Konzept zum taktischen Vorgehen bei der Brandbekämpfung

Öl-König
Zitat:
Original von stormDas muss auf jeden Fall auf Kreisebene ausgebildet werden.


Denke, an diesem Punkt stoßen sich die entscheidenen Geister. Kann mir vorstellen, das es einige Wehren gibt, die es nicht für Praktikabel halten, wenn AGT's eine Kreisweite "einheitliche Taktik" gelehrt bekommen und die dann in der eigenen Wehr umsetzten wollen/sollen.
Oder man hat sich um diesen Punkt noch keine grundlegenden Gedanken gemacht.

Feststeht nur, dass viele Bereiche bald ohne eine über-dörfliche-taktische Schulung für AGT's ein hohes Risiko eingehen werden im Atemschutzeinsatz. Denn wenn Wehren tagsüber wegen der schwachen Personaldecke zusammen zum Brand fahren, und dadurch auch genötigt sind gemischte Trupps aufzustellen, wird das jetzige System zu einem Himmerlfahrtskommando. (Verschiedene Ausbildung , ggf. verschiedene PSA, verschidene Strukturen?!)

Es gäbe da zwei Wege.
Einer wäre ein Atemschutzkonzept für den Kreis aufzustellen, das nötige Standards setzt und auch ausbildet. Dadurch kann man immer mit einem Standard rechnen. Würde auch die Ausbildungskapazitäten relativ gleichbleibend bemühen.

Anderer Weg wäre, die "Standort/Umgebungs-" Ausbildung in die "Ämter?" zu verlegen, die dann ihrer Region entsprechende Konzepte lehren und vertiefen. Würde aber einen erheblichen mehr Aufwand bedeuten, gerade auch am Personal(geeignete Ausbilder, etc), Ausbildungstätten ...
Öl-König
Zitat:
Original von 99/5/1
Sicherlich kann man technisch so einiges machen. Es muss aber bedient werden und das Personal muss dafür zur Verfügung stehen. Das funktioniert in der Regel aber nur mit einem zeitlichen Vorlauf. Aber flächendeckend wird diese Technik wohl kaum zur Verfügung stehen können. Und über Tag wird jeder gebraucht, da kann man selten jemanden abstellen, um die Dokumentation zu erstellen.

Stellt Euch mal vor, diese Dokumentation wird zwingend gefordert. Da steht jeder Einsatzleiter mit einem Bein im Knast, wenn er wegen Personalmangel darauf verzichtet.

Schon die zwingend vorgeschriebene und auch sehr sinnvolle Atemschutzüberwachung macht in der Praxis Schwierigkeiten.

Also, ich bin ein Freund einer guten Dokumentation, aber es muss leistbar und praxisgerecht bleiben. In der Chaosphase sind Abstriche zu machen. Technische Lösungen gibt es, aber sie lösen nicht alle Probleme und sind auch in der Fläche nicht bezahlbar.


Nunja. Die Dokumentation war zum Beispiel in Tübingen nicht das große Problem, eher die gute Atemschutzüberwachung. Also sollte darauf geachtet werden wo man Abstriche machen kann. Zur Not muss man das ganze organisatorisch kompensieren, in dem man z.B. bestimmte Objekte oder Stichwörter einfach stärker besetzt/alarmieren lässt. Das Thema "Reserve" ist auch thematisirt worden, und es ist im grunde genau das gleiche wie das Thema AAO für BMA's.
Wieviel ist nötig?99mal brauch ich nur 2 Leute die Anlage zurückstellen, aber beim 100ersten Mal brauche ich die Feuerwehren aus dem ganzen Amt um das eigentlich zu schützende Gut zu löschen.
Es ist also ein Spiel mit dem Risiko, dass man eingeht.
Und Riskio = Eintrittshäufigkeit * Schadenshöhe.
Dann kann man zum Beispiel für den Fall "Atemschutzüberwachung" sagen:
Es tritt nicht häufig ein, das ich so wenig Personal habe, dass ich meine Atemschutzüberwachung vernachlässige, aber wenn ich das tue Spiele ich mit dem Verlust/Gefährdung meiner Trupps.
Im Sschluss gesehen ist dies also eher eine Frage, was will man aufwenden um welches Risiko zu minimieren (höhere Alarmfolge. mehr Man-Power, eine DL mehr ?)

