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Geschichten aus dem Ordnungsamt
Teil 2: Onkel, der Hannes ist böse!
Ja, das ist er, der Hannes. Ganz böse sogar. Sagt jedenfalls seine Mutti. Der Hannes trinkt nämlich ganz schön viel Bier und dann macht er lauter so dummes Zeug. Neulich hat ihm die Tante von der Polizei helfen müssen, damit der Hannes nach Hause findet. Das war schon ganz schön spät und der Hannes, der konnte nicht mehr so richtig gehen. Der Hannes ist immer von der einen Straßenseite auf die andere gelaufen und dann ist er sogar hingefallen. Böse Sachen hat er auch noch gesagt, zu der Tante von der Polizei, zu seiner Mutti und zu der Toilette, weil die so geschwankt hat. Wenn eine Toilette schwankt, dann ist das nicht gut, weil dann pullert sich das so schlecht und das Bad sieht hinterher aus wie Sau. Sein Papa war nicht zu Hause, sonst hätte der Hannes ihm vielleicht auch noch böse Sachen gesagt. Die Mutti von dem Hannes, die ist jetzt genauso böse und zwar auf den Hannes. Böse und traurig. Aber mehr böse als traurig. Deshalb hat sie dem Onkel vom Ordnungsamt gesagt, dass der Brief, den der Onkel wegen der lustigen Geschichte auf dem Spielplatz geschrieben hat, viel zu lieb war und dass der Hannes mal ordentlich rangenommen werden soll. Der Onkel vom Ordnungsamt, der hat dann gesagt, dass er nicht der Erzieher von dem Hannes ist. Die Mutti hat dann gesagt, dass der Hannes den Spielplatz sauber machen soll und dass der Onkel vom Ordnungsamt den Hannes dazu verdonnern soll. Darf der Onkel vom Ordnungsamt aber gar nicht. Das darf nämlich nur der Onkel vom Jugendgericht und der hat mit der Sache nix zu tun. Da hat die Mutti gesagt, dass der Hannes ja gar nicht weiß, dass der Onkel vom Ordnungsamt das nicht darf und dass er das deshalb trotzdem machen soll. Nun hat der Onkel vom Ordnungsamt einen Vermerk für den Onkel Bürgermeister geschrieben, damit der mal merkt, was für komische Menschen in Großhansdorf wohnen. Und alles nur, weil der Hannes vom Turm gepullert hat!
HGW Schmidt
Das wahre Leben schreibt die verrücktesten Geschichten
Birgit
Und wenn der Onkel vom Ordnungsamt dem Hannes ein Bußgeldbescheid schickt, wird der Hannes, weil er ja böse ist, das nicht bezahlen. Dann wird aber wiederum der Onkel vom Ordnungsamt böse und sagt das der Tante in der Gemeindekasse bescheid. Die Tante in der Gemeindekasse schreibt dem Hannes dann auch einen Brief, denn sie weiß ja gar nicht, dass der Hannes so böse ist. Jedenfalls darf sie dem Hannes nicht sagen, dass sie weiß, dass er böse ist. Und wenn der Hannes dann immer noch nicht bezahlt schickt die Tante von der Gemeindekasse den gaaaaaaaanz bösen Onkel Vollstreckungsbeamten. Der gaaaaaanz böse Onkel Vollstreckungsbeamte besucht den Hannes dann zu Hause...
Fortsetzung folgt (muss jetzt zu Crissi n´Latte trinken)
rauchtaucher
@Filter und Birgit
Ihr seid immer so böse zu mir! Ich spreche kein Walisch!! Sondern Delphinisch, denn Orca´s sprechen das!!!
Außerdem weiß ich nicht wo die komischeren Menschen wohnen, im Rathaus oder im Ort! Ich kann das sagen, denn erst nächste Woche ist wieder Dienst
Keiner hat mich lieb!
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Geschichten aus dem Ordnungsamt.
Heute: Fly like an Igel!
Es wird Frühling! Das ist an sich recht schön, hat aber einen kleinen, für das Ordnungsamt nicht ganz unerheblichen Haken. Die Leute werden wieder in ihren Gärten tätig und stoßen dort auf die merkwürdigsten Dinge. Vor zwei Jahren war es eine leicht kurzsichtige Rentnerin, die in ihrem Garten auf ein verletztes Kleinlebewesen traf und sich prompt durch sämtliche Instanzen telefonierte, bis sie vom Tierheim an mich verwiesen wurde. Besorgt teilte sie mir mit, dass in ihrem Garten ein kleiner Igel sitzt, der aus der Schnauze blutet. Das Tierheim hätte gesagt, dass das Ordnungsamt den Igel einsammeln würde, um ihn ins Tierheim zu bringen. Da in dieser Aussage mehr als ein Fünkchen Wahrheit steckt, machte ich mich also mit einem Karton und Gummihandschuhen auf den Weg. Vor ihrem Haus kam mir die Rentnerin bereits entgegen.
"Schön das Sie so schnell gekommen sind. Der Igel sitzt hinten im Garten. Er zuckt ganz merkwürdig und blutet aus der Schnauze. Ich hab ihm schon eine Schüssel mit Wasser hingestellt, aber er mag nicht trinken."
