Zwei Jugendwehren im Übungsstress

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Zwei Jugendwehren im Übungsstress
Autobrand, Ölspur, Vermisstensuche, Großfeuer: 21 Jugendliche waren einen Tag lang nahezu pausenlos unterwegs.

Von Jens Peter Meier

Bargteheide -

Noch nie wurden die Jugendfeuerwehren aus Tremsbüttel und Bargteheide so gefordert. Der Nachwuchs musste zehn Übungseinsätze innerhalb von 24 Stunden leisten. Vom Fahrzeugbrand in einer Tiefgarage über einen Flächenbrand im Gewerbegebiet Langenhorst bis zur Suche nach einer vermissten Person reichte das Übungsszenario. "Die Jugendlichen sollten den Alltag einer Berufsfeuerwehr erleben", sagt Frank Westerwald (43) von der Freiwilligen Feuerwehr Bargteheide.

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Insgesamt beteiligten sich 21 Jugendliche an der Übung, zehn von ihnen kamen aus dem Nachbarort Tremsbüttel. "Zwischen den beiden Wehren bestehen sehr enge Kontakte", sagt Westerwald, "deshalb wurde jetzt eine gemeinsame Übung geplant." Neun erwachsene Feuerwehrleute begleiteten ihn. Das Programm hatte Betreuer Jan Ohlrogge jugendgerecht ausgearbeitet.

Besonders interessant fanden viele den Rettungswagen, den der Arbeiter-Samariter-Bund Hamburg zur Verfügung gestellt hatte. Rettungssanitäter André Bischkopf (25) beantwortete die Fragen zur Ausrüstung des Fahrzeugs.

Am Sonnabend um 15.30 Uhr trafen die Jugendlichen im Bargteheider Hilfszentrum zusammen. Dort konnten sie im Lehrsaal übernachten. Nach sieben Stunden Nachtruhe wurden sie um 5 Uhr alarmiert. Im Gebiet des Wohnparks Malepartus wurde eine Person vermisst. Mit einer Wärmebildkamera spürte ein Trupp das "Opfer" nach zwei Stunden im Wald auf.

Im Volkspark verschlossen die Jugendlichen fachgerecht zwei Fässer, aus denen eine grünliche, übel riechende Flüssigkeit austrat. Dann forderte die Polizei die Feuerwehr an: Müllcontainer trieben im Teich vor dem Stadthaus. Kaum hatte der Feuerwehrnachwuchs die Behälter geborgen, wurde er zu einem Küchenbrand in die Anne-Frank-Schule beordert. Schließlich musste eine Ölspur im Industriegebiet abgestreut und ein Fehlalarm erledigt werden.

Zur Abschlussübung wurden die Jugendlichen zu einem Großfeuer in den Wohnpark Malepartus gerufen. Diesmal sollte dort eine Werkstatthalle in Flammen stehen, zwei Mitarbeiter galten als vermisst. Außerdem drohte das Feuer auf das benachbarte Wohngebäude überzugreifen.

Zwei Rettungstrupps drangen in die verqualmte Halle vor und bargen die Vermissten. Die anderen Teilnehmer schützen das Wohnhaus mit einer Wasserwand.

"Es war eine tolle Erfahrung für uns alle und hat viel Spaß gemacht", sagt Nils Födisch (17), der Einsatzleiter für die beiden Jugendwehren. Alles habe gut geklappt. "Es wird bestimmt weitere Übungen in dieser Form geben", kündigt er an.

erschienen am 24. Oktober 2006 - abendblatt.de