen Ländern seit Jahren.

Unerprobte Technik: Hä? Deutschland und Albanien sind die letzten in Europa die noch nicht Digital funken! Tetra und TetraPol Netze laufen schon seit Jahren, auch in Deuschland (Verkehrbetriebe, Energieversorger). Die Bundeswehr funkt mit TetraPol in Afganistan.

Feuerwehr braucht das nicht: Es bricht doch schon das 4m Band bei einem kleinen Unwetter in Storman zusammen... wie soll denn erst eine grössere Lage bewältigt werden? Geschweige den von Großlagen, die ja bei uns "nie passieren"?
Und wieso ist die Technik zu kompliziert? Wieviele der Feuerwehrleute haben denn ein Handy? (So mancheiner kommt ja schon mit den 4m Geräten nicht klar Augenzwinkern )
supra
Also wer viel über Digitalfunk "jetzt oder nie" in Deutschland lesen will muss auf Heise-Online gehen.
Unteranderem:
- Bundesanstalt für Digitalfunk der Behörden liegt auf Eis
- Digitaler Behördenfunk: Feuerwehrverband stellt sich gegen Beckstein


Digitaler Behördenfunk bleibt eine Frage des Geldes


Die Kommunalgewerkschaft für Beamte und Arbeitnehmer (Komba) kritisiert den Beschluss des Bundesrates, zum Gesetzentwurf zur Errichtung einer Bundesanstalt für den Digitalfunk namens BDBOS den Vermittlungsausschuss anzurufen. Die nächste Sitzung des Gremiums ist für den 5. September angesetzt und liegt damit noch vor dem möglichen Termin der vom Kanzler angestrebten vorzeitigen Neuwahlen zum Bundestag. Der Komba-Bundesvorsitzende Heinz Ossenkamp wirft den Politikern vor, "Machtfragen über Sachfragen" zu stellen. Das Thema Sicherheit biete für Machtfragen jedoch "absolut keinen Platz".

Die Gründung der Bundesanstalt ist laut Komba ein wichtiger Meilenstein beim Aufbau eines gemeinsamen Digitalfunknetzes der Behörden und Organisationen mit Sicherheitaufgaben (BOS). Die Bundesanstalt sei eine geeignete Institution, die Interessen von Bund und Ländern gegenüber den Lieferanten der Funktechnik zu vertreten und für einen zügigen Aufbau des Netzes zu sorgen. Die Verzögerung des BDBOS-Gesetzes durch den Bundesrat ist laut Komba "umso ärgerlicher", als das Vergabeverfahren für die Systemtechnik bereits in Gang sei.

In seinem Beschluss vom 8. Juli (PDF-Datei) verlangt der Bundesrat, dass der von den Regierungsfraktionen eingebrachte Gesetzentwurf "grundlegend" überarbeitet wird. So verlangt die Länderkammer, dass der Bund vor der Errichtung der BDBOS ein Verwaltungsabkommen mit den Ländern abschließt und nicht danach. Aus Ländersicht stellt dies eine unabdingbare Voraussetzung für die föderale Zusammenarbeit unter dem Dach einer Bundesanstalt dar.

Dem Regierungsentwurf fehlt laut Bundesrat eine Regelung zur Kostenverteilung zwischen den Beteiligten. Schutz- und Kriminalpolizei fallen in den Hoheitsbereich der Länder -- damit entscheidet jedes Bundesland autonom über Finanzierung und technische Ausstattung seiner Polizeikräfte. Zu den BOS zählen aber auch Bundeseinrichtungen wie die Bundespolizei (vormals BGS), das Technische Hilfswerk sowie kommunale Einrichtungen wie die Berufsfeuerwehr -- mithin erscheint die Koordinierung der einzelnen Interessen als Mammutaufgabe. Zudem lasse die vom Bundesinnenminister Otto Schily gestartete Ausschreibung eines BOS-Rumpfnetzes vergabe- und kartellrechtliche Fragen offen.