"Na, dann werden wir uns das mal angucken."
"Das ist wohl noch sehr ein junger Igel. Er hat ganz weiche Stacheln."
Im Garten kauerte der Igel vor der Wasserschüssel. Seine Schnauze war blutig und er atmete sehr stoßhaft. Seine Stacheln sahen in der Tat sehr weich aus, doch dann bemerkte ich etwas ungewöhnliches. Für einen Igel hatte er einen beträchtlichen Schwanz!!!"
"Gute Frau, das ist kein Igel, das ist eine ... nun ja ... haben sie den "Igel" eigentlich angefasst?"
"Ja, hab ich. Der tut nix. Er rollt sich nicht mal mehr zusammen, wenn man ihn anfasst! Ach Gott, der Arme tut mir richtig leid!"
"Dann waschen Sie sich mal lieber die Hände, das ist nix anderes als ´ne Ratte!"
"Meinen Sie?"
"Haben Sie schon mal einen Igel mit Schwanz gesehen?"
Der Bauhof hatte gerade wieder Rattengift in der Kanalisation ausgelegt. Offensichtlich hatte die Ratte davon gefressen, denn sie lag in ihren letzten Zügen.
„Was passiert denn jetzt mit ihm?“
Die Dame hatte wohl noch immer nicht ganz kapiert, dass ihr Igel eine Ratte war.
„Ich nehm die RATTE!!! erst mal mit!“
„Und dann?“
„Ich schätze, dass das Tierheim nicht sonderlich viel Wert drauf legt! Die macht’s eh nicht mehr lange. Ich werde wohl aktive Sterbehilfe leisten.“
"Na, ich ruf Sie dann mal an. Sie sagen mir doch bestimmt, was draus geworden ist, oder?“
Die Dame hat nicht noch mal angerufen, aber ich hätte ihr erzählen müssen, dass Hubert vom Bauhof einen Spaten für das richtige Mittel hielt, der Rate damit das Genick brach und sie, wie er es ausdrückte, den Füchsen zum Fraß vorwarf.
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Geschichten aus dem Ordnungsamt
Heute:
Die Geschichte von der Brandruine, einer frisch hochgezogenen Mauer und zwei besorgten Senioren
oder
Zwiegespräche mit einem bedrückten Pfau
Die Gemeinde Großhansdorf liegt in einer der reizvollsten Landschaften des Kreises Stormarn / Schleswig-Holstein und stellt eine der bevorzugten Wohngemeinden am Rande Hamburgs dar. Soweit der Werbetext auf der gemeindlichen Homepage. Mitten in dieser reizvollen Landschaft liegt ein - im Volksmund als „Alte Akademie“ bekannter - anmutiger Park mit uralten Bäumen, kleinen Teichen, auf denen sich neckisch allerlei Wassergeflügel tummelt, einer romantischen Toreinfahrt aus Feldsteinen und einer stinkenden und verkommenden Brandruine. Vor nunmehr auch schon wieder 2 Jahren stand ein sichtlich erregter Bürger im Ordnungsamt und berichtete mir vom unmöglichen Zustand der Brandruine. Im Anschluss an die daraufhin stattfindende Begehung folgte ein Bescheid an den Eigentümer mit der Auflage, die Brandruine besser abzusichern.
Wochen später hatte ich eine aufgeregte Seniorin aus dem unweit der Parkanlage gelegenen Wohnheim an der Strippe. Atemlos begann sie:
„Kennen Sie die Brandruine hinten bei der alten Akademie?“
„Die ist mir durchaus bekannt, ja!“
„Wissen Sie, da lebt ein Pfau.“
Ich entschuldige mich hiermit beim geneigten Leser, das ich den Pfau bislang nicht erwähnt habe. In der Tat lebt auf dem Parkgelände ein waschechter Pfau. Es waren sogar mal deren zwei, aber den zweiten hat inzwischen aus unbekannten Gründen das Zeitliche gesegnet. Wildernde Hyänen scheiden mangels vorhandener Population als Ursache jedoch definitiv aus. Der noch anwesende Pfau wäre nun sicherlich eine riesige Großhansdorfer Attraktion, wenn das Parkgelände denn öffentlich wäre. Ist es aber eigentlich nicht und deswegen wurde um den Pfau bislang nie großes Trara gemacht. Uneigentlich wird das Parkgelände allerdings von vielen Senioren aus dem Wohnheim für illegale und somit kriminelle Spaziergänge genutzt. Aber zurück zum Telefonat:
„Auch die Anwesenheit des Pfaus entzieht sich nicht meiner Kenntnis.“
„Der Pfau wurde eingemauert! Eine Unverschämtheit ist das!!“
„Der Pfau wurde was?“
„Eingemauert! Auf der Rückseite der Ruine, da wo die Mauer zum Teil eingestürzt war, da wurde jetzt eine neue Mauer hochgezogen!“
„Das ist auch gut so. Das dient zur Sicherung der Ruine.“