Ich bin nur selten ein Freund von technischen Lösungen, da diese immer, gerade Heutzutage, einen nicht unerheblichen Aufwand an Ausbildung mitsichbringen. Und da wird man sich wohl auch noch wundern bei TETRA, was da auf einem zu kommt, wenn denn viele der gewollten Möglichkeiten wirklich realisiert und benutzt werden.

Das technische Lösungen Probleme direkt greifen, so dass man ohne Mehraufwand eine Lösung umsetzten kann ist für bestimmte Bereiche sehr selten. Oder der Mehraufwand wird oft nicht gerne oder gar nicht gesehen.
JBT53
Wie unser Öl-König schon vorschlägt, müssen gewisse Standards bereits auf Kreisebene gesetzt werden.
Dazu hilft sicherlich auch der aus diversen Fachbüchern zusammenkopierte Leitfaden Innenangriff der LFS.
Die weitere Fortbildung muss dann auch in den Wehren erfolgen. Dazu ist natürlich auch der Besuch einer RDA sehr nützlich. Wobei grad in höheren Kreisen die Rauchdurchzündungsanlage oft mit der Brandgwöhnungsanlage verwechselt wird Augenzwinkern

Das eigentliche Problem liegt zwischen den einzelnen Ortswehren. Aus eigener Erfahrung weiß ich das einige Wehren doch tatsächlich mit einem HDL in den Innenangriff gehen. Andere halten das S-Rohr für das Allheilmittel und vergessen ganz dass man auch noch in Besitz von anderen Schläuchen ist.
Wie soll man da eine einheitliche Taktik finden?

Dass die Atemschutzüberwachung in der Praxis Schwierigkeiten macht, zeugt doch von mangelnder Ausbildung, oder?
Der Verzicht auf Atemschutzüberwachung ist nur in Bezug auf Retten von Menschenleben zu dulden. Aber selbst dort gibt es doch mindestens einen Gruppenführer oder Maschinisten? Sollte uns da nicht bereits der Fall von BM Stampe eine Lehre gewesen sein?

@Öl-König
Das Thema wäre doch mal eine Bachelor Thesis wert!
Öl-König
Zitat:
Original von JBT53
Wie unser Öl-König schon vorschlägt, müssen gewisse Standards bereits auf Kreisebene gesetzt werden.
Dazu hilft sicherlich auch der aus diversen Fachbüchern zusammenkopierte Leitfaden Innenangriff der LFS.
Die weitere Fortbildung muss dann auch in den Wehren erfolgen. Dazu ist natürlich auch der Besuch einer RDA sehr nützlich. Wobei grad in höheren Kreisen die Rauchdurchzündungsanlage oft mit der Brandgwöhnungsanlage verwechselt wird Augenzwinkern


Ist die Frage, ob man es schafft, das Niveu so einheitlich wie möglich zu halten. Ddenn wenn ich wieder in die Wehren gehe, geht die Ausbildungsschere doch wieder auseinander. Das ist doch das, was wir momentan haben.
Vielleicht sollte man auf gewissen Ebenen vierteljählriche "Workshops" betreiben, bei denen Ämter AGT Ausbildung betreiben. Das wäre eventuelle eine Maßnahme, um sich kennenzulernen und auszutauschen. Ich weiß, das es das z.B. im Amt Bagdad schon mal irgendwie gab, nur habe ich da nicht so viel posetives gehört.

Zitat:
Original von JBT53
Das eigentliche Problem liegt zwischen den einzelnen Ortswehren. Aus eigener Erfahrung weiß ich das einige Wehren doch tatsächlich mit einem HDL in den Innenangriff gehen. Andere halten das S-Rohr für das Allheilmittel und vergessen ganz dass man auch noch in Besitz von anderen Schläuchen ist.
Wie soll man da eine einheitliche Taktik finden?