Vor dem Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hatte Schilys Amtskollege Günter Beckstein am gestrigen Mittwoch erklärt, dass er nach derzeitigen Schätzungen mit Kosten in Höhe von rund 776 Millionen Euro für den Zeitraum von 2006 bis zum Jahr 2020 rechnet: In dem Betrag seien alle Kosten vom Aufbau und bis zum Betrieb des BOS-Funks in Bayern enthalten. Die größten Kostenblöcke seien die -- vom Bund geschätzten -- Kosten für das Funknetz in Bayern von 561 Millionen Euro sowie 215 Millionen Euro für Endgeräte, eigenes Personal, Leitstellenanbindung sowie Abbau und Entsorgung der analogen Ausstattung. Im Haushalt 2005 / 2006 des Freistaats ist für den Digitalfunk eine so genannte Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 630 Millionen Euro veranschlagt. Diese soll nach Vorliegen detaillierterer Zahlen im Herbst angepasst werden.

Kritisch äußerte sich Beckstein hingegen zu dem vom Bund vorgesehenen Mindeststandard GAN, der von der Gruppe "Anforderungen an das Netz" formuliert worden war (PDF-Datei, 255 kByte). Dieser macht Abstriche an der Netzversorgung innerhalb von Gebäuden, um Kosten zu sparen. Beckstein kündigte hingegen an, in Bayern weitere aus "einsatztaktischer Sicht notwendige" Netzmerkmale zu realisieren. Dazu zähle, dass in Siedlungsgebieten auch im Gebäudeinneren Handsprechfunkgeräte grundsätzlich funktionieren und dort auch die Funkmeldeempfänger (Pager) empfangsbereit sind.
Diese Meldung Link bei Heise-Online: http://www.heise.de/newsticker/meldung/61720
Briareos Hecatonchires
Sicher gehen die 4m Handfunkgeräte auch in allen Gebäuden und überall auf dem weiten Land...
Und mit den 2m Geräten kann man die ganze Stadt abdecken...

böse

Wieso wird es denn beim Digitalfunk gleich verlang, oder sogar plötzlich als Mangel hingestellt? Haben nicht alle Bundesländer am GAN-Papier mitgewirkt und zugestimmt?
Politisches rumgeeiere... Dummbrote... böse
Briareos Hecatonchires
Die Zeit, 12.07.2005

Deutsch-Albanien
Nur einen Tag nachdem die U-Bahn-Bomben von London explodiert waren, stellte der Bundesrat in Berlin klar, dass ihm Geldfragen wichtiger sind als die Sicherheit der Bürger. Was die Ländervertreter beschlossen, könnte Menschen gefährden, falls Terroristen einmal in Deutschland zuschlagen.

Statt endlich den dringend notwendigen Digitalfunk für Polizei und Rettungskräfte anzuschaffen, verwiesen sie ein Gesetz zum Aufbau einer entsprechenden Bundesanstalt in den Vermittlungsausschuss. Damit ist das Projekt wieder dorthin katapultiert, wo es seit zehn Jahren umherschwirrt: in den Äther des Föderalismus.

Diese neuerliche Zeitverschwendung ist unverantwortlich. Im kommenden Jahr will Deutschland eine Fußballweltmeisterschaft ausrichten. Dann wird es nicht mal eines Terroranschlages bedürfen, damit die bisherige, analoge Funktechnik gefährlich wird. Steht etwa dummerweise ein Haus im Weg oder verschwimmen aufgrund von Überlastung die Funkkanäle, sind Retter und Ordnungshüter taub. Hört man hingegen etwas, können Kriminelle mitlauschen. Einen solchen Anachronismus leistet sich in Europa sonst nur noch Albanien. In London klappte die Rettung auch deshalb so reibungslos, weil die Beamten der Einsatzleitung per Digitalfunk sogar Live-Bilder vom Geschehen schicken konnten.