„Ja, aber der Pfau! Der hockt jetzt hinter der Mauer und kommt nicht mehr aus der Ruine raus. Mein Mann und ich, wir füttern den Pfau schon seit über einer Woche über die Mauer hinweg mit Rosinen. Wir haben da extra einen Sandhügel aufgeschüttet! Das ist doch Tierquälerei, einfach den Pfau einzumauern!“
„Sie wissen aber schon, dass Sie sich da auf Privatgelände befinden? Da können Sie nicht einfach so einen Sandhaufen aufschütten. Außerdem ist die Ruine doch nach oben hin offen!“
„Der Pfau kommt aber nicht über die Mauer rüber! Fliegen kann der nämlich nicht! Ich hab schon beim Tierschutzverein angerufen. Die haben gesagt, das Ordnungsamt würde den Pfau einfangen und ins Tierheim bringen. Die würden den da aufnehmen.“
„Das Ordnungsamt? Den Pfau einfangen? Der lebt da schon seit Jahren! Ich weiß zwar auch nicht genau, wie er durch den Winter kommt, aber für mich ist das ein wildlebendes Tier. Den fang ich nicht ein!“
„Aber wenn der doch eingemauert ist!? Sollen wir den jetzt ständig füttern?“
„Nein, das sollen Sie nicht. Ich werd mir das vor Ort angucken und wenn ich Handlungsbedarf sehe, dann unternehme ich Entsprechendes.“
„Na gut. Sie rufen mich aber bitte an, was draus geworden ist, ja?“
Ein Blick aus dem Fenster signalisierte mir, besser einen Regenschirm mitzunehmen. Einige Zeit später stand ich an der Brandruine vor der frischen Mauer. Sie hatte eine Höhe von ziemlich genau zwei Metern. Ich fragte mich, wie die beiden besorgten Senioren überhaupt auf die Idee kamen, dass der Pfau hinter der Mauer sein könnte. Selbst ich konnte schließlich nicht ohne zu springen über die Mauer gucken. Der von der Seniorin erwähnte Sandhügel half mir dann zwar, aber auf bloßen Verdacht wird wohl kaum ein Rentner, der wahrscheinlich mit sämtlichen Altersgebrechen gesegnet ist, einfach so einen Sandhügel aufschütten! Ich linste über die Mauer – kein Pfau zu sehen! Vielleicht hatte er sich ja in den überdachten Teil der Ruine verkrochen? Ich begann nach dem Pfau zu rufen. Natürlich bekam ich keine Antwort. Hatte ich so auch nicht erwartet. Da stand ich also mit meinem knallig gepunkteten Dienstregenschirm auf dem Sandhaufen und kam mir reichlich blöde vor. Mistvieh, das! Ich drehte mich um und war im Begriff zu gehen. Unter einer Tanne kauerte etwas Blaues. Sieh da, der Pfau! Außerhalb der Ruine!! Ich ging auf ihn zu. Er machte keine Anstalten zur Flucht. Stattdessen sah er mich ziemlich bedröppelt an.
„Na, du Pfau? Ich denk du bist eingemauert?“
Er guckte mich an und schwieg.
„Kannst du eigentlich fliegen, oder tun die im Seniorenheim irgendwelche hallizogenen Mittel ins Essen?“
Er reckte seinen Kopf ein wenig vor, schwieg aber weiterhin standhaft.
„Ich mein, wenn du hier draußen hockst und nicht hinter der Mauer, weißte?“
Er richtete seine Kopffedern auf.
„Kommste vielleicht nicht wieder rein und musst deswegen hier unter der Tanne hocken?“
Seine Kopffedern legten sich wieder. Glücklich sah er nicht aus, aber das lag wohl am Regen.
Mich beschäftigte die Flugfähigkeit des Pfaus doch sehr. Immerhin hat er ja einen ziemlich langen Schwanz im Schlepptau. Ich überlegte kurz, ob ich ihn einfach mal durch den Park jagen sollte, um herauszufinden, ob er fliegen kann, verwarf diese Idee aber wieder.
„Na gut, Dicker. Ich werd dann mal wieder ins Büro und ein wenig rumgoogeln. Wenn du nicht freiwillig damit rausrückst, ob du fliegen kannst oder nicht, irgendwer im weltweiten Netz wird mir das schon sagen können.“
Der Pfau zog seinen Kopf beleidigt wieder ein und ich begab mich zum Auto.
Unterwegs und im Büro holte ich mir von diversen Personen Rat ein. Die Meinungen reichten vom „Klares nein!“ (Hausmeister mit Jagdschein) über „Nee, der kann nur so´n bischen hüpfen. Ich weiß das, ich war mal im Zoo!“ (Azubine mit eigenem Pferd und Katze) bis zum simplen „Ja, natürlich können Pfaue fliegen!“ (Beinah-Hesse im sächsischem Exil mit Nissan). Auch das Internet half mir wider erwarten nicht so recht weiter. Letztendlich telefonierte ich mit dem Tierschutzverein. Demnach sind Pfaue zwar keine besonders guten Flieger, aber eine zwei Meter hohe Mauer stellt kein ernsthaftes Hindernis für sie da. Na da bin ich dann jetzt aber beruhigt.
