Deutsche AKW-Betreiber schließen Fall wie Forsmark aus

Öl-König
Dachte vielleicht ist das ja interessant:

Deutsche AKW-Betreiber schließen Fall wie Forsmark aus
Fr Aug 4, 2006 7:48 MESZ165

Düsseldorf/Berlin (Reuters) - Die Atomkraftwerksbetreiber in Deutschland schließen in ihren Anlagen einen Störfall wie im schwedischen Forsmark aus.

Dennoch forderten Atomkraftkritiker auch in der Koalition als Konsequenz ein Ende der Diskussion um längere Kraftwerkslaufzeiten. "Die ersten Analysen unserer sechs Atomreaktoren haben ergeben, dass ein Vorfall wie im schwedischen Forsmark ausgeschlossen werden kann", sagte eine Sprecherin des größten deutschen AKW-Betreibers E.ON Kernkraft am Freitag. RWE, Vattenfall Europe und EnBW erklärten ebenfalls, die Technik ihrer Anlagen unterscheide sich von dem Typ in Schweden.

In dem Reaktor Forsmark 1 waren am 25. Juli Probleme bei der Stromversorgung aufgetreten. In schwedischen Medienberichten hatte es geheißen, der Reaktor habe kurz vor der Kernschmelze gestanden. Die Internationale Energiebehörde IAEA teile am Freitag mit, die schwedischen Behörden hätten den Vorfall auf einer Skala von null bis sieben - sieben entspräche der höchsten Gefahrenstufe - als zwei eingestuft. Infolge des Störfalls wurden vier der insgesamt zehn Reaktoren im Land vom Netz genommen. Die übrigen Anlagen durften nach einer Überprüfung in Betrieb bleiben.

Nach dem Vorfall in Forsmark forderten Atomkritiker in Deutschland ein Ende der Debatte um eine Abkehr vom vereinbarten Atomausstieg. Nach Informationen aus Branchenkreisen trafen sich allerdings am Mittwoch erneut Vertreter der großen Versorger, um Wege zur Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten zu suchen.

Die Sprecherin von E.ON-Kernkraft sagte, die Analysen des Vorfalls in Schweden würden weiter ausgewertet und die hiesigen Anlagen überprüft. Die deutschen Atomkraftwerke des Konzerns liefen weiter, und es sei nicht geplant, sie herunterzufahren. E.ON betreibt unter anderem die Atomkraftwerke Isar 1 und 2, Brunsbüttel und Grohnde. [...]

Quelle: Reuters
99/5/1
Ohne es beweisen zu können glaube ich schon, dass die Deutschen Kraftwerksbetreiber alles für einen sehr hohen Sicherheitsstandart unternehmen. Aber ein Restrisiko bleibt immer.

Siehe Artikel unten: Uns bleibt das AKW Krümmel offensichtlich noch lange erhalten.

Zitat:
Kraftwerk Krümmel wird für 38 Millionen Euro umgebaut

GEESTHACHT

Die Erneuerung der drei Niederdruck-Turbinen und der Hochdruck-Turbine machen das Kernkraftwerk Krümmel bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) jetzt im zweiten Bauabschnitt zum größten deutschen Siedewasserreaktor. Von diesem Sonnabend an steht das Kraftwerk für die jährliche Revision still. Insgesamt investiert der Energiekonzern Vattenfall 38 Millionen Euro in die Sicherheit und die Modernisierung der Anlage. "Wir haben in den nächsten Wochen 1900 Arbeitsaufträge mit 4500 einzelnen Positionen vor uns", erklärt Kraftwerksleiter Hans-Dieter Lucht.

Der Einbau der letzten der drei Niederdruck-Turbinen ist die zweite Ausbaustufe im Zuge der Modernisierung der Turbinen-Technik. "2005 hatten wir die ersten Turbinen erneuert. Sie laufen einwandfrei, wir sind sehr zufrieden", sagt Lucht. Letztes Jahr wurden 50 Millionen Euro investiert. Die verbesserte Form der Turbinen sorgt für einen optimierten Wirkungsgrad der Anlage. So steigt die Leistung des Kernkraftwerks um 75 Megawatt auf insgesamt mehr als 1400 Megawatt. Der heiße Dampf, der in dem Kraftwerk durch die Kernreaktion erzeugt wird, strömt durch die Turbinen und treibt sie an. Die Drehbewegung wird auf einen Generator geleitet, der dann den Strom erzeugt.

In den kommenden Wochen werden im Kernkraftwerk Krümmel zu den 350 eigenen Vattenfall-Mitarbeitern auch bis zu 1150 externe Spezialisten und Gutachter von Aufsichtsbehörden arbeiten. Sie tauschen nicht nur die Turbinen-Technik aus, sondern überprüfen routinemäßig auch Schweißnähte am Reaktordruckbehälter und im Sicherheitssystem und erneuern die Öl- und Wasserkühlung des Generators. Auch 124 der insgesamt 840 Brennelemente sollen ausgetauscht werden.

tjan

Quelle: Hamburger Abendblatt