Mindestens drei Milliarden Euro würde das System kosten. Die Hälfte hat der Bund zugesagt – was schon großzügig ist, denn Polizei ist Sache der Länder. Doch die fürchten Folgekosten. Menschenleben rechnen sie dabei offenbar nicht mit.

bittner um 18:01 | Rechtspolitik
supra
Konnte man ja auch bei dem Cannonball-Rennen sehen. Da hatten auch welche Funkscanner und konnten ohne Probleme mithören wo sich die Cops gerade hinstellen.
Aber mir schien, dass sich da keiner Gedanken gemacht hat. Auch direkt am Tag des Geschehens. -> SELBST SCHULD Das es nicht mehr "500 Euro Scheine" geworden sind.
Tzzzzz
Gruß
99/5/1
In kleinen Schritten geht es voran, aber vor 2010 glaub ich nicht dran, dass der Digitalfunk startet:

Neue Behörde vertritt die Interessen von Bund und Ländern beim Aufbau des Digitalfunks für die Sicherheitsbehörden

Die Bundesregierung hat heute die Errichtung einer Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben beschlossen. Damit ist gewährleistet, dass eine zentrale Stelle die Interessen von Bund und Ländern bei der Einführung des Digitalfunks vertritt. Die neue Behörde mit Sitz in Berlin wird Aufbau, Betrieb und Funktionsfähigkeit des Digitalfunks für die Polizei, die Feuerwehren und die Rettungskräfte in Deutschland sicherstellen.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble: „Bund und Länder haben ein hohes gemeinsames Interesse daran, dass alle Sicherheitsbehörden eng und auf höchstem technischen Niveau zusammen arbeiten. Mit dem heutigen Beschluss hat die Bundesregierung auch die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, damit ein modernes, bundesweit einheitliches und flächendeckendes digitales Sprech- und Datenfunksystem für Polizei, Feuerwehren und Rettungskräfte eingeführt werden kann.“

Das geplante Digitalfunknetz für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Deutschland wird das größte weltweit sein. Um dessen hohe Qualität bundesweit zu sichern, ist es entscheidend, dass sich der hierfür erforderliche technische, taktische und betriebswirtschaftliche Sachverstand an einer zentralen Stelle konzentriert. Durch die Bundesanstalt wird gewährleistet, dass die Interessen der Nutzer des Digitalfunks gebündelt und nach außen hin gewahrt werden. Darüber hinaus bildet die Bundesanstalt den organisatorischen Rahmen für die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei allen strategischen Fragen des Betriebs und der Weiterentwicklung des BOS-Digitalfunknetzes.

Damit folgt der Gesetzentwurf auch dem Beschluss der Innenministerkonferenz der Länder zur Gründung einer Auftraggeberorganisation, deren Ausgestaltung die Verantwortung der Länder für die eigene Aufgabenerfüllung angemessen berücksichtigt.

Die gegenwärtig noch von Polizeien, Feuerwehren und Rettungskräften verwendete analoge Funktechnik ist veraltet und erfüllt nicht mehr die operativ-taktischen Anforderungen an die Kommunikationssysteme moderner Sicherheitsbehörden. Nicht zuletzt auch angesichts der bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus gesammelten Erfahrungen ist es daher dringend erforderlich, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sicherheitsbehörden ein modernes Kommunikationssystem zur Verfügung zu stellen, dass ihrer Verantwortung für die Sicherheit in Deutschland gerecht wird. Das geplante Digitalfunknetz erfüllt diese Anforderungen, indem es beispielsweise eine Übertragung von Daten zusätzlich zur Sprachübertragung, eine abhörsichere, bundesweite Funkversorgung und eine Funkkommunikation zwischen Polizei, Feuerwehren und den unterschiedlichen Rettungskräften ermöglicht.

Quelle: Bundesministerium des Innern
Öl-König
Viele reden davon unbedingt vor der WM einen funktionsfähigen Digitalfunk itablieren zu wollen. Aber würde das die Leistungsfähigkeit wirklich steigern?

Natürlich bringt diese neue Technik ein ungeahntes Leistungsspektrum mit sich und erweitert die Möglichkeiten der BOS in vielerlei hinsicht, das ist ohne Frage.
Nur wer soll die Technik denn bedienen? Ich mein, selbst heut zu Tage laufen bei vielen Einsatzstellen der Funkverkehr ab einer bestimmten größe und Lage quer, und wenn ich mir dann vorstelle, dass es eine neue Technik mit tollen neuen Endgräten geben würde?! Nunja, dann kann man über jeden Kontakt zu seinem gewünschten Gesprächspartner froh sein und der Job/Lehrgang als Funker ist wieder echt was wert Augenzwinkern