Und die Moral von der Geschichte? Senioren haben einfach zuviel Zeit. Sie sollten ihre Liebe für gefiederte Tiere lieber auf den gebratenen Zustand beschränken, statt Gott und die Welt in helle Aufregung zu versetzen, weil ein angeblich eingemauerter Pfau mehr Intelligenz besitzt als sie, oder sich ein paar Enten verflogen haben. So einen Anruf hatte ich nämlich auch schon mal:
„Ich habe hier plötzlich Enten im Garten. Die finden wohl ihren Teich nicht mehr.“
„Können die Enten schon fliegen?“
„Ja ja, das sind ausgewachsene Enten.“
„Dann finden die auch ihren Teich wieder!“
„Meinen Sie?“
PS: Bevor hier jetzt Mißverständnisse auftauchen, nein, ich schreibe sowas nicht während der Dienstzeit!
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Geschichten aus dem Ordnungsamt
Heute: Vorsicht, Kampfkatzen!
Bald ist Frühling! Doch, doch, der kommt! In wenigen Wochen erklingt sie dann wieder, die alte Volksweise: Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus (manchmal auch schon im März, grins). Im Frühling passieren viele wunderbare Sachen. Überall grünt es, die Sommerreifen werden aus dem Keller geholt, die Grills werden angeschmissen, die Frauen rennen wieder bauchfrei durch die Gegend und der Hormonspiegel erreicht ungeahnte Höhen. Sehnsüchtig fiebert man der Badesaison entgegen, wenn die Frauen noch weitaus freizügiger ihre Reize zur Schau stellen. Hat natürlich auch Nachteile: Schamlippen, Schamlappen, Schamlumpen - deine Spuren im Sand! Es sei hiermit ausdrücklich vor dem Priwall gewarnt! Das auf dem Priwall befindliche Seniorenwohnheim läßt die dortigen Strände im Sommer zu einem Sammelsorium ehemaliger BDM-Schönheiten verkommen, deren cellulitisgeplagte Haut stark an die Kluften des Himalajas erinnert, während die sekundären Geschlechtsmerkmale durchaus dazu geignet sind, im Lexikon unter den Stichtwörtern Newton und Schwerkraft als Schaubilder zu dienen.
Doch nicht nur bei den Menschen führt der Frühling zu einer gesteigerten Paarungsbereitschaft. Vorallem die Katzen und Kater werden rollig und kennen auf ihren triebbedingten Streifzügen durch die Nachbarschaft keinerlei Grundstücks- und Moralgrenzen mehr. Dies wiederum führt jedes Jahr zu gehäuften Anrufen empörter Bürger, die es nicht länger dulden wollen, dass Nachbars Kratzbaumbenutzer die frisch gereinigten Bezüge der Hollywoodschaukel als Toilette betrachtet, tief in der Nacht schreiende Kleinkinder imitiert und der eigenen, unschuldigen Hauskatze das Fell über die Ohren zieht. Ein diesbezügliches Brachtexemplar ist der Großhansdorfer Kampfkater Benny*. King des Neuen Achterkamps, Traum aller paarungswilligen Katzen und zugleich Alptraum aller sterilisierten Katzen, denn Benny besteigt alles, was nicht schnell genug das Weite sucht. Die Nachbarschaft ist in heller Aufruhr. Man muss dem Viech doch beikommen können! So geht es jedenfalls nicht weiter und überhaupt, das Ordnungsamt soll gefälligst eingreifen. Tut es aber nicht! Wird es auch nicht tun, denn Benny verhält sich so, wie es alle Katzentiere im Frühjahr tun. Auch die Katzen der Nachbarschaft, aber diesbezüglich sind Katzenhalter schlimmer als Eltern pubertierenden Kinder: Mein Kind tut so etwas nicht! Aber der Bengel von nebenan, das ist ein Unruhestifter sondergleichen! Der zieht mein Kind in alles mögliche rein und wir haben dann den Ärger! Das zweite Exemplar der Rasse Kampfkatze ist eine namentlich nicht näher bekannte, getigerte Schönheit, deren Neugier zu ihrem Verhängnis wurde. Eine offene Terrassentür ist auch einfach zu verlockend. Die im Wohnzimmer hinter der Terrassentür fernsehguckende Bewohnerin hatte für soviel Neugier allerdings kein Verständnis. Der Versuch, die Katze aus dem Haus zu vertreiben, endete mit einem zerkratztem Unterarm und einer durchbissenen Beugesehne im Mittelfinger. Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde bei der Polizei gestellt. Gegen den Katzenhalter wohlgemerkt! Nicht gegen die Katze! Dem Ordnungsamt wurde die Anzeige zur Kenntnis gegeben und um weitere Veranlassung gebeten. Ich fühlte mich dann auch veranlaßt. Nämlich zu dieser Abhandlung, einem herzhaften Lacher und dem Vermerk z.d.A.!
* Name von der Redaktion geändert
rauchtaucher
@ Filter
Jetzt wissen wir warum Du so ein humoriger Typ bist.
Für die Arbeit die Du machst, müßtest Du eigentlich Kurtaxe und Eintritt bezahlen (kommst Dir doch manchmal so vor wie im Kino)
Mike
Slartibartfass
Da bekommt man doch Lust Katzen-Dart zu spielen.