Mhh .. hier sollten wir vielleicht unterscheiden zwischen Taktik für selbstständige Einheiten (Gruppen, etc) und Taktik für die Brandbekämpfung im Innenangriff (Absuchtechniken, TürProzeduren, ect...).
Die von dir erwähnte "Taktik" ist eine Schulung dder Gruppen -, Zug - Verbandsführer wert, aber weniger der der Mannschaft, zumindest nicht im erstenZug. Eigentlich sollte man ja vertrauen darauf, was sich die Führung so als Werkzeug ausdenkt und anleitet zu tuen. Das das fot mals nicht dem Stand der Technik entspricht, ist nur wenigen klar, sonst würde es anders aussehen Augenzwinkern

Zitat:
Original von JBT53
Dass die Atemschutzüberwachung in der Praxis Schwierigkeiten macht, zeugt doch von mangelnder Ausbildung, oder?
Der Verzicht auf Atemschutzüberwachung ist nur in Bezug auf Retten von Menschenleben zu dulden. Aber selbst dort gibt es doch mindestens einen Gruppenführer oder Maschinisten? Sollte uns da nicht bereits der Fall von BM Stampe eine Lehre gewesen sein?


Naja, also gerade wenn es um Menschenleben geht ist die Situation wohl schon sehr brennzlich. Wenn ich in einer solchen Situation noch eine solch wichtige Überwachungsfunktion weg nehme, gefährde ich doch die Retter erst recht?
Das alle Kameraden wieder nach Hause kommen, sollte dann doch noch höchstes Ziel bleiben.

Zitat:
Original von JBT53
@Öl-König
Das Thema wäre doch mal eine Bachelor Thesis wert!


Wie sollte denn da die Zieldefinition sein? Machbarkeit bei Freiwilligen Feuerwehren?
Denke da gerade an das aktuelle Buch "Atemschutz" aus dder Reihe Einsatzpraxis (Ecomed Verlag, Autor Cimolino), in dem auch Vorgehen in einer Staffel aufgeführt sind, die ein effektives Resultat beschreiben. Der Autor hat darüber, meines Wissens , eine seiner Studienarbeiten geschrieben und hat es in der Praxis getestet.

In diesem Zuge sind bestimmte Festlegungen von SER's bestimmt auch sehr hilfreich.
JBT53
Moin,

Zitat:
Original von Öl-König
Ist die Frage, ob man es schafft, das Niveu so einheitlich wie möglich zu halten. Ddenn wenn ich wieder in die Wehren gehe, geht die Ausbildungsschere doch wieder auseinander.


Man hätte dann aber eine gemeisame Grundlage, auf der man aufbauen kann. Grad weil auf Kreisebene im AGT - Lehrgang nur der Umgang mit dem Gerät ausgebildet wurde, konnten solche Ausbildungsdifferenzen entstehen.

Dass es gemeinsamer Konzepte und Ausbildung mit Nachbarwehren bedarf, steht ja außer Frage.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass einige Führungskräfte ihre Lehrgänge vor langer Zeit absolviert und sich nicht mehr fortgebildet haben.

Zitat:
Original von Öl-König
Mhh .. hier sollten wir vielleicht unterscheiden zwischen Taktik für selbstständige Einheiten (Gruppen, etc) und Taktik für die Brandbekämpfung im Innenangriff (Absuchtechniken, TürProzeduren, ect...).


Gemeint ist hier das taktische Vorgehen der Gruppe.
Erkläre mir sonst doch mal wie ein Agriffstrupp einen Verteiler setzen soll, wenn er mit einem HDL oder S-Rohr zum Erstangriff geht. Kann natürlich dann ein anderer Trupp übernehmen, aber da fängt es denn an durcheinander zu gehen. Den zweiten Angriff für den Sicherheitstrupp in Bereitstellung zu nehmen, sollte man ja schon machen.
Dann kommt es eben auch noch dazu, dass man grad tagsüber sog. Mischtrupps zusammenstellen muss. Wie du ja selber weist, ist dass ja nicht nur einmal vorgekommen. Nicht umsonst ähneln sich die Beladungen der HLFs bei den BFen.

Zitat:
Original von Öl-König
Naja, also gerade wenn es um Menschenleben geht ist die Situation wohl schon sehr brennzlich. Wenn ich in einer solchen Situation noch eine solch wichtige Überwachungsfunktion weg nehme, gefährde ich doch die Retter erst recht?