Denn ich denke, das es einen erheblichen Schulungsbedarf in diesem Sektor geben wird. Denn sich dann mit Gruppen-/Personen-/Sammelrufen, Datenübertragung, Ein - und Abschaltung verschiedener Filter und so weiter zu beschäftigen, während es eigentlich gilt Menschen oder achgüter zu retten oder zu schützen, wird die kompetenz vieler Führungskräfte bzw. Feuerwehren auf die Probestellen.
99/5/1
Damit war denn wohl zu rechnen:

Zitat:
Motorola klagt gegen Vergabeverfahren beim digitalem Behördenfunk

Der Mobilfunkkonzern Motorola hatte bereits vor einigen Wochen mit einer Klage gegen das Verfahren bei der Ausschreibung für den Aufbau eines digitalen Funknetzes bei Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz in Deutschland gedroht. Nun geht der US-Konzern gegen das Vergabeverfahren vor. Laut einem Bericht des Spiegel reichte Motorola einen so genannten Nachprüfungsantrag ein und setzte damit ein Klageverfahren über möglicherweise mehrere Instanzen in Gang.
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Mit dem deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist nur noch ein Bieter für den Aufbau des Netzes für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Rennen. Das Bundesinnenministerium hatte den restlichen drei Bietern Motorola, Vodafone und Marconi mitgeteilt, dass die vorgeschriebenen Kriterien von ihnen nicht erfüllt wurden. EADS habe auch das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Bei der Ausschreibung hatte das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums allein nach Prüfung der schriftlichen Unterlagen den Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS als wirtschaftlichsten Anbieter ausgewählt, schreibt das Magazin.

Nach jahrelangen Querelen zwischen Bund und Ländern soll das veraltete und störanfällige analoge Funksystem der Behörden mit Sicherheitsaufgaben abgelöst werden. Bei dem neuen Netz ist zu unterscheiden zwischen dem Betrieb, den die Bahntochter Telematik übernehmen soll, und der Systemtechnik, die ausgeschrieben wurde. Insgesamt soll die Umstellung mehrere Milliarden Euro kosten und das System bis spätestens Ende 2010 verfügbar sein. Deutschland hat sich dabei für das Bündelfunksystem TETRA (Terrestrial Trunked Radio) entschieden, dessen Abhörsicherheit in letzter Zeit in Frage gestellt wurde.

In dem nun in Gang gesetzten Nachprüfungsverfahren, das die Einführung des BOS-Netzes um mehrere Monate verzögern kann, wirft Motorola dem Luftfahrtkonzern vor, er besitze nicht die Lizenzen zur Nutzung von acht Motorola-Patenten, die zum Aufbau des Netzes in der geforderten TETRA-Technik zwingend notwendig sind. Während Motorola zu den Entwicklern der TETRA-Technik zählt, hat sich EADS das Know-how und die Technik zugekauft: EADS übernahm, nachdem der Konzern zuvor allein auf das eigene System Tetrapol gesetzt hatte, die PMR-Sparte von Nokia, die auf TETRA spezialisiert war. Motorola erklärt nun, dass Nokia seine Lizenzen für die Motorola-Patente bei diesem Deal nicht habe weitergeben dürfen. EADS weist die Vorwürfe zurück. In einem Gespräch im Bundesinnenministerium ließ Motorola laut dem Spiegel aber durchblicken, man sei bereit, die Klage zurückzuziehen, falls der Milliardenauftrag zwischen den Konkurrenten geteilt oder die Ausschreibung neu aufgerollt würde.

Quelle: heise online
Firefighter 93
Moin!

Tja, bei der Sache geht es um viel - einen guten Ruf, die jahrelange Sicherung eines Auftrages und somit vorallem um viel Geld. Also werden wir noch länger auf den Digitalfunk warten können. Wundert mich ehrlich gesagt auch nicht ein Stück - Deutschland halt. Augen rollen

Gruß Patrick
Cola Trinker
Bananenrepublik Deutschland - Hier wird aber auch alles kaputtgeredet, schlimverbesert und schnellverklagt.
99/5/1
Und hier die aktuelle Entwicklung zu diesem Thema:

