DME legal?

Xraywilli
Hallo zusammen.

wie den meisten sicher bekannt ist gibt es immer mehr Anbieter die billigst DME auf dem Deutschen Markt werfen. Nun stellt sich natürlich die Frage in wie fern diese genutzt werden können / dürfen. Bzw. welche Normen / Richtlinien zwingend einzuhalten sind. Hat da jemand detailierte Kenntnisse?

Wie ist die TR-BOS zu verstehen? ( Vorschrift oder Vorschlag ? )
halber hahn
die Endgeräte müssen meines Erachtens die FTZ (Fernmelde technische Zulassung) haben. Ich bezweifel, dass Produkte wie Scall etc. die zum DME modifiziert wurden diese noch besitzten, da sie nicht mehr für die eigentlichen frequenzen ausgelegt sind. Fraglich ist auch, ob Die Händler nicht authoresiert (durch Hersteller bzw. Gesetzgerber oder so) sein müssen
Torben
Moin !

Die Händler müssen nicht authorisiert sein, lediglich die Geräte MÜSSEN den TR-BOS, also den technischen Richtlinien BOS entsprechen. Daher sind Geräte wie der DME 6120 oder der Alphapoc 501 nicht von Feuerwehren nutzbar.

Ich persönlich würde vom Kauf dieser Geräte für Feuerwehren auch abraten. Sie sind recht schnell kaputtzukriegen und haben einfach nicht die Qualität wie etwas teurere Melder von Swissphone oder Motorola.

Ich denke oben genannte Geräte sind eher "Spielkram".
Öl-König
Weis jemand zufällig, welche Konsequenzen es gibt, wenn man entgegen dem gesetzlichen Standard (TR-BOS) die Melder betreibt ?!
99/5/1
Ich habe zu diesem Thema in einem anderem Forum etwas gefunden:

[QUOTE] Ausloeseprobleme DME ohne Zulassung

Vielleicht als Hinweis, warum eine TR-BOS doch manchmal recht sinnvoll sein kann.
Eine Wehr im Kreis kaufte DME (Julias Liebling mit dem Plus), die ja bekanntlich keine Zulassung nach TR-BOS haben. Vorhanden ist eine Motorola Infrastruktur.

Bei einer Alarmierung löste keiner der DME aus. Kein Fehler der Infrastruktur, die DME-Träger befanden sich in unterschiedlichen DAU Abdeckungsbereichen. Es lag auch kein Fehler in der Programmierung der DME vor.

Ursache der Nichtauslösung ist ein "Fehler" der gemäss TR-BOS nicht mehr vorkommen dürfte und früher den Betrieb von DME in Fremdnetzen beeinträchtigte.
Normalerweise löst ein DME dann aus, wenn er seine Adresse im erstem Frame dekodieren kann. Die Schlussadresse bzw ein "Schlussbit" ist zur Auslösung nicht erforderlich obwohl es normalerweise mitgesendet wird. Das fordert die TR-BOS, denn der Empfang könnte ja gestört werden, das Schlussbit wird nicht empfangen und der DME löst nicht aus.

Ist ein Frame zufälligerweise bis zum Ende voll, kann das Schlussbit entfallen und es wird nur dieses Frame gesendet. Ein weiteres, eigentlich leeres Frame für dieses (überflüssige) Schlussbit wird dann nicht mehr erzeugt. Das verkürzt auch die Laufzeiten. So funktioniert die Motorola Infrastruktur und alle DME MIT TR-BOS funktionieren auch einwandfrei. Einige ältere Swissphone DME benötigten aber dieses Schlussbit zur Auslösung und verweigerten ihren Dienst, wenn es nicht mitgesendet wurde. Vergleichbar wäre das mit einem anlogen Melder, der zusätzlich zum 5-Ton auch noch den Weckton braucht, um auszulösen.

Swissphone sendet das Schlussbit immer mit, erzeugt also auch leere Frames.
Das führte natürlich zu Problemen, wenn man Swissphone DME in Motorola-Infrastrukturen einsetze. Nach einigen Hickhack wurde die TR-BOS soweit geändert, das das Schlussbit zur Auslösung nicht mehr erforderlich ist. Macht ja auch keinen Sinn, selbst Nurton-DME mussten Text auswerten und das Schlussbit dekodieren um auszulösen.

Leider scheint Julias Liebling genau dieses Problem zu haben, die fragliche Alarmierung ergab nach Auswertung exakt ein volles Frame ohne Schlussbit. Die Melder blieben stumm.

Kommentar des Herstellers an die Wehr: Dann müsste man eben die Infrastruktur umändern (sprich leere Frames senden). Geht natürlich, Motorola hat einen entsprechenden Workaround. Kanns aber wohl nicht sein, welche Forderung kommt dann als nächstes?

Wie wäre es mit DME, die sich an die Vorgaben der TR-BOS halten und nicht uralte, eigentlich nicht mehr existente Probleme wieder aufleben lassen?

Wie wäre es, sich nicht von "Ich will aber billig" blenden zu lassen und sich DME mit Zulassung (es gibt auch günstige) zu kaufen?

www.funkmeldseystem.de
storm
Na das ist doch mal interessant...

Wenn eine öffentliche Feuerwehr nicht zugelassene DME kauft und betreibt, haben die eigendlich selber Schuld.
Solche Geräte sind wie schon von Torben erwähnt wurde, privates Spielzeug für Feuewehrleute.
halber hahn
dumm ist nur, das die FWs Bestandteil des KatS und somit der inneren Gefahrenabwehr sind. wenn ich mir überlege was das immer für ein Aufwand ist, in den hamburger Polizeigebäuden einfache Handwerksarbeiten auszuführen...
Da sind die FFW sowas von einfach an vielen stellen zu manipuliren; und dann auch grade bei der Alarmierung. Aber über "Digitalfunk für Feuerwehren" zerbrechen sich einige Pfosten die Köppe!?!
Der Achtundvierziger
Wie schaut es denn mit dem J22 von K2-Wireless aus?