Für alle, die Katzen-Dart noch nicht kennen:
1. Einen Teppich mit einem zielscheibenartigen Muster an die Wand hängen.
2. Katze nehmen und gegen die Wand werfen.
3. Das Zahlenfeld in dem sich die Katze mit der linken Vorderpfote festhält zählt.
4. Punkte zusammenzählen.
5. Je nach Temperament der Katze Wundsalbe auftragen und Pflaster aufkleben.
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@ Rauchtaucher
Es ist gefährlich, Ironie und Sarkasmus mit Humor zu verwechseln. Und ja, manchmal komme ich mir vor wie in einem schlechten Film. So schlecht, dass ich abends an der Stempeluhr mein Geld zurück verlangen möchte.
@ Slartibartfass:
Ich hab mal ne geschlagene Stunde nach einer Katze gesucht. In einer 60 m² großen Wohnung. Die Halterin war zuvor verstorben und die Katze sollte ins Tierheim. Die Katze war eigentlich ganz kuschelig und anschmiegsam, bis sie in den Katzenkorb sollte. Sie zog mir mit ihren Krallen aber so was von ordentlich einen über und war verschwunden. Ich bin fast wahnsinnig geworden! Haustür und alle Fenster waren zu. Das Mistvieh mußte hier doch irgendwo stecken, verdammt! Am Ende habe ich sämtliche Möbel auf den Kopf gestellt und sie dabei unter einer Couch gefunden, unter der ich zuvor aber schon dreimal nachgesehen hatte.
Benny
| Zitat: |
| denn Benny besteigt alles, was nicht schnell genug das Weite sucht. Die Nachbarschaft ist in heller Aufruhr. Man muss dem Viech doch beikommen können! So geht es jedenfalls nicht weiter und überhaupt, das Ordnungsamt soll gefälligst eingreifen. Tut es aber nicht! Wird es auch nicht tun, denn Benny verhält sich so, wie es alle Katzentiere im Frühjahr tun. |
.... nicht ganz aus der Luft gegriffen
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Geschichten aus dem Ordnungsamt
Heute: Das eingeschränkte Halteverbot und die damit verbundenen Missverständnisse.
Seit dem in Großhansdorf der ruhende Verkehr durch eine liebenswürdige Politesse überwacht wird, komme ich zunehmend in den Genuss, mir die sonderbarsten Interpretationen der Straßenverkehrsordnung anzuhören. Vor allem die älteren Mitbürger betrachten das Verwarngeldangebot hinter ihrem Scheibenwischer als persönlichen Affront. Gerade jetzt, wo die Renten weiter zusammengestrichen werden, nimmt man gerne den Weg zum Ordnungsamt in Kauf, um wenigstens die fünf Euro Verwarngeld einzusparen, oder, falls das nicht klappt, den Ordnungsamtsmitarbeiter zumindest für das restliche Leid der Welt in Regress zu nehmen. Besonderen Wert legen diese Mitmenschen insbesondere auf ihre persönliche Auslegung der Begriffe „Halten“ und „Parken“.
Um es kurz zu machen: Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt (§ 12 Abs. 2 StVO). Das Verkehrszeichen 283 – Halteverbot (rundes Schild, blauer Hintergrund, roter Rand, zwei rote Striche in X-Form) verbietet jedes Halten auf der Fahrbahn. Das Verkehrszeichen 286 – eingeschränktes Halteverbot (wie 283, aber nur ein roter Querstrich) verbietet das Halten auf der Fahrbahn über 3 Minuten, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen oder zum Be- oder Entladen. Es wird daher im Volksmund auch Parkverbot genannt.
Gerade die Regelung mit dem Be- oder Entladen scheint sich tief in das Gedächtnis aller einstigen Fahrschüler eingebrannt zu haben. Neulich war wieder ein älterer Herr bei mir. Er schmiss mir das Verwarngeldangebot auf den Tisch und schrie:
„Sind Sie für das hier verantwortlich?“
„In gewisser Weise ja. Abgesehen davon, dass es die Politesse ist, welche die Verwarngelder vor Ort verteilt. Um was geht es denn?“
„Ich habe im Neuen Postweg im Parkverbot gehalten und mein Auto beladen. Das darf ich da schließlich.“
„Sie meinen, Sie haben im eingeschränkten Halteverbot gehalten?“
„Nein, das Halteverbot ist weiter runter zur Einmündung Eilbergweg. Ich habe im Parkverbot gehalten. Und ich habe mein Auto beladen! Ich darf im Parkverbot halten, um mein Auto zu beladen!“
„Ein Parkverbot gibt es in der StVO nicht. Ich denke Sie meinen das eingeschränkte Halteverbot."