Richtig. War nur darauf bezogen, dass man ja theoretisch bei Menschenleben in Gefahr von Abweichen könnte. Praktisch aber unsinnig.

Zur Bachelor Thesis:
Zitat:
Original von Öl-König
Wie sollte denn da die Zieldefinition sein?


Vorschlag: Erklären
Evaluierung von Möglichkeiten zur Optimierung und Vereinheitlichung der Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern in den förderalistisch organisierten Feuerwehren (SH).


Zitat:
Original von Öl-König
In diesem Zuge sind bestimmte Festlegungen von SER's bestimmt auch sehr hilfreich.


Wem sagst du das...
Öl-König
Zitat:
Original von JBT53
Man hätte dann aber eine gemeisame Grundlage, auf der man aufbauen kann. Grad weil auf Kreisebene im AGT - Lehrgang nur der Umgang mit dem Gerät ausgebildet wurde, konnten solche Ausbildungsdifferenzen entstehen.
Dass es gemeinsamer Konzepte und Ausbildung mit Nachbarwehren bedarf, steht ja außer Frage.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass einige Führungskräfte ihre Lehrgänge vor langer Zeit absolviert und sich nicht mehr fortgebildet haben.


Ich bin mir nicht soo sicher, ob die gemeinschaftlichen Konzepte so außer Frage stehen. Sind es doch eher wenige Ämter die da einen Rotenfaden verfolgen, soweit es mir geläufig ist. Denke, da steht hier und da eine kleine politische Mauer im Weg Augenzwinkern

Zitat:
Original von JBT53
Gemeint ist hier das taktische Vorgehen der Gruppe.
Erkläre mir sonst doch mal wie ein Agriffstrupp einen Verteiler setzen soll, wenn er mit einem HDL oder S-Rohr zum Erstangriff geht. Kann natürlich dann ein anderer Trupp übernehmen, aber da fängt es denn an durcheinander zu gehen. Den zweiten Angriff für den Sicherheitstrupp in Bereitstellung zu nehmen, sollte man ja schon machen.


Ich stelle fest, das vielleicht ein gewisses Verhältnis zwischen beidem besteht. Das eine kann ohne das andere nicht richtig funktionieren.
Damit aber eine Gruppe richtig arbeiten kann, muss Derjenige wissen wie es richtig geht, der die Zügel in der Hand hat. Meist sind die es ja auch die die Ausbildung regeln.
Aber wenn die Mannschaft nicht für ihre Aufgaben der Trupps trainiert ist, können die ihre Aufgabenziele auch nicht sicher abarbeiten, so viel steht auch fest. Also wenn der ATr nicht weis wie man einen Brand richtig ausmacht, dann wird die Gruppe auch keinen Erfolg haben und auch jede gute Taktik scheitern, wenn man das mal aus dem Qualitätsbereich sieht (z.B. Ziel -> Feuer aus).
Hiermüsste man also an zweis tellen Schrauben. Fortbildung bei dden Führungskräften und bessere Ausbildung der AGT's.
Stellt sich mir nur die Frage was schneller eingerichtet wird, bzw. wie man das so organisieren möchte. Stehen bestimmt auch wieder bestimmt Interessen im Konflikt.

Zitat:
Original von JBT53
Dann kommt es eben auch noch dazu, dass man grad tagsüber sog. Mischtrupps zusammenstellen muss. Wie du ja selber weist, ist dass ja nicht nur einmal vorgekommen. Nicht umsonst ähneln sich die Beladungen der HLFs beim den BFen.


Joa, BF's sind da vielleicht ein recht weithergeholtes Beispiel Augenzwinkern Passt nicht gerade so zur Freiwilligen Situation/Struktur, aber natürlich würde in machen Bereichen auch einen angeglichene Beschaffung sinnmachen, sicher.
Nur das Thema Mischtrupps ist da ja ein, wie schon vorhergend beschrieben, heikles Thema, aufgrund der verschieden Grundlagen und Ausgangszustände.

Zur Bachelor Thesis:
Zitat:
Original von Öl-König
Wie sollte denn da die Zieldefinition sein?

Zitat:
Original von JBT53
Vorschlag:
Evaluierung von Möglichkeiten zur Optimierung und Vereinheitlichung der Ausbildung von Atemschutzgeräteträgerin in den förderalistisch organisierten Feuerwehren (SH).