Zitat:
Internetredaktion des Bundesministerium des Innern


Pressemitteilung
Publiziert am 15. Mrz 2007

Themen: Polizei, Innere Sicherheit, Informationsgesellschaft, Innenpolitik

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BMI Pressemitteilung: Staatssekretäre von Bund und Ländern geben den Startschuss für den Aufbau des Digitalfunk BOS
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Die Staatssekretäre der Innenministerien des Bundes und der Länder haben heute beschlossen, mit dem Aufbau des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) noch in diesem Jahr zu beginnen. Die Errichtung wird nach dem nun beschlossenen Phasenkonzept erfolgen. Das Konzept sieht vor, dass Planung und Aufbau des digitalen Funknetzes in enger Zusammenarbeit von Bund und Ländern durchgeführt werden. Die Bundesanstalt für den Digitalfunk (BDBOS) wird die bundesweite Einheitlichkeit des Digitalfunk BOS gewährleisten und die Koordinierung des Gesamtprojekts übernehmen.

"Mit dem heutigen klaren Votum für das Phasenkonzept können wir mit der Errichtung des Digitalfunk BOS beginnen. Wir halten am Ziel fest, den Digitalfunk bis 2010 aufzubauen. Bund und Länder können das Projekt mit dem Phasenkonzept im vorgesehenen Kostenrahmen realisieren.", sagte der Staatssekretär im Innenministerium Dr. August Hanning anlässlich der Sitzung der Innenstaatssekretäre.

Das Phasenkonzept ermöglicht - verbunden mit der stärkeren Verantwortungsübernahme von Bund und Ländern - die Einhaltung des festgelegten Kostenrahmens von rund 4,5 Mrd. Euro. Die BDBOS wird unterstützt durch eine externe Projektsteuerung, für die in Kürze die Ausschreibung beginnen wird. Der Auftrag zur Lieferung der Systemtechnik wurde bereits 2006 an die Firma EADS erteilt. Weitere Leistungspakete zur Errichtung werden zeitnah im Wettbewerb an Dritte vergeben.

Die Übernahme des Betriebs des Digitalfunk BOS durch einen dauerhaften Betreiber soll nach Aufbau der ersten Netzabschnitte erfolgen.

Die Projektleiter von Bund und Ländern haben das Phasenkonzept als Alternative zum bisher verfolgten Betriebsmodell entwickelt, nachdem die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn als Generalunternehmer für Aufbau und Betrieb des Digital funks BOS im Dezember 2006 gescheitert waren.

Zur Bekräftigung des gemeinsamen Willens, den Digitalfunk BOS auf der Grundlage des Phasenkonzepts zu realisieren, haben die Staatssekretäre von Bund und Ländern dem - an das neue Konzept angepassten - Verwaltungsabkommen über die Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb des Digitalfunknetzes zugestimmt.

Das Verwaltungsabkommen tritt in Kraft, sobald es die Innenminister von Bund und mindestens zehn Ländern unterzeichnet haben. Als Termin für die Unterzeichnung ist die Innenministerkonferenz am 31. Mai 2007 vorgesehen.

Die Staatssekretäre betonten, dass der flächendeckende Aufbau des Digitalfunk BOS wie geplant bis 2010 abgeschlossen sein soll. Dann wird bundesweit der Digitalfunk allen Polizeien, Feuerwehren und Rettungsdiensten zur Verfügung stehen.
Die Übernahme des Betriebs des Digitalfunk BOS durch einen dauerhaften Betreiber soll nach Aufbau der ersten Netzabschnitte erfolgen.

Die Projektleiter von Bund und Ländern haben das Phasenkonzept als Alternative zum bisher verfolgten Betriebsmodell entwickelt, nachdem die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn als Generalunternehmer für Aufbau und Betrieb des Digital funks BOS im Dezember 2006 gescheitert waren.

Zur Bekräftigung des gemeinsamen Willens, den Digitalfunk BOS auf der Grundlage des Phasenkonzepts zu realisieren, haben die Staatssekretäre von Bund und Ländern dem - an das neue Konzept angepassten - Verwaltungsabkommen über die Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb des Digitalfunknetzes zugestimmt.

Das Verwaltungsabkommen tritt in Kraft, sobald es die Innenminister von Bund und mindestens zehn Ländern unterzeichnet haben. Als Termin für die Unterzeichnung ist die Innenministerkonferenz am 31. Mai 2007 vorgesehen.