„Das Schild mit dem einen Strich!“
„Genau das. Das heißt offiziell eingeschränktes Halteverbot. Mit was haben Sie Ihr Auto denn beladen?“
„Mit meinen Einkäufen vom Penny-Markt!“
„Sie haben also Ihre Einkäufe auf dem Gehweg abgestellt, haben dann Ihr Auto geholt, im eingeschränkten Halteverbot gehalten und die Einkäufe eingeladen?“
„Junger Mann, ich glaube Sie nehmen mich nicht ernst! Natürlich haben die Einkäufe nicht auf dem Gehweg gestanden. Die lagen in meinem Einkaufswagen!“
„Also haben Sie Ihren Einkaufswagen auf dem Gehweg stehen lassen, haben Ihr Auto geholt und dann die Einkäufe eingeladen?“
„Wie kommen sie jetzt darauf? Das ist doch absurd! Ich habe im Neuen Postweg gehalten, habe im Penny-Markt meine Einkäufe erledigt und die dann in mein Auto geladen!“
„Also haben Sie die ganze Zeit im eingeschränkten Halteverbot gestanden?“
„Ja, aber ich habe mein Auto beladen!“
„ ... und vorher eingekauft!“
Ja, aber auch beladen und das darf ich da!“
„Warum parken Sie eigentlich nicht direkt im Eilbergweg vor dem Penny-Markt?“
„Da war alles voll!“
„Sie könnten aber auch 50 Meter weiter auf dem offiziellen Parkplatz im Neuen Postweg parken, statt sich ins ‚Parkverbot’ zu stellen. Da ist immer was frei und Sie bräuchten nicht mal die Parkscheibe ins Auto legen.“
„Wissen Sie warum da immer was frei ist? Das ist viel zu weit weg vom Penny-Markt!“
„Das sind 100 Meter! Wenn’s hoch kommt 150!“
„Ich habe keine Lust, meinen Einkaufswagen so weit zu schieben. Überhaupt, was ist jetzt mit den 5 Euro?“
„Die werden Sie wohl oder übel zahlen müssen, ansonsten kommt demnächst ein Bußgeldbescheid.“
„Dann fahr ich zukünftig eben bei Famila in Ahrensburg einkaufen!“
Wenn der gute Mann schon mal bei Famila in Ahrensburg gewesen ist, müsste er eigentlich wissen, dass er dort seinen Einkaufswagen i.d.R. mindestens genauso weit schieben muss. Es sei denn, er kommt bereits eine halbe Stunde vor Ladenöffnung und ergattert einen der Parkplätze am Eingang!
Zur Abrundung des Geschehens berichtete mir dann unsere Politesse noch von einer Frau, die mit ihren zwei randvollen Einkaufstaschen in den Armen steif und fest behauptete, ihr Fahrzeug keine 2 Minuten im eingeschränkten Halteverbot abgestellt zu haben. Das 15 Minuten-Telefonat, in dem mich ein Bürger u.a. über das Zonenhalteverbot, den Weg zu Famila in Ahrensburg, den Bundesrechnungshof, die faulen Beamten, die allesamt Abzocker sind, den Teuro und über die weiteren großen Enttäuschungen seines Lebens aufklärte, wäre wohl eine eigene Geschichte wert. Ich habe allerdings irgendwann aufgehört, seinen Ausführungen zu folgen, sodass ich den genauen Wortlaut nicht mehr wiedergeben kann.
Firefighter 93
@Filter
Deine Geschichten sind echt immer Weltlasse!
Danke, für die kleine Aufmunterung!!
Gruß Patrick
Slartibartfass
Da ich früher einen Kameraden hatte, welcher sein Geld auf der Straße verdiente (oder immer noch verdient), sei es mir verziehn, dass ich darauf hinweise, dass die korrekte Bezeichnung nicht Politesse sondern Angestellte im Aussendienst ist.
Dazu noch ein kleines Anekdötchen:
Bei der Polizei Hamburg soll es eine Zeit lang weibliche AiA gegeben haben, welche im Zuge der Gleichberechtigung der Frau bei der Dienstbezeichnung besonderen Wert auf das Geschlecht legten -> AiAin
Wobei ich nie so ganz verstanden habe was eine Angestellte im Aussendienstin ist.
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Geschichten aus dem Ordnungsamt
Heute: Das Zonenhalteverbot
Rentner im Rudel nerven, das lässt sich leider nun mal nicht leugnen. Böse, böse schnarren sie durch die Welt. Sie nerven aber nicht nur im Rudel. Eben war wieder so ein ganz besonderes Exemplar bei mir. Kommt rein, knallt mir sein Verwarngeldangebot über 5 Euro wegen Parken im eingeschränkten Halteverbot ohne vorgeschriebene Parkscheibe auf den Tisch und schreit: "Erklären Sie mir diesen Quatsch!"
Ich: „Setzen Sie sich doch erst mal hin und dann erklären Sie mir, welchen Quatsch Sie meinen!"
Er: „Hier, § 13 StVO! Was steht da drin?“
Ich: „Such ihnen raus, Moment.“
Kram, blätter.
Ich lese ihm den Paragraphen vor und fasse zusammen: In einem sogenannten Zonenhalteverbot mit Zusatzschild Parkscheibe darf nur mit Parkscheibe in der angegeben Zeit geparkt werden. Die Zone beginnt mit dem Schild 290 und endet mit dem Schild 292, die sehen dann so aus (zeige sie ihm).