Joa, klingt zumindest schon sehr ausgeklügelt. Aber vielleicht sollte man das ganze einfach auf dden Kreis beziehen, dann wird das Zielgerichteter und der Arbeitsaufwand auch eingedämmter.
Denke, das es bestimmt Bachelor's in HH gibt, die sich dem Thema gerne an nehmen würden. Kommt aber auch halt schnell die Frage des finanziell machbaren auf. Wobei man sagen muss, durch ein gutes und schlüssiges Konzept, das aus solch einer "Untersuchung" herauskommt bestimmt ein vielfaches an geld sparen kann. Nur wird man dies nicht so deutlich sehen, weil es sich dann um Kostenstellen sind, die eventuell nie auftreten werden.

Aber so teuer dürfte eine Solche Arbeit nicht werden, denn wenn man von ca. 600Euronen den Monat ausgeht, für 6 Monate, macht das nach Adam Riese nur 3600 Euro, für die Arbeit.
Da könnte man doch mal eine Maßgeschneiderte Ausgehuniform sparen und in die Struktur investieren Augenzwinkern *jehova*jehova* geschockt großes Grinsen
99/5/1
Zitat:
Orginal von Öl-König

Da könnte man doch mal eine Maßgeschneiderte Ausgehuniform sparen und in die Struktur investieren *jehova*jehova*


Bis hierhin ist die Diskussion interessant gewesen, jetzt folgt Polemik auf Bildzeitungsniveau.
Öl-König
Zitat:

Bis hierhin ist die Diskussion interessant gewesen, jetzt folgt Polemik auf Bildzeitungsniveau.


Freud mich das die Disskusion gefällt Augenzwinkern Sind auch offen für weitere Stimmen, bzw. Meinungen. Soll ja kein Dialog sein, sondern eine offene Diskussion.

Und mein letzter "polemischer" Ausrutscher hilft uns eventuell eine solches Interesse zu wecken wie die Bild Augenzwinkern *grins* Soll aber nicht Regel werden. Man möge den einen oder aneren kleinen "Ausrutscher" zu Entschuldigen, sind oft nicht wirklich Ernst gemeint, weil auch durch Smiley's gekennzeichnet.
99/5/1
Da kann ich Dir nur beipflichten, eine breitere Diskussion wäre wünscheswert.

Zwei Anmerkungen aus meiner Sicht:

Zunächst müssen die Führungskräfte, und das sind die Gemeinde- und Ortswehrführer, bereit sein, nach einem einheitlichen Standart auszubilden und vorzugehen. Und es muss der Vorteil erkannt werden, dies so durchzuführen. Aber da hapert es. Die Unterschiede in der Ausstattung und Ausbildung sind recht groß. Und viele sind von Ihren Vorgehen einach so überzeugt, dass sie nicht bereit sind, darüber nachzudenken. Ich will damit nicht sagen, dass alles schlecht ist, aber eine Vereinheitlichung wäre sicher von Vorteil, aber im Moment Wunschdenken.

Der KFV kann soviele Konzepte schreiben und veröffentlichen wie er will, die Bereitschaft zur Umsetzung muss in jeder einzelnen Wehr vorhanden sein.

Ist denn aus Eurer Sicht nicht der Leitfaden Innenangriff der LFS ein guter Ansatz, diese Standarts einzuführen und umzusetzen?
Öl-König
Zitat:
Original von 99/5/1
Zunächst müssen die Führungskräfte, und das sind die Gemeinde- und Ortswehrführer, bereit sein, nach einem einheitlichen Standart auszubilden und vorzugehen. Und es muss der Vorteil erkannt werden, dies so durchzuführen. Aber da hapert es. Die Unterschiede in der Ausstattung und Ausbildung sind recht groß. Und viele sind von Ihren Vorgehen einach so überzeugt, dass sie nicht bereit sind, darüber nachzudenken. Ich will damit nicht sagen, dass alles schlecht ist, aber eine Vereinheitlichung wäre sicher von Vorteil, aber im Moment Wunschdenken.