Die Staatssekretäre betonten, dass der flächendeckende Aufbau des Digitalfunk BOS wie geplant bis 2010 abgeschlossen sein soll. Dann wird bundesweit der Digitalfunk allen Polizeien, Feuerwehren und Rettungsdiensten zur Verfügung stehen.



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Bundesministerium des Innern
E-mail: [EMAIL]poststelle@bmi.bund.de[/EMAIL]
Internet: http://www.bmi.bund.de/


Alt-Moabit 101D
D-11014 Berlin
Telefon: 01888 681-0
Telefax: 01888 681-2926


http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/...igitalfunk.html
99/5/1
Und wieder gibt es was Neues zu berichten:

Zitat:
Internetredaktion des Bundesministeriums des Innern


Pressemitteilung
Publiziert am 02. Apr 2007

Themen: Innere Sicherheit, Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Polizei

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BMI Pressemitteilung: Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eingerichtet
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Am 2. April 2007 hat die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) ihre Tätigkeit in Berlin aufgenommen.

Damit ist eine wichtige organisatorische Voraussetzung geschaffen, um den Aufbau des digitalen Sprech- und Datenfunksystems für die Polizeien, Feuerwehren und Rettungskräfte in Deutschland weiter voranzubringen.

Gesetzlicher Auftrag der BDBOS sind der Aufbau, der Betrieb und die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Digitalfunks BOS. Die Bundesanstalt gewährleistet die bundesweite Einheitlichkeit des neuen Funksystems, das den gegenwärtig von den Sicherheitsbehörden genutzten, inzwischen technisch veralteten Analogfunk ablöst. Nach dem von Bund und Ländern verfolgten Phasenkonzept zur Einführung des Digitalfunks BOS übernimmt die Bundesanstalt die Gesamtkoordination dieses Modernisierungsprojekts. Die Interessen der Nutzer werden auf diese Weise durch die BDBOS gebündelt wahrgenommen.

"Bund und Länder haben ein großes Interesse daran, dass alle Sicherheitsbehörden in Deutschland eng und auf höchstem technischen Niveau zusammen arbeiten. Ein modernes, bundesweit einheitliches Digitalfunknetz ist hierfür unabdingbar. Die Einrichtung der BDBOS stellt einen wichtigen organisatorischen Schritt dar, um dieses Ziel zu erreichen", sagte Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble.

Um die Kontinuität der laufenden Arbeiten zu gewährleisten, ist die im Bundesministerium des Innern mit dem Projekt Digitalfunk BOS befasste Organisationseinheit in die BDBOS übergeleitet worden. Unterstützt werden soll die BDBOS durch eine externe Projektsteuerung, für die in Kürze die Ausschreibung beginnen wird.

Derzeit wird eine Referenzplattform mit Standorten in Berlin, Hamburg, Lüneburg, Köln, Stuttgart und München errichtet. Die Referenzplattform soll ab Juni 2007 zur Verfügung stehen, um Erfahrungen mit der Systemtechnik zu sammeln, mit deren Lieferung im letzten Jahr die Firma EADS beauftragt wurde.

Bund und Länder wollen noch 2007 mit dem Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes beginnen. Die Grobnetzplanung ist bereits weitgehend abgeschlossen.



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Bundesministerium des Innern
E-mail: [EMAIL]poststelle@bmi.bund.de[/EMAIL]
Internet: http://www.bmi.bund.de/
halber hahn
Digitalfunk für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Norden
Kiel/dpa/lno - Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in Schleswig-Holstein verständigen sich bald über Digitalfunk. Das schwarz-rote Landeskabinett einigte sich heute auf die lange geforderte Umstellung der Technik und beschloss, bis 2008 rund 55 Millionen Euro in den Aufbau eines gemeinsamen Funknetzes sowie in Polizeileitstellen und Endgeräte zu investieren. Innenminister Ralf Stegner (SPD) bezeichnete den Digitalfunk als "unverzichtbar“. Ziel sei eine bessere Kommunikation besonders bei großen Einsätzen und Katastrophen. Demnächst will er ein Abkommen für ein bundesweit einheitliches digitales Sprech- und Datenfunksystem unterzeichnen.