Er: „Die Schilder stehen da nicht.“
Da ich diesen Spruch nicht zum ersten mal höre, habe ich wohlweislich alle Schilder fotografiert und auf der Festplatte gespeichert. Allerdings nur die 290-Schilder, sprich Zonenanfang. Ein Fehler, wie ich heute lernen musste.
Ich also: „Sehen Sie mal hier, das ist der Ahrensfelder Weg, wo sie geparkt haben. Wenn Sie von der Sieker Landstraße kommen, steht da dieses Schild. Wenn Sie vom Haberkamp kommen, steht das Schild dort und wenn Sie aus der Straße vom Penny-Markt kommen, steht das Zonenschild dort.“
Er: „Ich bin aus der Sieker Landstraße gekommen und habe hinter der Einmündung der Straße zum Penny-Markt geparkt. Da hätte das Schild wieder stehen müssen.“
Ich: „Nein, hätte es nicht. Es handelt sich hierbei um eine Zone.“
Er: „Ich fahre seit über 40 Jahren Auto, junger Mann. Durch eine Einmündung werden alle Verkehrszeichen aufgehoben.“
Ich: „Außer in einer Zone. Die wird erst durch das Zonenend-Schild (292) wieder aufgehoben.“
Er: „Das ist neu, sonst hätte ich davon gelesen. In meiner ADAC-Zeitung stand davon nichts.“
Ich: „Ich fahre auch schon seit über 10 Jahren Auto und als ich bei der Fahrschule war, gab es Zonenschilder bereits.“
Er: „Und das andere Schild da (292 - Zonenende) steht auch nirgendwo.“
Ich: „Selbstverständlich steht das da.“
Er: „Dann zeigen sie mir das auf ihrem Computer.“
Ich: „Das hab ich nicht auf meinem Computer, aber sie werden mir schon glauben müssen, wenn die Zonenanfang-Schilder da sind, stehen dort auch die Zonenend-Schilder.“
Er: „Ich fahr da jetzt hin und wenn die nicht dort sind, zerreiß ich den Wisch (Verwarngeldangebot)!“
Ich: „Die Schilder sind da!“
Er im rausgehen: „Das werden wir ja sehen!“
Plötzlich dreht er um: „Und wo ich gerade hier bin, im Wöhrendamm vor der Autobahnbrücke steht ein Schild: Durchfahrt verboten, landwirtschaftlicher Verkehr frei. Das ist totaler Blödsinn. Hinter der Brücke steht noch ein Wohnhaus. Wie sollen die denn da hinkommen?!“
Ich wusste aus der Erinnerung nur, dass hinter dem Wohnhaus ein landwirtschaftlicher Weg beginnt , wo ein solches Schild steht und behauptete frei heraus: „Das Schild steht nicht vor der Brücke!“
Er: „Und ob! Da fahr ich jetzt auch gleich vorbei.“
Er kam kurz darauf zurück. Triumphierend!
Er: „Das Schild steht genau dort, wo ich gesagt hab! Und darunter hängt ein Schild "390 m".“
Ich: „Mit Pfeil oder ohne?“
Er: „Ohne Pfeil.“
Ich: „Dann bedeutet das nichts anderes, als dass in 390 Metern die weitere Durchfahrt verboten ist, außer für den landwirtschaftlichen Verkehr!“
Er: „Aber ich habe Recht gehabt!“
Ich: „Womit?“
Er: „Dass das Schild vor der Brücke steht!“
Ich: „Und steht es da nun falsch?!“
Er: „Äh, nein.“
Ich: „Waren Sie schon im Ahrensfelder Weg, wegen dem Zonenend-Schild?“
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Geschichten aus dem Ordnungsamt
Heute: Der Pfau, Teil 2 - oder Zwiegespräche mit einem Pfau über winterliche Kälte
Nachdem ich mich vor zwei Jahren über die Flugfähigkeit eines eingemauerten Pfaus informierte, hörte ich lange Zeit nichts mehr von ihm. Bis zum Januar dieses Jahres!
In dem mir noch immer ominösen Institut für Quantenmedizin, welches sich vor Jahren auf dem Gelände der Alten Akademie eingemietet hat, gibt es eine neue Angestellte, die mir leise flüsternd am Telefon mitteilte, dass sie neu wäre und heimlich anrufe. Ominös sage ich, ominös! Sie klärte mich mit einer gewissen Sensationslust auf:
"Auf dem Gelände hier lebt ein Pfau!"
"Das ist mir bekannt, ja."
Etwas enttäuscht: "Ach, das wissen Sie?"
"Ja, wir duzen uns bereit seit ein paar Jahren!"
Sie verstand den Humor nicht so recht, sprach aber tapfer weiter:
"Ich glaube, dem Pfau ist kalt!"
"Ist ja auch nicht gerade warm draußen."
"Ich fürchte, er überlebt die Kälte nicht."
"Der Pfau lebt seit über 10 Jahren dort, der hat noch jeden Winter überstanden."
"Aber der ist hier doch gar nicht heimisch! Wissen Sie, eigentlich kommt der aus Indien."