Denke genau so. Eine einzige Alternative wäre nur eine Anweisung von oben her. Wo "Oben" ist, ist ja fast egal. Nur würde auch bei diesem Vorgehen, die Anweisung bestimmt bei einigen an dder Meinung abprallen.

Zitat:

Ist denn aus Eurer Sicht nicht der Leitfaden Innenangriff der LFS ein guter Ansatz, diese Standarts einzuführen und umzusetzen?


Der Leitfaden und seine Umsetztung oder Einbeziehung in die Ausbildung und ins Einsatzgeschehen wäre auf jeden Fall ein großer Fortschritt.
Nur setzt er selbst auch wieder Anforderungen an die Leute die sich an ihn halten sollen. So wird indirekt die Forderung gestellt seine AGT's besser zu bilden.
Denn imLeitfaden wird darauf hingewiesen bei der Brandbekämpfung die Rauchschicht zu beobachten. Aber auf was solll denn geachtet werden? Und welche Schlüsse ziehe ich aus meinen Beobachtungen für mein Vorgehen?
Das sind Fragen die durch den Leitfaden nicht beantwortet werden und deren falsche Beantwortung zu sehr fatalen Fehlern führen können.

Es wird ja heute in der Feuerwehr vieles gelehrt, was nicht dem entspricht was es ist. So zum Beispiel das Phänomen Flash-Over. Was bei den meisten Feuerwehren der Flash-Over ist,ist in Wirklichkeit ein Back-Draft. Und beides hat unterschiedliche Ursachen und Entwicklungen.
Daneben gibt es noch eine Handvoll anderer relevanter Rauchverhaltensweisen, die bei einem Brand zu beobachten sind und von einem selbst (AGT's) beurteilt werden können. Nur habe ich auch noch nie von so etwas in meiner AGT Ausbildung gehört oder gesehen. Sondern nur durch mein Studium und durch entsprechende Fachliteratur erfahren.
[www.firetactis.com, www.atemschutzunfaelle.de, "Atemschutz" Cimulino, Sudmersen]

In diesem Zusammenhang kommt man aber auch wieder darauf zurück, dass das Vorgehen in der Gruppe wichtig sein kann. Denn durch falsche Belüftungen oder gleichzeitigem Außenangriff zu einem Innenangriff können hier gefährliche Situationen auftauchen. Oder durch einen fehlenden Rettungwegs für den im Innenangriff befindlichen AT. (Anleiter?).
Nur diese Dinge sind denke ich ein wichtiger Teil einer Fortbildung bzw. richtige Schulung auf gewisse Geräte (Überdruckbelüfter, ...).
Aber da kommen höchstwahrscheinlich die harten Meinungen einiger nicht mit klar, dass man so etwas mal braucht.

Der Leitfaden umfasst also nicht das komplette System, sondern nur ein Teil. Und das muss jeddem klar sein, bevor er ihn verwendet.
Er ist ein Fortschritt, der mit ein wenig Vorsicht zu genießen ist. Aber durch eine etwas ausführlichere Ausbildung zu einer sehr fundierten Ausbildung führen kann.
JBT53
Zitat:
Original von 99/5/1
Ist denn aus Eurer Sicht nicht der Leitfaden Innenangriff der LFS ein guter Ansatz, diese Standarts einzuführen und umzusetzen?


Der Ansatz ist gut.

Es steht leider kein Verfasser dabei. Es ist schade, dass die LFS den Leitfaden nicht selber erarbeitet hat, sondern von anderen Berufsfeuerwehren übernommen hat mit ein paar "schlweswig-holstein-spezifischen" Ergänzungen.
Das Ergebnis ist ein wenig unglücklich.

Beispiele:

Seite 4 unter Punkt Einsatzgerät
Ausrüstung Truppman CM-Strahlrohr. Das Hohlstrahlrhohr wird nur empfohlen.

Seite 6: Flammenschutzhaube*
* = empfehlenswert
Das ist nicht nur empfehlenswert, sondern zwingend erforderlich.

Die Beschreibung des Anlegens der Helm - Masken - Kombinationen mit
Flammenschutzhaube hätte ich mir an deren Stelle lieber erspart, da die Verwendung von HMK, wie man dort schon herausliest, für den IA eher
ungeeingnet ist

Auf Seite 8 wird auf den beiden Bilder das Nachführen des C-Schlauches mit dem sog. "loop" gezeigt. Diese Bilder stehen in keinem Zusammenhang mit dem Text.