Hat der Zulassung nach TR-BOS?



LG
storm
Meines wissens nach nicht.
Torben
Zitat:
Original von storm
Meines wissens nach nicht.


Richtig gewusst Augenzwinkern
Benny
Spielkram Melder hin oder her.

Es gibt kleine Feuerwehren und Gemeinden, die sich den Kauf der zugelassenen Melder nicht leisten können. Man bekommt für den Preis eines Motorola/Swissphone Melders fünf von den nicht zugelassenen Meldern.

Versteht mich nicht falsch, sicherlich sind diese Melder qualitativ nicht so hochwertig, wie die 300 Euro Modelle und ich möchte nicht dazu auffordern, nicht zugelassene Melder zu kaufen. Aber die Melder bieten eine billige, wenn auch nicht einwandfrei legale, alternative zu dieses Hightech-Geräten. Auch wenn Sie Torbens Geschäfte gefährden ^^
storm
Melder die in Funknetzen nach TR-BOS u.U. nicht auslösen sind keine alternative! Legalität hin oder her.
Torben
Zitat:
Original von Benny
Spielkram Melder hin oder her.

Es gibt kleine Feuerwehren und Gemeinden, die sich den Kauf der zugelassenen Melder nicht leisten können. Man bekommt für den Preis eines Motorola/Swissphone Melders fünf von den nicht zugelassenen Meldern.

Versteht mich nicht falsch, sicherlich sind diese Melder qualitativ nicht so hochwertig, wie die 300 Euro Modelle und ich möchte nicht dazu auffordern, nicht zugelassene Melder zu kaufen. Aber die Melder bieten eine billige, wenn auch nicht einwandfrei legale, alternative zu dieses Hightech-Geräten. Auch wenn Sie Torbens Geschäfte gefährden ^^


Problem ist ja, dass diese Melder nicht als Ersatz für die Sirene o.ä. beschafft werden können. Und wie Nils schreibt, Melder die nicht auslösen würde ich nicht kaufen wollen.

Und eine kleine Anmerkung : Ich habe die auch im Angebot, aber nur auf Nachfrage Augenzwinkern
FF 80 Kalle
moin , ob man die" billig melder" überhaupt noch nutzen kann , wenn die verschlüsselung eingeführt wird IDEA (Swissphone)???
Der Achtundvierziger
Wann soll denn die Verschlüsselung eingeführt werden?
f95
..die Frage ist ja ob überhaupt verschlüsselt wird, ab wann und welche Meldungen verschlüsselt werden sollen.

Meines Wissens sind die Verschlüsselungssysteme alle nur Herstellerspezifisch, d.h. also bei dem bestehenden Swissphone system wäre es auch nur möglich die Meldungen auf Swissphone DME zu entschlüsseln.
Ob das ganze so durchgesetzt werden kann, gerade vor dem Hintergrund das es viele andere "zugelassene" Melder gibt und den noch kommenden finanziellen Aufwand durch die Umstellung auf Digitalfunk / TETRA für die Gemeinden hlate ich für fraglich.

Außerdem sind in den "text-meldungen" für F ja kaum Daten die "schützenwert" wären. Wenn z.B. in der "Dorfstr" brennt weiß das am nä Tag eh der, der es wissen will, oder es steht auf der HP der FF.

Eine verschlüsselung im RD würde sinn machen da dort wiklich patientenbezogene Daten über den DME versendet werden.
MOK
Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Textmeldungen auf DME brauchen die FF´en nicht, da genügt das "piepsen" und dann ab zum Feuerwehrhaus.
storm
@Mok

So hab ich F95 nicht verstanden. Ich bin ausserdem der Meinung, dass "die FF'en" Textmeldungen brauchen.

@F95

Auch Meldungen für "F" enthalten Schützenwerte Inhalte, und wenn es nur der Name ist.

Gerade bei größeren Einsätzen geht es vieleicht auch darum nicht den Inhalt (personenbezogene Daten), sondern genau das Ereignis "zu schützen" sprich möglichst geheim zu halten.
MAn könnte jetzt argumentieren das der Funk sehr leicht abhörbar ist, aber dabei muss man daran denken, dass das digtigale Alarmierungsnetz noch einige Jahre (Jahrzente?) im Einsatz sein wird. Also dann wenn durch digitalen Funk die Abhörsicherheit weitestgehend gegeben sein wird.
MOK
Wofür brauchen wir denn Textmeldungen? Bei Alarm hat man sich sofort am Feuerwehrhaus einzufinden und dann bekommt man Bescheid, was los ist, das reicht!

PS: es heißt Freiwillige FeuerwehrEN
Christoph
Zitat:
Original von MOK
Wofür brauchen wir denn Textmeldungen? Bei Alarm hat man sich sofort am Feuerwehrhaus einzufinden und dann bekommt man Bescheid, was los ist, das reicht!

PS: es heißt Freiwillige FeuerwehrEN


Ganz so einfach ist das heute leider nicht mehr.

Vor allem in größeren Wehren kann nicht jedes Feuerwehrmitglied wegen einer "harmlosen" Türöffnung oder Tragehilfe tagsüber seinen Arbeitsplatz verlassen. Da machen Textmelder dann schon Sinn.