Ich verkniff mir die Frage, ob er das jeden Tag tut. Mir fiel dabei ein Münchener Bankangestellter arabischer Herkunft ein, der in einer Talkshow von einer älteren Kundin erzählte, die ihn fragte, wo er herkomme und sich auf seine Antwort staunend über die heutigen Verkehrsverbindungen wunderte. So von wegen mit der U-Bahn direkt von Riad nach München und abends zurück.
"Der Pfau ist ein wildlebendes Tier. Wenn dem Hasen im Wald friert, muss er damit auch alleine klar kommen!"
"Aber der Hase ist hier ja auch heimisch, der Pfau nicht!"
Das Gespräch begann sich im Kreis zu drehen. Ich sah die leuchtenden Augen meiner Azubine und rang mich dazu durch, mir den Pfau mal anzusehen. Vorher rief ich noch im Tierheim an, ob dort Verwendung für einen frierenden Pfau besteht. Nach vorsichtiger Zusage fuhr ich also samt Azubine zur Alten Akademie. Ich musste auch gar nicht lange suchen. Direkt unter dem Fenster des Patientenwarteraumes hockte mein Kumpel.
"Na du Arschloch? Ganz schön kalt, wa?"
Der Pfau guckte mich kurz an, richtete seinen Blick wieder nach vorne und begann, merkwürdig mit dem Kopf vor und zurück zu zucken. Meine Azubine klärte mich auf, dass Hühner - und Pfaue gehören zu den Hühnervögeln - irgendwas haben, wenn sie so seltsame Kopfbewegungen machen. Sie habe übrigens vor zwei Wochen in Hagenbecks Tierpark die Pfaue draußen rumlaufen sehen. Die hätten da aber so eine Art Zelt, wo sie sich aufwärmen können, so wie die Feuerwehr letzten Samstag beim Tannenbaumverbrennen. Ist richtig, unterbrach ich sie, und im Zelt gibt’s dann Glühwein!:
"Na Pfau, einen Glühwein?"
"Gacker!"
"Mit Schuss?"
"Gacker gacker!"
Die Azubine fing lauthals an zu lachen. Am Fenster hatte sich inzwischen eine illustre Gesellschaft von Patienten eingefunden:
"Dem Pfau ist wohl kalt?"
"Mag sein."
"Was machen Sie jetzt mit ihm?"
"Ich werd ihn wohl einfangen!"
"Und dann?"
"Dann gibt’s morgen Mittag einen leckeren Braten!"
"Das können Sie doch nicht..."
"Nein, keine Sorge, der kommt erst mal ins Tierheim."
"Und da gibt’s dann einen leckeren Braten." ergänzte meine Azubine. Ich merke, es färbt langsam ab.
Einfangen! Wie fängt man einen Pfau ein? Meine Erfahrung mit dem Kranich vom letzten Jahr sagte mir, eine Decke ist dafür ganz gut geeignet. Ist der Pfau erst mal unter der Decke, ist Ruhe im Karton. Doch woher eine Decke nehmen? Beim Kranich spendete sie ein Anwohner. Nun habe ich ja eine Decke im Kofferraum. Als Küstenbewohner hat man sowas für spontane Strandbesuche immer im Auto. Aber an dieser meiner Decke hängen verdammt viele Erinnerungen. Ich hatte sie von einer entfernten Verwandten zur Jugendweihe (ähnlich einer Konfirmation) geschenkt bekommen. Über die Eignung einer Decke als Geschenk zu einem solchen Anlass soll an anderer Stelle diskutiert werden. Die Decke begleitete mich jedenfalls durch sämtliche Autos meines bisherigen Autofahrerlebens. Es wäre übertrieben, zu behaupten, auf dieser Decke seien schon Kinder gezeugt worden, aber wenn sie erzählen könnte, die Decke, sie wüsste von einigen Geschichten, die für rote Ohren sorgen würden. Ach, damals ... äh, ja, der Pfau. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Im Tierheim versprach man mir, die Decke zu waschen. Ich könnte sie mir bei Gelegenheit abholen.
Am nächsten Tag teilte mir das Tierheim zu meinem Entsetzen mit, dass mein Freund der Pfau tot ist! Die Kälte hatte ihm zu stark zugesetzt. Ich überlegte kurz, ob ich eine Todesanzeige als amtliche Bekanntmachung in die Ahrensburger Zeitung setze, verwarf diesen Gedanken aber wieder.
An dieser Stelle bitte ich alle Mitleser, sich von ihrem Platz zu erheben und eine Gedenkminute für den Pfau einzulegen.
Danke!
RSE
Hättest ihn mal doch in den Ofen schieben sollen!
Mit lecker Soße, Rotkohl und Kneedeln!
Slartibartfass
Die Kälte oder der Stress?............................
rauchtaucher
Wenn Du Arne sein martialisches Auftreten sehen würdest, eindeutig Streß!
shifty
Wo hier gerade malwer vom ordnungsamt da is......was kostet es einen Grunstücks besitzer wenn er einfach auf seinem Grundstück so 6 ziemlich grosse birken fällt..ohne genemigung......Das hat mein Vermieter nämlich gemacht....die wollten noch mehr absägen wurden aber vom örtlichen bauhof chef gestoppt.....
gruss shifty