Seite 13 Löschangriff bei Vollbrand
Die Rauchgaskühlung führt man nur in bestimmten Fällen durch. Und nicht unbedingt beim Vollbrand. Auf Seite 10 wird es unter Punkt Vollbrand auch nicht erwähnt. (Man möge mich sonst gerne korrigieren)
Des Weiteren ist hier eine Druchflussmenge angegeben (max. 200l/min). Ist wohl auf die Einstellung am Hohlstrahlrohr bezogen.
Da gibt es ja unterschiedliche Meinungen welche Durchflussmengen geeignet sind.
Ich habe bisher von Varianten mit 130 - 230l/min gehört und gelesen.

Der Abschnitt Regeln zum Absuchen von Räumen ist generell zu kurz geraten.
Wie sucht man denn nun die Räume am besten ab??

Insgesamt hätte ich mir von der LFS mehr erwartet. Wenn man schon Standards setzen will, dann sollte man es auch konsequent machen.
Öl-König
Zitat:
Original von JBT53
Seite 4 unter Punkt Einsatzgerät
Ausrüstung Truppman CM-Strahlrohr. Das Hohlstrahlrhohr wird nur empfohlen.

Nunja, bei einem guten Strahlrohrführer ginge das "Alte" Strahlrohr ja auch, zumindest rein theoretisch. Es schafft leider nur nicht die Sprüwinkelverstellung Augenzwinkern

Aber man kann solche Dinge halt nur "empfehlen", sonst drängt man die Wehren wohl zu stark zu einer Neubeschaffung. Weis auch nicht genau wie weit das rechtens wäre.

Zitat:
Original von JBT53
Seite 6: Flammenschutzhaube*
* = empfehlenswert
Das ist nicht nur empfehlenswert, sondern zwingend erforderlich.

Hier hätte man zumindest direkter einen Flammschutz reinschreiben können. Ob es nun das Hollandtuch (was ohne Flammschutzhaube auchnicht vertrauenswürdig ist, laut BFund FF Erfahrungen aus Wuppertal) oder eine Flammschutzhaube wäre, ist ja egal, hauptsache "vorgeschriebener" Schutz.

Zitat:
Original von JBT53
Die Beschreibung des Anlegens der Helm - Masken - Kombinationen mit
Flammenschutzhaube hätte ich mir an deren Stelle lieber erspart, da die Verwendung von HMK, wie man dort schon herausliest, für den IA eher
ungeeingnet ist

Mhh ... das das System in bestimmten Zügen fragwürdig ist, für die FF's ist nen anderes Thema. Aber das es vomLeitfaden für dden IA ungeeignet gezeichnet oder beschrieben wird, lese ich da nicht heraus.

Zitat:
Original von JBT53
Auf Seite 8 wird auf den beiden Bilder das Nachführen des C-Schlauches mit dem sog. "loop" gezeigt. Diese Bilder stehen in keinem Zusammenhang mit dem Text.

Ja, da haste meine Zustimmung. Würde mich eh mal interessieren, wer aus dem kreis so seine Schläuche nachführt und was es da so für Erfahrungen gibt. Bin bis jetzt nicht in die Verlegenheit gekommen das mal in der Praxis zu üben oder anzuwenden.


Zitat:
Original von JBT53
Seite 13 Löschangriff bei Vollbrand
Die Rauchgaskühlung führt man nur in bestimmten Fällen durch. Und nicht unbedingt beim Vollbrand. Auf Seite 10 wird es unter Punkt Vollbrand auch nicht erwähnt. (Man möge mich sonst gerne korrigieren)
Des Weiteren ist hier eine Druchflussmenge angegeben (max. 200l/min). Ist wohl auf die Einstellung am Hohlstrahlrohr bezogen.
Da gibt es ja unterschiedliche Meinungen welche Durchflussmengen geeignet sind.
Ich habe bisher von Varianten mit 130 - 230l/min gehört und gelesen.

Das Geringste was ich mal gehört habe, war lag zwischen 10-50 L. Geleistet von einem kleinen kompakten Hochleistungslöschsystem, was die neue Wunderwaffe gegen Personalmangel und Wasserschäden sein soll.*reusper*reusper* großes Grinsen Augenzwinkern Nunja. Habe aber auf dem Sektor auch schon vieles gehört. In Amerika (ganz andere Grundproblematiken) überlegt man auf B-Rohe im Innenangriff überzugehen. *LOL*
Denke aber das um die 200l/min schon nicht schlecht sind.

Zitat:
Original von JBT53
Der Abschnitt Regeln zum Absuchen von Räumen ist generell zu kurz geraten.
Wie sucht man denn nun die Räume am besten ab??

Ja, da fehlt noch der letzte Schritt. Das "gründliche Absuchen hätte vielleicht detailierter erklärt werden sollen, sonst kann man ja kaum den Raum als abgesucht beschreiben und keine Makierungen setzten.

Vielleicht sollte man hier den einen oder anderen Punkt mal sammeln und eine kleine "Mängel" / Anregungsliste draus Formen und die dann ans LFS schicken.
Dann kannsich da ja einer im hD oder gD da nochmals mit beschäftigen.
Vielleicht finden die ja, wenn die selbst keine Zeithaben, einen Brandreferendar der gerade seinen Abschnitt bei denen macht oder so.
JBT53
Zitat:
Original von Öl-König
Aber man kann solche Dinge halt nur "empfehlen", sonst drängt man die Wehren wohl zu stark zu einer Neubeschaffung. Weis auch nicht genau wie weit das rechtens wäre.


Das ist ja auch meine Hauptkritik am Leitfaden. Man versucht es allen noch recht zu machen. Ein Leitfaden ist ja nicht verbindlich und sollte schon enthalten, wie es sein sollte. Das sagt zumindest auch der Schulleiter.

Zitat:
Original von Öl-König
Aber das es vomLeitfaden für dden IA ungeeignet gezeichnet oder beschrieben wird, lese ich da nicht heraus.


Ja direkt nicht. Interpretiere ich aber so auch aus eigener Erfahrung heraus.

Dort steht:
"Flammschutzhaube* mit beiden Zeigefingern auf den Rand der
Maske legen
(Die Maske braucht erst an der Rauchgrenze aufgesetzt werden)"

Du weist ja selbst wie gut das geht.

Zitat:
Original von Öl-König
Vielleicht sollte man hier den einen oder anderen Punkt mal sammeln und eine kleine "Mängel" / Anregungsliste draus Formen und die dann ans LFS schicken.


Ja, die Idee finde ich gut. Dann können wir uns da auch noch unbeliebt machen. Augenzwinkern
storm
Zitat:
Original von JBT53

Zitat:
Original von Öl-König
Vielleicht sollte man hier den einen oder anderen Punkt mal sammeln und eine kleine "Mängel" / Anregungsliste draus Formen und die dann ans LFS schicken.


Ja, die Idee finde ich gut. Dann können wir uns da auch noch unbeliebt machen. Augenzwinkern


Nun ja, wenn ihr eure Liste Fertig habt gebt diese doch Riemann mit. Ich denke das kommt ein bischen anders an als wenn "irgendwer" die Liste da hinmailt...

Wo habt ihr euch denn schon unbeliebt gemacht? In der TEL seid ihr noch gern gesehene Gäste *schleim* Augenzwinkern
Öl-König
Zitat:
Original von storm
Nun ja, wenn ihr eure Liste Fertig habt gebt diese doch Riemann mit. Ich denke das kommt ein bischen anders an als wenn "irgendwer" die Liste da hinmailt...

Nunja. Was heißt schon "eure Liste". Es ist jeder aufgefordert hier mitzuwirken bzw. zu diskutieren. Von daher ....

Außerdem, warum denn dem Gerd geben? Er ist doch nicht für dden Leitfaden zuständig, oder? Der Leitfaden ist doch eine Empfehlung an die Wehren direkt und nicht an die Kreise etc ... von daher betrifft uns doch jener auch direkt und nicht erst die Kreisebene ?! Oder liege ich da etwa falsch ?Man möge mich verbessern, wenn ich falsch liegen sollte, bin da nicht so gefestigt, was die Meldewege angeht.